Laut Marek Probosz ist das polnische Kino zu intim, um in der Welt verstanden und geschätzt zu werden. Seiner Meinung nach konzentrieren sich polnische Filmemacher zu sehr auf lokale Probleme, die von Menschen außerhalb Osteuropas nicht verstanden werden. Das Kino hingegen sollte eine universelle Sprache und Emotionen verwenden, damit es in jedem Land und in jeder Kultur leicht lesbar ist.

In den späten 1980er Jahren ging Marek Probosz nach Los Angeles, wo er noch heute lebt. Er entwickelt seine Schauspielkarriere weiter. Er spielt sowohl in amerikanischen als auch in polnischen Produktionen; er führt Regie, schreibt Drehbücher und lehrt an der Theaterfakultät der Universität von Kalifornien. Seiner Meinung nach befindet sich das polnische Kino auf einem sehr hohen Niveau, und viele talentierte Schauspieler, Kameramänner und Filmmusikkomponisten arbeiten in Polen. Den Grund für die nach wie vor geringe Popularität der polnischen Filmkunst in der Welt sieht er in ihrem lokalen Charakter.

- Wir haben immer noch ein solches Problem im polnischen Kino, dass wir nicht außerhalb Polens gehen, dass es immer noch ein lokales, intimes Kino über unsere Probleme ist, die draußen nicht verstanden werden - sagt Marek Probosz von der Nachrichtenagentur Newseria Lifestyle.

Das polnische Kino hätte sich auf dem amerikanischen Markt einen Namen machen können, wenn es universelle Themen berührt hätte, mit denen sich jeder Zuschauer unabhängig von Kultur und Herkunftsland identifizieren kann. Ein Film sollte nicht nur Emotionen auf einen Zuschauer ausüben, der die polnische Geschichte, die polnische Lebensweise oder die polnischen Probleme kennt und versteht. Nach Angaben des Schauspielers wurden Filme dieser Art einst von Krzysztof Kieślowski und jetzt von Lech Majewski gedreht.

- Der Film ist dafür gedacht, dass der Zuschauer weint, lacht, nicht weiß, warum seine Hand zittert oder warum er Alkohol trinken oder eine Zigarette rauchen oder seine Frau oder sein Kind gleich umarmen will - sagt Marek Probosz.

Filmproduktion

Der Schauspieler ist der Meinung, dass jeder polnische Filmemacher mehrere Jahre im Ausland, sogar in den Vereinigten Staaten, verbringen und dort arbeiten sollte. Nicht um beruflichen Erfolg zu erzielen, sondern um die Unterschiede in der Wahrnehmung der Realität zwischen Polen und Ausländern kennen zu lernen. Das bedeutet nicht, dass Filmemacher den kulturellen Kontext aufgeben sollten, sondern dass sie über universelle Geschichten, Emotionen und Haltungen sprechen sollten. Der Schauspieler betont, dass Regisseur Ryszard Bugajski davon überzeugt war, dass sein Spektakel "Tod des Rotmeisters Pilecki" aufgrund des starken historischen Kontextes im Ausland nicht verstanden werden wird, aber es geschah anders.

- Es stellt sich heraus, dass Pileckis Haltung absolut auf die andere Seite gerückt ist und damit auch diese Vergleiche der amerikanischen Zuschauer mit Christus, mit Spartacus, mit Gandhi, mit Mandela. Darum geht es, dies ist vielleicht die komplizierteste Geschichte des kompliziertesten polnischen Künstlers, egal aus welcher Kulturkategorie er kommen würde, alles hängt davon ab, wie wir sie erzählen, darum geht es - sagt Marek Probosz.

Als Beispiel für einen Film, der trotz seiner starken Verwurzelung in der lokalen Kultur auf der ganzen Welt leicht verständlich ist, gibt der Schauspieler "Flamenco" von Carlos Sura. Der 1995 gedrehte Film ist frei von Dialogen und spricht zu den Zuschauern in einer Tanzsprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird. Der Schauspieler glaubt, dass das Hörspiel "Flamenco" auch ein Hörspiel "Flamenco" ist. Auch das Hörspiel "Die Hochzeit der Hochländer von Istebnia", an dem er derzeit arbeitet, hat die Chance, ein ausländisches Publikum zu erreichen. Basierend auf einem Stück seines Großvaters Jerzy Probosz erzählt es eine universelle Geschichte der Liebe und des Versuchs, mit Gott zu kommunizieren.

- Wie kann man diese Geschichte erzählen, damit sie auch sie erreicht? Es muss weder das sein, was sie essen, noch das, was sie hören, es kann absolut unseres sein, originell, ihnen unbekannt und doch universell, und doch so, dass sie in ihren Herzen fühlen", sagt Marek Probosz.

Der Schauspieler glaubt dagegen, dass es für polnische Akteure viel schwieriger wäre, auf dem westlichen Markt durchzudringen. Die Sprachbarriere für Menschen, die nicht im Ausland geboren wurden oder die nicht schon in sehr jungen Jahren dorthin ausgewandert sind, ist nicht zu überwinden. Er selbst hat in vielen amerikanischen Produktionen gespielt, unter anderem in der CBS-Serie "Scorpion" und in John Greys "Helter Skelter", aber er verkörpert immer einen Europäer.

- Ich spreche und schreibe sehr gut auf Englisch, aber der Akzent ist und wird es immer sein, es sei denn, eine Person ist dort geboren oder kommt in sehr jungen Jahren - sagt Marek Probosz.

Die Marke Probosz wird bald in der polnischen Produktion zu sehen sein. Der Schauspieler spielte als Gaststar in einer der Episoden der neuen TVP-Serie "Murder Commission".

Quelle: lifestyle.newseria.pl