Kategorie-Archiv: Infoveranstaltung

7.6.2017 Sputnik/Potsdam: Boys don’t cry & Untenrum frei

Buchvorstellung und Diskussion
Margarete Stokowski „Untenrum frei“ und Katharina Florian (Edition Nautilus) „Boys don’t cry“

Untenrum frei

Stokowski erzählt von dem frühen Wunsch, unbedingt als Mädchen wahrgenommen zu werden, von unzulänglichem Aufklärungsunterricht, von Haaren und Enthaarung, von Gewalterlebnissen, von Sex, von Liebe und vom Feminismus. Und sie verbindet ihre wunderbar erzählten persönlichen Erlebnisse mit philosophischen, politischen und wissenschaftlichen Analysen und zeigt damit: Sie ist mit ihren Erfahrungen nicht alleine.

„Der Feminismus erklärt mir nicht, warum der Bus nicht auf mich wartet. Aber er erklärt mir, warum ich mich für mein Zuspätkommen entschuldigen werde, auch wenn ich nicht schuld war, sondern der Bus zu früh gefahren ist. Er erklärt mir, warum viele der Frauen, die ich kenne, sich auch noch entschuldigen würden, wenn sie von einem Meteoriten getroffen werden.“

Boys don’t cry

Jack Urwin hat genug davon. Es reicht ihm nicht, dass der starke Mann heute auch mal weinen oder Elternzeit nehmen darf, sondern er fragt, warum Männer überhaupt stark sein müssen. Warum messen wir Menschen noch immer an Stereotypen, wo es uns ohne doch viel besser ginge? Dieses Buch ist der Beginn einer längst überfälligen Debatte darüber, wie eine positive, moderne Männlichkeit aussehen kann und wie wir dahin gelangen können, sie zu leben.

Teils Essay, teils persönliches Manifest, ist „Boys don’t cry“ eine witzige und scharfe Auseinandersetzung mit toxischer Maskulinität und ihren Folgen – und ein Plädoyer für einen anderen Umgang miteinander.

Beginn: 20.00 Uhr

7.6.2017 HausZwei/Freiland/Potsdam: Kritik der Religion

jimmy boyle Berlin | Gruppen gegen Kapital und Nation

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen…“, so beginnt das christliche Glaubensbekenntnis. Die Existenz Gottes und seine Machtfülle ist dabei dem Christen absolut gewiss und zwar gerade nicht durch einen wissenschaftlichen Beweis, sondern durch einen Glaubensakt. Das ist eigentümlich, denn der Satz „Ich glaube, es ist 5 Uhr“ steht ja sonst eher für eine gewisse Unsicherheit.
Die Eigenschaften dieses Gottes sollen auf der Veranstaltung einmal genauer analysiert werden. Was für ein Bild über den Menschen konstruiert der Gläubige eigentlich, wenn er sich eine überirdische Instanz (aus-)denkt, die alles kann (allmächtig), überall zugleich ist (allgegenwärtig) und dann auch noch allwissend ist? Wie steht dann eigentlich der Mensch im Vergleich dazu da und zwar ganz egal, ob er der Präsident der USA oder ein armer Schlucker ist? Immer ziemlich klein!
Weiter ist auffällig, dass Gott dann lauter Herrschaftseigenschaften hat: Er ist ein „König“ und Himmel und Erde sind sein „Reich“, wo seine „Macht“ wirkt. Ausgerechnet davon verspricht sich der Gläubige eine ganze Menge, wenn er sein Leben durch Dienste an diesem König anreichert. Diese Dienste, die ein gottgefälliges Leben ausmachen, inklusive der Beachtung allerlei Regeln, sind auffallend lustfeindlich. Wie geht der Glaube daran, dass man durch ein verzichtsvolles Leben ein gutes Leben erwartet?
Diese und weitere Fragen rund um das Thema Religion sollen auf der Veranstaltung diskutiert werden: Warum werden die Kirchen immer leerer und dennoch glauben die meisten Leute irgendwie an einen Gott oder finden mindestens, dass die Religion eine wichtige Funktion habe? Welcher Zustand der realen Welt ist dann eigentlich unterstellt? Warum findet der Staat die Religion so gut und wo hört die Religionsfreiheit auf, die er gnädigerweise garantiert? Wie ist die richtige Beobachtung der Punk-Band Slime zu erklären, wenn sie über die Kirchen festhält: „Es ist egal, wer an der Macht ist, denn ihr seid immer dabei“ (Religion)? Und warum ist ihre Aussage „Religion ist Opium für das Volk“ dann doch zu kritisieren?
Mit einem Referenten von der Gruppe jimmy boyle, organisiert bei den Gruppen gegen Kapital und Nation

www.gegner.in

http://gegendiehelden.blogsport.eu

Beginn: 19.00 Uhr

25.5.2017 Menschenzoo/Hamburg: Diskussionsabend mit Michael Weiß: Grauzone!

Kaum ein Thema kommt bei uns so oft auf den Tisch, wie „Grauzone“. Warum spielt diese oder jene Band nicht bei euch, warum komme ich mit diesem T-Shirt nicht rein usw.
Wir versuchen dann jedesmal unseren Standpunkt so nachvollziehbar wie möglich darzulegen, hören uns aber auch Eure Seite an. Dabei kommt häufig die gleiche Argumentation: „Das sind doch keine Nazis“ oder „Man kann es auch übertreiben“.
Wir denken: In Zeiten, in denen die Rechten so einen Zulauf erhalten, ist es wichtig sich noch klarer definiert zu positionieren.
Wir denken aber auch: Da muss man mal drüber reden und informieren!
Aus diesem Grund haben wir Michael Weiss vom Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin (apabiz) eingeladen.

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18.5.2017 JWP Mittendrin/Neuruppin: Kunst & Kampf – Das Buch – Bernd Langer

Im Rahmen der Emil Wendland Kampagne wird Bernd Langer sein neues Buch „Kunst & Kampf“ vorstellen – hier ein paar Erläuterungen dazu

In den 1980er Jahren wird Kunst und Kampf (KuK) mit der Gestaltung von Plakaten in der autonomen Bewegung bekannt. Das Projekt verfolgt einen kollektiven Ansatz, der jedoch immer auch individuelle Züge trägt.
Hunderte Plakate entstanden, daneben Gemälde und Agit-Prop-Aktionen. Bernd Langer, Protagonist dieser Idee, legt nun eine Gesamtbetrachtung von fast 40 Jahren antifaschistischer Kunst in der Bundesrepublik vor.
Das Buch streift dabei die Geschichte der Jugendzentrumsbewegung, erzählt von den Autonomen und der Antifa, von Hausbesetzungen, umgestürzten Denkmälern, spektakulären Demonstrationen, der Herstellung von illegalen Plakaten und Zeitungen und warum die Doppelfahnen der Antifaschistischen Aktion heute von links gegen rechts wehen.

FB-Event

17.-21.5.2017 Köln: Tribunal ‘NSU-Komplex auflösen‘

Bis heute sind wir weit von der versprochenen „lückenlosen Aufklärung“ im NSU-Komplex entfernt. Initiativen und Einzelpersonen, die mit den Betroffenen der NSU-Mord- und Anschlagserie solidarisch verbunden sind, entwickelten die Idee eines Tribunals, das diese Leerstelle besetzt. Der NSU-Komplex wird dabei gedacht als ein Kristallisationspunkt strukturellen Rassismus. Das Tribunal ist damit ein Ort der gesellschaftlichen Anklage von Rassismus. Die Berichte der Betroffenen und Angehörigen stehen im Mittelpunkt. Ihre Geschichte gilt es zu hören und zu verstehen.

5 Tage im Schauspiel Köln, in direkter Nachbarschaft zur Keupstraße, wo 2004 eine Nagelbombe des NSU 22 Menschen zum Teil schwer verletzten.

5 Tage für Lernprozesse, Vernetzung und Empowerment.

Das Tribunal ist partizipativ angelegt: Klage, Forderungen und ein Manifest der Zukunft entstehen gemeinsam mit den Teilnehmenden. Das Hauptprogramm im Depot wird ergänzt durch Workshops, Theateraufführungen, Filmvorführungen, Hörstücke, Audio- und Videoinstallationen, performative Stadtführungen, Wandbilder, Musik und Tanz in der ganzen Stadt.

WIR KLAGEN AN!
* Angeklagt werden die Akteur*innen des NSU-Komplex mitsamt ihrer institutionellen Einbettung.
* Beklagt werden die Opfer rassistischer Gewalt und das entstandene Leid.
* Eingeklagt wird das Prinzip einer offenen, durch Migration entstandenen Gesellschaft der Vielen.

VORLÄUFIGES PROGRAMM: http://nsu-tribunal.de/programm
TICKETS: Ab Anfang April
SPENDEN: Wir haben noch ein großes Finanzloch. Ermögliche mit deiner Spende die Durchführung des Tribunals http://nsu-tribunal.de/spenden/

Es wird Zeit, dass die Perspektive der Migration eine Perspektive der gesamten Gesellschaft wird!

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19.5.2017 Meuterei/Berlin: Antifa-Tresen | Cocktails für den Aufstand im Nord-Osten!

Cocktails für den Aufstand im Nord-Osten! Antifa-Tresen: Fr, 19.05.2017 | 21:00 Uhr | Meuterei (Reichenberger Straße 58 / Kreuzberg)

Da die North-East Antifascists [NEA] aufgrund ihrer mannigfaltigen politischen Aktivitäten chronisch Pleite sind und sich neue Finanzierungskonzepte wie der Antifa e.V. als finanzielle Sackgasse erwiesen haben, veranstaltet wir am 19.05.2017 einen Soli-Tresen in der Meuterei. Mit leckeren Cocktails, netten Menschen und zuweilen non-konformen politischen Ansichten. Gegen die neue Melange aus Volk, Nation, Rassismus und Antifeminismus – gibt’s für uns eins: Weg mit AfD und anderen protofaschistischen Organisationen! Cocktails schlürfen für die Regellosigkeit!

Veranstalter*innen: North-East Antifascists [NEA] Banner: [F-Book ] [Twitter]

18.5.2017 SO36/Berlin: Wer sind „Die Identitären“ und was kann gegen sie getan werden?

Die „Identitäre Bewegung“ (IB), obwohl ein recht junges Phänomen der extremen Rechten, hat es bereits zu einiger Aufmerksamkeit gebracht. Ob Boulevardpresse („Der Nazi-Skandal: Vollpfosten schänden das Brandenburger Tor“, Berliner Kurier), die meist gesehene deutsche Nachrichtensendung Die Tagesschau oder die verschiedenen linken Zeitungen: Alle haben schon über die „Identitäre Bewegung“ berichtet. Dabei ist fraglich, ob bei einer Handvoll Aktivisten, auch wenn diese sich immer wieder spektakulär in Szene setzen können, überhaupt von einer „Bewegung“ gesprochen werden kann. Fest steht nur, dass die „Identitären“ in Deutschland von einem sich selbstbespielenden Internetphänomen zu einer aktionistischen Vorfeldorganisation der AfD und zum Steigbügelhalter für ihre Öffentlichkeitsarbeit wurden.
Die „IB“ wird auch weiterhin die Öffentlichkeit suchen und rassistische Hetze und rechtsradikales Denken verbreiten. Hierbei dürfen wir nicht ihrer Selbstinszenierung und Propaganda auf den Leim gehen. Deshalb versuchen wir, uns den Identitären in einem Podiumsgespräch aus verschiedenen Perspektiven zu nähern und hinter ihre heroische Fassade zu blicken. Zugleich wollen wir besprechen, was gegen diesen „Haufen stramm rechter Vollpfosten“ (Berliner Kurier) unternommen werden kann.
Hierfür haben wir eingeladen:

Prof. Micha Brumlik, er wird über die historischen Bezugspunkte und Symboliken der Identitären vortragen.
Stefanie Lohaus ist Herausgeberin des feministischen Missy Magazin. Im November wurde ein Podiumgespräch mit ihr zu „Frauen und Geschlechterbilder bei AfD und Pegida“ von Identitären gestört.
Michael Trube von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin wird uns über die Strukturen und das Personal der Identitären aufklären.
Und mit Christine Schneider von der Interventionistischen Linken Berlin wollen wir über eine mögliche Praxis gegen die Identitären sprechen
Moderation: Dr. Gerd Wiegel

Einlass: 19:30; Beginn 20:00 Uhr
Kosten: 2,00 Euro / ermäßigt 1,00 Euro

[B] [NEA]-Tresen: #NoTddZ in Karlsruhe

#NoTddZ in Karlsruhe
#NoTddZ in Karlsruhe
Antifa-Tresen und Info- & Mobi-Veranstaltung:
Do, 18.05.2017 | 20:00 Uhr | Bandito Rosso (Lottumstraße 10A / Prenzlauer Berg)

Veranstalter*innen: North-East Antifascists [NEA]
Mehr Infos zur Gegenmobi: notddz.suedwest.mobi

In diesem Monat gibt es bei unserem Tresen ein Info-Veranstaltung zum Naziaufmarsch “Tag der deutschen Zukunft”, der dieses Jahr in Karlsruhe stattfindet und dem Gegenprotest dazu. Im Juni 2017 steht Karlsruhe mit dem sogenannten “Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ) eine der größten Nazidemonstrationen bevor, zu der Neonazis aus der gesamten Bundesrepublik sowie dem europäischen Ausland erwartet werden. Hinter diesem Aufmarsch steckt eine Initiative, die seit nunmehr 9 Jahren zum TddZ aufruft. Unter dem Motto AB IN DEN SÜDEN! wird von Berlin aus zu #NoTddZ mobilisiert. Seid dabei und sichert euch eines der begehrten Tickets zur gemeinsamen Anreise. Im Anschluss wird es wie immer die Möglichkeit geben, ins Gespräch zu kommen und Fragen/ Wünsche zu klären.

16.5.2017 Café HausZwei/Freiland in Potsdam: Demokratiebewegung und Antifa in Brandenburg

vor 1989 und danach
Bücherpräsentation mit anschließender Diskussion

Im Verlauf der 1980er Jahre entstanden vor allem in den ostdeutschen Städten vielfältige zivilgesellschaftliche und oppositionelle Gruppierungen, deren Wirken maßgeblich zum Sturz des SED-Regimes beitrug. Eine davon war die alternative Antifa-Bewegung, die sich zu einem eigenständigen Faktor innerhalb der DDR-Oppositionsbewegung entwickelte. Das Engagement der vorwiegend subkulturell geprägten Jugendlichen und jungen Erwachsenen besaß dabei eine doppelte Zielrichtung: zum einen gegen den realsozialistischen Ordnungsstaat, zum anderen gegen die neonazistische Ideologie und Gewalt der extremen Rechten. Nach 1989 veränderten sich vor dem Hintergrund der Transformation und der spezifisch ostdeutschen Politik die Themen, Strukturen und Rahmenbedingungen der Zivilgesellschaft. In diesem Zusammenhang bildeten auch die Antifa-Gruppen im Osten der Republik ein eigenes Profil heraus, das sie bis heute von ihren Pendants in den alten Bundesländern unterscheidet.

Die AutorInnen und HerausgeberInnen zeichnen die Entwicklung der Demokratie- und Antifa-Bewegung am Beispiel Brandenburgs und Potsdams nach und diskutieren Besonderheiten dieser politischen Bewegungen.

AutorInnen und HerausgeberInnen:
Jutta Braun (Historikerin, ZZF Potsdam), Christin Jänicke (Erziehungs- und Sozial-wissenschaftlerin, Universität Potsdam), Benjamin Paul-Siewert (Soziologe und Erziehungs-wissenschaftler) und Peter Ulrich Weiß (Historiker, ZZF Potsdam)

Veranstalterin und Moderatorin:
Isabelle Vandré (MdL Fraktion DIE LINKE Brandenburg)

Peter Ulrich Weiß/Jutta Braun: Im Riss zweier Epochen. Potsdam in den 1980er und frühen 1990er Jahren, ca. 540 Seiten, be.bra Wissenschaft Verlag Berlin, ISBN: 978-3-95410-080-4.

Christin Jänicke/Benjamin Paul-Siewert (Hrsg.): 30 Jahre Antifa in Ostdeutschland. Perspektiven auf eine eigenständige Bewegung, ca. 200 Seiten, Westfälisches Dampfboot Münster, ISBN: 978-3-89691-102-5.

Beginn: 19.00 Uhr