Schlagwort-Archiv: nsu

24.10.2014 Mehringhof/Berlin: 3 Jahre Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex: Eine Bilanz

Ein Gespräch über die Aufarbeitung der NSU-Mordserie in den letzten drei Jahren zwischen Özge Pinar Sarp von NSU-Watch/apabiz und der Rechtsanwältin Anna Luczak, moderiert von Elif Amberg. Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der vom Bündnis gegen Rassismus organisierten Demo am 1.11.2014 anlässlich des dritten Jahrestags der Selbstaufdeckung der rechten Terrorzelle NSU.

Anna Luczak, die im NSU-Prozess die Nebenklage unterstützt, gibt einen kurzen Abriss über die neuesten Entwicklungen im Prozess und berichtet von den juristischen und politischen Möglichkeiten, mehr über die Hintergründe der Mordtaten herauszufinden. Özge Pinar Sarp wiederum reflektiert die Auseinandersetzung mit dem NSU in der migrantischen Community. Dabei wird auch die mediale Berichterstattung reflektiert.
Die Veranstaltung richtet sich sowohl an diejenigen, die über den NSU-Komplex noch nicht so viel wissen, bietet aber auch Raum für tiefergehende Fragen und Diskussionen. (Veranstaltung in deutscher Sprache, bei Bedarf auch türkische Übersetzung)
 

Ort: Mehringhof, Versammlungsraum (U Bahnhof Mehringdamm)

1.11.2014 Berlin: Demo im Gedenken an die Opfer des NSU

NSU-Terror: Staat und Nazis Hand in Hand – Rassismus in der Gesellschaft bekämpfen! Demonstration: 01.11.2014 | 13:30 Uhr | S/U-Bahnhof Gesundbrunnnen / Hanne-Sobeck-Platz (Wedding) Veranstalter*innen: Bündnis gegen Rassismus Aufruf / Çağrı: deutsch | türk Anlässlich des 3. Jahrestages des “Auffliegens” der rechten Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) ruft ein breites Bündnis zu einer Gedenk-Demonstration an die Opfer des NSU auf. Gleichzietig wendet sich die Demonstration gegen das Schweigen des Staates zum NSU und das Fortbestehen rassistischer Zustände. Wir gedenken: Abdurrahim Özüdoğru, Enver Şimşek, Habil Kılıç, Halit Yozgat, İsmail Yaşar, Mehmet Kubaşık, Mehmet Turgut, Süleyman Taşköprü und Theodoros Boulgarides. Rassismus tötet! Deshalb fordern wir: + Einrichtung eines unabhängigen Kontrollgremiums zur Bekämpfung von Rassismus in staatlichen Institutionen! + Straßenumbenennungen im Sinne der Angehörigen der Ermordeten! + + Lückenlose Aufdeckung der Kooperation staatlicher Institutionen mit dem NSU-Netzwerk! + Abschaffung aller Geheimdienste! + Abschiebungen stoppen, Abschaffung der Lager und Bleiberecht für alle! + Abschaffung aller rassistischen Sondergesetze! + Racial Profiling stoppen! +

Unterstützer*innen des Aufrufes: North-East Antifascists [NEA], AKEBI e.V. — Allmende e.V. — *andere zustände ermöglichen — Antirassistische Initiative (ARI) — Bündnis gegen Rassismus — Café Cralle — DIDF-Berlin — DurDe! Deutschland — GLADT e.V. — Hände weg vom Wedding! — Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak B. — Lesbenberatung Berlin e.V. — Migrantengruppe Wedding — Migrationsrat Berlin-Brandenburg e.V. — ReachOut

Weiter

15.10.2014 Helle Panke/Berlin: Wie viel V-Mann war der NSU?

Rechter Terrorismus und Geheimdienste V-Mann „Tarif“, V-Mann „Corelli“, V-Mann „Otto“, V-Mann „Hagel“, V-Mann „Küche“, V-Mann „Piatto“ – dies sind nur einige der bekannt gewordenen V-Männer unterschiedlicher Geheimdienste im nahen und weiteren Umfeld des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU). Der NSU war die neonazistische Terrorgruppe, welche hinter den Morden an neun Migranten und einer Polizistin, drei Bombenanschlägen sowie etlichen Raubüberfällen stecken soll. Die linke Innenpolitikexpertin im Bundestag, Martina Renner, vermutet, dass es noch weitere staatliche Spitzel im engsten Umfeld des NSU oder sogar unter den Terror-Unterstützern gab, die den Untersuchungsausschüssen vorenthalten wurden. Dirk Laabs ist neben Stefan Aust der Autor des Buchs „Heimatschutz“. Auf über 800 Seiten wird darin die Geschichte der NSU-Protagonisten sowie der verschiedenen V-Männer erzählt. Laabs und Renner werden an diesem Abend der Frage nachgehen, „Wie viel V-Mann war der NSU“?

Ort: Helle Panke, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

5.4.2014 Berlin: Demonstration zum 2. Jahrestag des Mordes an Burak Bektas

5. April 2012 vor dem Krankenhaus Neukölln: Ein Täter feuert fünfmal wortlos in eine Grup­pe Ju­gend­licher: Burak stirbt noch am Tatort, Jamal und Alex werden schwer verletzt. Es gibt keine Er­klä­rung – aber wir fragen uns: War Ras­sis­mus wie­der das Motiv?

We­ni­ge Mo­na­te nach dem Be­kannt­wer­den des NSU sind die Par­al­le­len mehr als of­fen­sicht­lich. Ob­wohl wir nicht wis­sen, wer der Täter war, be­fürch­ten wir, dass es sich um einen ras­sis­ti­schen Mord­an­schlag ge­handelt hat. Der Täter läuft auch nach zwei Jahren noch immer frei herum. Von Sei­ten der Po­li­zei und der Be­hör­den gibt es kei­ner­lei In­for­ma­tio­nen. Nach den NSU-Mor­den haben wir ge­lernt: Es reicht das Schweigen und die Igno­ranz der Mehr­heit, wäh­rend die Min­der­heit be­droht und an­ge­grif­fen wird. Diese Stra­te­gie darf nicht auf­ge­hen!

Wir rufen euch zur So­li­da­ri­tät mit der Fa­mi­lie, sowie den Freun­din­nen und Freun­den von Burak auf. Lasst uns ge­mein­sam Burak ge­den­ken.

Sizi iki sene önce haince öldürülen ve faili hala bulunmayan! Burak‘ın ailesini arkadaşlarını yanlız bırakmamaya ve onlarla dayanışmaya davet ediyoruz. Gelin O‘nu hep birlikte analım.
Burak cinayetinin faili meçhul kalmasına seyirci kalmayalım.
Susmayacağız, unutturmayacağız, aksine katilin bulunmasında direteceğiz.

1.2.2014 Spartacus/Potsdam: Antifa United Soliparty- eine neue Runde…

 01. Feburar 2014 | 19.30 Uhr | Spartacus Potsdam

Das dritte Jahr in Folge erwartet euch am 01. Februar eine besondere Veranstaltung im Spartacus. Das Antifaschistische Pressearchiv Potsdam (APAP) wird wie gewohnt seine alljährliche Chronik neonazistischer Aktivitäten 2013 veröffentlichen und außerdem wird es dieses Mal einen kleinen Einblick in die Arbeit des Verfassungsschutzes in und um Potsdam aus dem Umfeld der Betroffenen geben. In diesem Jahr sind zwar weniger neonazistische Aktivitäten zu verzeichnen gewesen, dennoch sind Neonazis in Einzelaktionen in Erscheinung getreten. Rund um die Bundestagswahl gab es außerdem Wahlkampfstände von einschlägigen Parteien wie NPD und Pro Deutschland. Der Kampf gegen neonazistisches Gedankengut darf also keinesfalls an Stärke verlieren. Es muss weiterhin für eine breite antifaschistische Gegenkultur eingetreten werden! Und während vor den Türen von Potsdam NSU-Unterstützer_innen ihr Unwesen treiben und NSU-Morde mysteriöser Weise unentdeckt bleiben, überwacht der Brandenburger Verfassungsschutz zu welchen Hits auf linken Partys in Potsdam getanzt wird. Diese und andere Skandale des Verfassungsschutzes werden im zweiten Vortrag thematisiert. Um auch dieses Jahr weiter arbeiten zu können, erhoffen wir uns durch die anschließende Soliparty das nötige Kleingeld zusammen zu bekommen. Ab 22.00 Uhr erwartet euch unsere bunte Antifa Kirmes mit Spiel, Spaß, Spannung und einer ganz besonderen Mitternachts-Überraschung! Selbstverständlich darf danach zur Musik unserer Lieblings-Antifa-DJs getanzt werden. Wir freuen uns auf euch! Antifa United – Never divided

★ 8.12.2013: Blauweißbunt in Leipzig ★

Kein Fuß­ball den Fa­schis­ten

Am 8. De­zember spielt der SV Ba­bels­berg 03 im Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on gegen den 1. FC Lok Leip­zig. Es ist der erste Spiel­tag der Rück­run­de in der Re­gio­nal­li­ga-​Sai­son 2013 / 2014. An die­sem Tag geht es aber um weit mehr als um drei Punk­te in der Meis­ter­schaft.

Als der 1. FC Lok Leip­zig am 3. Au­gust 2013 im Karl-​Lieb­knecht-​Sta­di­on zu Gast war, hat­ten die an­ge­reis­ten Leip­zi­ger of­fen­sicht­lich wenig In­ter­es­se daran, ihren Ver­ein zu un­ter­stüt­zen. Meh­re­re Dut­zend stürm­ten nach ihrer An­kunft den Gäs­te­block. Beim Ein­zug hul­dig­ten ei­ni­ge in Ge­sän­gen den mi­li­tan­ten Nazis vom Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grund (NSU), der Bom­ben­an­schlä­ge ver­übt und min­des­tens zehn Men­schen er­mor­det hat. Noch vor dem An­pfiff grif­fen ei­ni­ge Lok-​Hoo­li­gans den Heim­block an. Wäh­rend des Spiels skan­dier­te ein nicht un­er­heb­li­cher Teil der Gäs­te­kur­ve immer wie­der an­ti-​an­ti­fa­schis­ti­sche, ras­sis­ti­sche, an­ti­zi­ga­nis­ti­sche, ho­mo­pho­be und se­xis­ti­sche Pa­ro­len, die im Schlacht­ruf „Wir sind Lo­kis­ten – Mör­der und Fa­schis­ten“ kul­mi­nier­ten. Au­ßer­dem stürm­ten ei­ni­ge Gäste den Platz und sorg­ten für eine Spiel­un­ter­bre­chung. (mehr…)

Scortesi

03Nuller_innen

5.12.2013 SO36/Berlin: Theater: »V wie VerfassuNgsSchUtz«

Laut Angabe des Verfassungsschutzes sind Drei Viertel der Bevölkerung von der Notwendigkeit des Inlandgeheimdienstes überzeugt. Doch die jüngsten Verwicklungen in die Mordserie des NSU werfen Fragen auf. Wie konnte das Neonazitrio dreizehn Jahre lang vor den Augen des Verfassungsschutzes ungehindert morden? War es Unfähigkeit oder bewusstes Kalkül?

Dem Verfassungsschutz nahe zu kommen scheint unmöglich, also folgt das nö-theater aus Köln den tödlichen Spuren des NSU durch die Republik und entwickelt aus den Eindrücken ein Theaterstück.

Verfassungsschutz? Abschaffen! Zu dem Schluss kommt auch das nö theater in seinem Stück »V wie VerfassuNgsSchUtz« Im SO36 wird eine bisher einmalige Aufführung – organisiert von Barrio Antifa & ALB – in Berlin stattfinden.

Donnerstag | 05.12.2013 | SO36 (Oranienstrasse 190)
19:30 Einlass & 20:30 Beginn (pünktlich!)

Tickets: VVK: 8 Euro | AK: 10 Euro /// Vorverkauf ab 01.11.2013 bei: Disorder Rebel Store (Mariannenstr. 49, 10999 Berlin) & Red Stuff (Waldemarstr.110, 10997 Berlin)

Mittwoch, 04.12.2013 in Göttingen: Junges Theater, Hospitalstraße 6, Einlass 19 Uhr | Beginn 19.30 Uhr, Infos: Antifaschistische Linke International

Weiter Lesen

2.&16.11.2013: Demos zu NSU und VS in BaWü

Im November 2013 jährt sich das Auffliegen der faschistischen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zum zweiten Mal. Die aus rechten Strukturen stammenden Mörder sind jahrelang durch die BRD gezogen und haben zum Teil unter den Augen staatlicher Geheimdienste neun Menschen getötet und mit mindestens zwei Bombenanschlägen viele weitere verletzt. Das Motiv der Täter war ein tiefsitzender rassistischer Hass auf Migrant*innen.
Zahlreiche Hintergründe sind jedoch weiterhin ungeklärt. Wie tief waren staatliche Stellen mit dem NSU und deren Umfeld verstrickt. In diesem Zusammenhang spielt die Neonaziszene in Südwestdeutschland eine wichtige Rolle, zahlreiche Spuren des NSU führen in die Region. Im November 2013 finden Demonstrationen in Heilbronn (2.11.) und Schwäbisch Hall (16.11.) statt. Infos zu Veranstaltungen | Antifa Heilbronn

2./16.11. – Rassismus bekämpfen! Verfassungsschutz auflösen!
• Heilbronn: 2. November | 13 Uhr | Theresienwiese 
• Schwäbisch Hall: 16. November| 11 Uhr | Nähe Bonhoefferplatz
Weiter Lesen

2.11.2013 Berlin: Demo: Zwei Jahre nach der Selbstenttarnung des NSU

NSU-Terror: Nazis und Staat Hand in Hand – Das Problem heißt Rassismus

Zwei Jahre nach dem Bekanntwerden der NSU-Hinrichtungen ziehen wir Bilanz: Die Chronik des gesamten Ermittlungsverfahrens der letzten 15 Jahre offenbart, wie Spuren zu den eigentlichen Täter_innen systematisch missachtet wurden. Die Ermittlungen staatlicher Behörden richteten sich stattdessen gegen die Ermordeten und deren Angehörige. Aktenvernichtungsskandale, verschleiernde NSU-Debatte im Berliner Innenausschuss, unhinterfragte Wahrnehmung des NSU als Trio, lügende Beamt_innen vor Untersuchungsausschüssen und vieles mehr, zeigen, dass es von Seiten des Staates keinen Aufklärungswillen gibt.
 
Anlässlich des 2. Jahrestags der Selbstenttarnung des NSU ruft das Bündnis gegen Rassismus  zu einer Demonstration gegen Geheimdienste & Rassismus und für eine solidarische Gesellschaft auf.
 
Demo am 02. November 2013, 12 Uhr
Berlin | Platz der Luftbrücke (Tempelhof) bis Brandenburger Tor
 

26.10.2013 Leipzig: Remembering means fighting! – Für ein aktives Gedenken an alle Opfer rechter Gewalt!

Am 24./25.10.2013 jährt sich zum dritten Mal die Nacht in der Kamal von zwei Nazis erstochen wurde. Kamal musste sterben, weil er nicht in das rassistische Weltbild seiner Täter passte. Seine Angehörigen, Freund_innen und antirassistisch Engagierte erreichten das, was seit 1990 in den seltensten Fällen geschehen ist. Der Mord an Kamal wurde vom Gericht als rassistisch motiviert anerkannt. In der Folge wurde der Mord an Kamal in die offizielle staatliche Statistik rechts motivierter Morde aufgenommen. 

Bundesweit zählen Journalist_innen mehr als 150 rechts motivierte Morde seit 1990, offiziell werden von der Bundesregierung lediglich 63 anerkannt. Für Leipzig ergeben aktuelle Recherchen sechs rechts motivierte Morde und weitere drei Verdachtsfälle. Damit steht Leipzig bundesweit nach Berlin an zweiter Stelle. Neben Kamal werden in Leipzig Nuno L. (1998: verstarb an den Folgen eines Angriffs nach einem verlorenen EM-Spiel des deutschen Fußballteams) und Achmed B. (1996: ermordet vor einem Gemüseladen auf der Karl-Liebknecht-Str.) offiziell anerkannt. Die Anerkennung des rassistischen Tatmotivs im Fall von Achmed B. erfolgte jedoch erst über 15 Jahre später Anlass dafür war die Aufdeckung der Mordserie des NSU, infolgedessen auch der Druck auf sächsische Behörden zu groß geworden war, weshalb eine erneute Prüfung rechter Gewalttaten veranlasst wurde. 

Es sind vor allem die Opfer sozialdarwinistischer oder homophober Gewalt, die weiterhin, auch gerade in Leipzig, durchs Raster fallen. Und es ist eine Verflechtung aus Behörden, Justiz und offizieller Politik, die rechts motivierte Gewalt systematisch verharmlost, leugnet und unter den Teppich kehrt. Diese Spirale lässt sich nur verstehen, wenn sich die tiefe Verankerung von menschenfeindlichen Einstellungen in dieser Gesellschaft vergegenwärtigt wird. Auch das Handeln der Institutionen ist durch diese Denkweisen geprägt. Die Nachrichten über den „Nationalsozialistischen Untergrund“ schockierten, aber nicht, wie so genannte „Extremismusexpert_innen“ meinten, weil Nazis organisiert morden, sondern weil sie dies über Jahre hinweg unerkannt tun konnten. Ermöglicht wurde ihnen dies durch eine rassistische Stimmung, die die Taten der „Dönermörder“ in „innertürkische Konflikte“ und „Milieukriminalität“ umdeutete. Bezeichnungen wie „Dönermörder“ und „Soko Bosporus“ sind nur die oberflächlichsten Ausdrücke dafür. Auch deshalb ist es eine Farce, wenn jene „Expert_innen“ von einer „neuen Qualität“ rechter, rassistischer und menschenverachtender Gewalt seit des NSU reden. Nazis morden nicht erst, seit es die so genannte „Zwickauer Zelle“ gab.

Weiter