Kategorie-Archiv: Infoveranstaltung

1.4.2017 Café HausZwei/Potsdam: Deutschpop Halts Maul

Für eine Ästhetik der Verkrampfung
Lesung mit Frank Apunkt Schneider, anschließend Fill in the blank Party!
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Eine Kampfansage an die Versöhnung mit der neuen deutschen Popidentität

Popmusik auf Deutsch war lange Zeit undenkbar. Denn Popkultur war das vielleicht wichtigste ­Reeducation-Programm, das die Alliierten den ­Deutschen auflegten. Sie überschrieb die ­deutsche Kultur und entfremdete die Kids von Scholle und Volksgemeinschaft.

Erst mit Punk entstanden deutsche Texte, die sich zur Kolonialisiertheit durch Pop bekannten. Und als aus der guten alten BRD ­wieder hässliches neues ­Deutschland geworden war, verstärkten Bands wie Kolossale Jugend oder die ­frühen Blumfeld (nicht zu verwechseln mit den späten) die Dissonanzen. Ihre Sperrigkeit war eine Abfuhr ans neu verordnete Wir-Gefühl. Aber in ihrem Windschatten entstand eine neue Generation, die endlich ganz unverkrampft deutsch singen wollte. Tomte, Kettcar oder Klee sangen (noch …) nicht für Deutschland, aber ihr kleinbürgerlicher Gemütsindiepop passte gut zum Entkrampfungsbefehl der Berliner Republik.

An das, was dafür aufgegeben wurde, will Frank Apunkt Schneider erinnern, indem er vom ­»Fremdwerden in der eigenen Sprache« (NDW) erzählt, von der Material­ästhetik der Verkrampfung (Hamburger Schule), von der unglaublich seltsamen Unmöglichkeit deutscher Pop­affirmation (Schlager) und natürlich von der ­Hässlichkeit des Unver­krampften.

21 März – Internationaler Tag gegen Rassismus – Rassismus geht uns alle an! Erinnerst du dich?

Wer hat Burak ermordet?
Filmvorführung und Diskussion anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus und des 5. Jahres des Mordes an Burak mit Vertreter*innen der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş, des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg (TBB) und des Filmes „Erinnerst du dich?“ in Kooperation mit dem Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung. Der Mord an Burak Bektaş

Am 5. April 2012 wurde der 21-jährige Neuköllner Burak Bektaş von einem Unbekannten erschossen. In der Tatnacht stand Burak mit Freunden und neuen Bekannten an einer Bushaltestelle nah dem Krankenhaus Neukölln, als sich der Täter der Gruppe nährte und vollkommen unvermittelt das Feuer eröffnete. Zwei der jungen Männer überlebten schwerverletzt, doch Burak starb. Auch wenn der Mörder bis heute nicht gefunden wurde, ist ein rassistisches Tatmotiv wahrscheinlich. Nicht nur, weil die Durchführung der Tat an den NSU denken lässt, dessen Selbstentarnung nur wenige Monate zurücklag: So schoss ein weißer Täter auf eine Gruppe als migrantisch zugeschriebener Jugendlicher. Er entfernte sich mit ruhigen Schritten vom Tatort. Wegen dieseR Kaltblütigkeit fühlten sich die Angegriffenen an eine Hinrichtung auf offener Straße erinnert. Im Kontext der NSU-Morde stellt sich zudem die Frage nach dem polizeilichen Vorgehen. Institutioneller Rassismus zeigte sich damals in den diskriminierenden Vorannahmen, welche die Polizei dazu veranlasste, den Täter vornehmlich unter den Angehörigen der vom NSU-Ermordeten zu vermuten. Von den demütigenden Befragungen und Unterstellungen seitens der Polizei haben viele Angehörigen in Veranstaltungen und Publikationen berichtet. Hat sich seitdem etwas an der Arbeit der Polizei geändert?

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14.3.2017 Berlin: Soli-Lesung in der Friedel54

Seit einigen Wochen bedrohen Neonazis linke Hausprojekte, Kneipen und Antifaschisten in ihrem Wohnumfeld.
Eine andere Form der Bedrohung ist die Räumung durch Kapitalfirmen im Sinne der Gentrifizierung und Aufwertung ganzer Kieze.

Die Friedel54 ist ein typisches soziokulturelles Zentrum in Selbstverwaltung. Dieses Projekt ist akut räumungsbedroht. Aktuell wird zum Beispiel der Kiezladen bis zum 31.03.2017 geduldet. Erst anschließend ist eine Räumung möglich und wird wohl auch durch die Eigentümer angestrebt.

Mobistuff, Anwaltskosten usw kosten Geld. Aus diesem Grund gibt es eine Solilesung von mir für die Friedel54.

Ab 19 Uhr beginnt die Vokü, die Lesung steigt dann um 20 Uhr.
Es wird eine limitierte Auflage von max. 20 Büchern mit dem „Sondercover“ geben, welches nicht im Handel zu bekommen ist. Teile des Buchverkaufs gehen dann an die Friedel. Spenden darüber hinaus sind im Kiezladen sicher gern gesehen.

Mehr Infos zur Friedel54: https://friedel54.noblogs.org/

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16.3.2017 Ladengalerie/Berlin: »Kunst und Kampf«

Buchvorstellung mit dem Autor Bernd Langer

In den 1980er Jahren wird die Gruppe »Kunst und Kampf« (KuK) mit der Gestaltung von Plakaten in der antifaschistischen Bewegung bekannt. Das Projekt verfolgt einen kollektiven Ansatz, der jedoch immer auch individuelle Züge trägt.
Bernd Langer, Protagonist dieser Idee, legt nun eine Gesamtbetrachtung von fast 40 Jahren antifaschistischer Kunst in der Bundesrepublik vor.

Das Buch streift dabei die Geschichte der Jugendzentrumsbewegung, erzählt von den Autonomen und der Antifa, von umgestürzten Denkmälern, spektakulären Demonstrationen, der Herstellung von illegalen Plakaten und Zeitungen und warum die Doppelfahnen der Antifaschistischen Aktion heute von links gegen rechts wehen.

Um Anmeldung zur Veranstaltung unter 0 30/53 63 55-56 oder mm@jungewelt.de wird gebeten.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

FB-Event

11.3.2017 Erreichbar/Berlin: Kreuzberg Soli Radical DIY Fair

Kreuzberg Soli Radical D.I.Y. Fair, is a „Book, Zine, Alternative Press and Distro“ fair, soli for the much needed „ErreichBar“ repairs.

Who can participate?
Any publisher or distro that identifies with the so-called left-wing politics.

There will be no room for racism, sexism, trans*phobia, xenophobia, fascism, and all the bad things we should fight against.

Books, zines, records, D.I.Y., alternative press.. all welcome!

How does it work?
– The entrance (donations based) will be soli for the the much needed repairs.
– Vendors can collaborate by making a donation to book a table.
– There will also be a Vegan Soli Küfa to raise funds for the repairs.

16h – Acoustic concert with Alfred Ladylike

We will try to have a film or docu screening.

Kids corner, vegan delicious food and a lot of nice material available!

Want to participate? Have questions? Want to volunteer?
Drop us a line: erreichbar@riseup.net

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9.3.2017 Baiz/Berlin: Die Räterepublik, Gustav Landauer und die Münchner CSU

Ein historischer und geschichtspolitischer Streifzug

Wer glaubt, die Vergangenheit ruht, der irrt. Geschichte ist kein abgeschlossener Prozess, sondern wird im Handgemenge von Historiographie und Erinnerungspolitik jeden Tag aufs Neue erschaffen. Dabei ist der Kampf um die Geschichte zugleich ein Kampf um Gegenwart und Zukunft. Diesem Motto folgend, begibt sich der Autor des kritischen Stadtführers „München ohne Lederhosen“ (2016) auf eine Wanderung durch die Geschichte der Stadt. Im Mittelpunkt steht dabei der Umgang mit der Novemberrevolution 1918 sowie der Räterepublik und ihren Protagonisten wie Gustav Landauer und Rudolf Egelhofer – leider ein klägliches Stück Erinnerungskultur.

Referent: Dr. Rudolf Stumberger (kommt aus München und ist habilitierter Soziologe, Journalist und Autor, er ist aktiv im Arbeitskreis Denkmäler des „Plenum R“, das sich mit Veranstaltungen zum 100. Jahrestag der Revolution in München befasst)

Moderation: Jan Rolletschek

Der Abend wird veranstaltet von der Hellen Panke und der Gustav Landauer Denkmalinitiative.

FB-Event

8.3.2017 SO36/Berlin: Ist das Feminismus oder kann das weg?

Eliten, Staatsfeminismus und autoritäre Wende.
Eine Veranstaltung von TOP B3RLIN
Mit Ilse Lenz, Lisa Yashodhara Haller und Aktivist*innen der Berlin Migrant Strikers

Der 8. März wird dieses Jahr weltweit so viele Menschen, wie lange nicht auf die Straße bringen, um für feministische Forderungen und Positionen zu protestieren. Auf der einen Seite ist Feminismus so populär wie noch nie: Staatliche und zivilgesellschaftliche Organisationen, Mainstreammedien und Popstars feiern Feminismus gleichermaßen als Empowerment- und Selbstverwirklichungsstrategie. Dabei wird ausgeblendet, dass von den meisten Gleichstellungsmaßnahmen nur sehr wenige Frauen* profitieren und soziale Ungleichheit zunimmt, da die Haus- und Sorgearbeit weiterhin vor allem von (migrantischen) Frauen* zu prekären Bedingungen geleistet wird.

Auf der anderen Seite gewinnen autoritäre und rechtspopulisitische Positionen, Bewegungen und Parteien weltweit an Zulauf und stellen feministische Errungenschaften in Frage: Sexuelle und reproduktive Rechte von Frauen* werden eingeschränkt, Abtreibungen verboten oder verschärft und Gleichstellung als „Genderismus“ verdammt.

Anlässlich des Frauen*kampftages wollen wir zusammen mit Wissenschaftler*innen und feministischen Aktivist*innen über mögliche Strategien eines radikalen Feminismus diskutieren.
Welche Folgen hat der derzeitige Staatsfeminismus für Gleichstellung und Emanzipation? Wie gehen wir mit staatlichen Vereinnahmungen von feministischen Forderungen um? Wie können von feministischen Bewegungen erkämpfte Errungenschaften und Standards gegen rechts verteidigt werden? Wie kann Misogynie, Homophobie, Trans*phobie und Anti-Genderismus entgegengetreten werden? Und wie sollte ein radikaler Feminismus in dem Spannungsfeld zwischen Staats- und Antifeminismus sich positionieren und agieren?

20.00 Uhr

16.2.2017 HausZwei/Potsdam: REDE MIT! Tomasz Konicz – Kapitalkollaps

Kapitalkollaps – Die finale Krise der Weltwirtschaft
Vortrag | Buchvorstellung | Diskussion mit Tomasz Konicz

Haben Sie sich in der Dauerkrise des kapitalistischen Weltsystems schon häuslich eingerichtet? Können Sie noch den Überblick behalten über all die Schuldenberge, die gerade zusammenbrechen? Wie sortieren sich für Sie Klima-, Wirtschafts-, Schulden-, Euro-, Öko- und „Flüchtlingskrise“? Wo fängt die eine an, wo hört die andere auf? Aufbauend auf seiner jüngsten Buchveröffentlichung, beschreibt Tomasz Konicz allgemeinverständlich Ursachen, verlauf und Perspektiven der großen Systemkrise und entlarvt die häufigsten Krisenmythen. Danach kann Euch nichts mehr erschüttern. Mit Ausnahme des nächsten Krisenschubs, versteht sich. Tomasz Konicz, Jahrgang 1973, studierte Geschichte, Soziologie und Philosophie sowie Wirtschaftsgeschichte. Als Publizist und freier Journalist bearbeitet er das Schwerpunktthema „Krisenanalyse“ – u. a. für „Konkret“, „Neues Deutschland“ und „Telepolis“.

http://www.konkret-magazin.de/konkret-texte/texte-archiv/konkret-texte-nr-68.html

begleitet mit einem Büchertisch des Buchladen Sputnik zum Thema und in bester hausZwei Atmosphäre

In freundlicher Zusammenarbeit mit der RLS Brandenburg und dem Buchladen Sputnik

Beginn: 19.00 Uhr

10.2.2017 Köpi/Berlin: In.Flammen – Στις φλόγες

IN.FLAMMEN | 2

In.Flammen baut zurzeit ein politisches Hip-Hop-Netzwerk zwischen Griechenland und Deutschland auf. Im Fokus stehen Selbstorganisierung, soziale Kämpfe und Solidarität. Die zweite Veranstaltung in der Köpi startet um 19.30 Uhr mit Vortrag & Diskussion zum Squat Papoutsadiko in Athen (auf Englisch, kann aber gerne ins Deutsche übersetzt werden). Ab 22 Uhr Soli-Konzert für den Aufbau der autonomen Stromversorgung des Squats. Mit Σπείρα (Athen), Rana Esculenta (Leipzig), TNT (Rationalistas-Ορθολογιστές) (Athen), DJ fogge d., gehostet von Le Monde Est En Flammes (Bremen/Athen/Berlin).

***

19.30h VORTRAG & DISKUSSION
(English version below)

Selbstorganisierung und politischer Aktivismus in den Vororten Athens. Wie Squatting auch außerhalb des Stadtzentrums funktionieren kann. Das Beispiel Papoutsadiko

Squats oder autonome Zentren in Deutschland, die fernab der attraktiven Innenstadtbezirke liegen, sind selten. Für viele Aktivist*innen ist der Stadtrand zu weit entfernt und vor Ort fehlt es oft an lokaler Verankerung. Das Squat Papoutsadiko befindet sich in der Vorstadt Chaidari, einer Arbeiter*innengegend im Westen Athens. Die frühere Schuhfabrik wurde 2011 besetzt, nachdem sie mehrere Jahre leergestanden hatte. Seitdem sind die 1.500 Quadratmeter ein Ort, an dem sich Menschen selbst organisieren. Zurzeit baut das Squat eine eigene Stromversorgung auf, nachdem die Stromversorgung mehrfach gekappt wurde.
Wie funktioniert ein Squat am Stadtrand Athens, fernab von bekannten politischen Athener Bezirken wie Exarchia? Wie läuft die Nachbarschaftsarbeit? Wie steht es um den Aufbau der autonomen Stromversorgung? Es sprechen Aktivist*innen des Squats Papoutsadiko. Vortrag und Diskussion sind auf Englisch, aber können gerne ins Deutsche übersetzt werden.

22h KONZERT

Σπείρα (Athen)
Rana Esculenta (Leipzig)
TNT (Rationalistas-Ορθολογιστές) (Athen)
Hosted by Le Monde Est En Flammes (Bremen/Athen/Berlin)

DJ
fogge d. (Athen/Hip Hop)

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7.2.2017 Roter Salon/Berlin: Kulturkampf oder soziale Frage?

Die Trump-Wahl hat eine Welle der Selbstkritik ausgelöst. Plötzlich entdecken die Verfechter der offenen Gesellschaft, sie leben in einer hermetischen Blase. Die Linke sei schuld an dem Aufstieg der Rechten. Sie kenne keine Klassen mehr, sondern nur noch Szenen, hätte die Abgehängten im Stich gelassen wenn nicht als „white trash“ diffamiert. Endlos feiert die kosmopolitische Mittelschicht ihre Integration in die marktförmige Kultur. Wer nicht dazu gehört, habe sein Versagen selbst verschuldet. Die soziale Frage sei den Rechtspopulisten überlassen worden. Und doch sind diese ebenso „kulturalistisch“ angelegt, allerdings mit einem ganz anderen Verständnis: Für sie ist Kultur eine von Fremden bedrohte Identität. Der Soziologe Andreas Reckwitz meint: Wir erleben keinen Kampf der Kulturen, sondern einen Kampf um die Kultur. Wir werden ständig aufgefordert, zwischen Hyperkultur und Kulturessenzialismus zu wählen. In diesem erhitzten Widerstreit tut nüchterne Aufklärung not. Mit Andreas Reckwitz diskutiert Guillaume Paoli.

FB-Veranstaltung