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7.5.2014 Rosa-Luxemburg-Stiftung/Berlin: Die Erfindung präsentischer Demokratie

Soziale Bewegungen und neue Formen der Organisierung

Inmitten lebensgefährdender Austeritätspolitiken entstehen in Europa seit einiger Zeit in sozialen Bewegungen, auf Plätzen und an anderen Orten neue demokratische Praxen. Ausgangspunkte dieser Praxen ist die wechselseitige Verbundenheit unterschiedlicher Menschen miteinander als Grundlage politisch-partizipativen Handelns, aber auch der Austausch über Möglichkeiten und Bedingungen verschiedener Lebensweisen. Der gemeinsame soziale Raum wird über nationalstaatliche Begrenzungen hinaus wahrgenommen.

Diese Praxisformen werden von vielen Akteur_innen als konstituierender Prozess verstanden, der nicht auf  eine Reform der herrschenden repräsentativen Demokratie zielt, sondern die lineare Zeitlichkeit und Formen traditioneller Organisationspraxen durchbricht. Es geht um Widerstand gegenüber den herrschenden sozialen, ökonomischen und politischen Realitäten der Gegenwart, zugleich um die Verteidigung, ja um die Neuerfindung  einer veränderten Gegenwart – um die Erfindung der präsentischen Demokratie.

Kommentare von Alex Demirovic und Mario Candeias

Isabell Lorey ist derzeit Fellow des Instituts für Gesellschaftsanalyse der RLS. Sie arbeitet in den Bereichen politischer Theorie, Gesellschaftstheorie und queer-feministischer Theorie. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Prekarisierung von Arbeit und Leben im Neoliberalismus; gesellschaftliche Reproduktion; neue Formen von Demokratie durch soziale Bewegungen; kritische Demokratietheorie; biopolitische Gouvernementalität und politische Immunisierung (siehe eipcp.net/bio/lorey).

Aktuelle Monografien: Die Regierung der Prekären, mit einem Vorwort von Judith Butler, Wien 2012; Figuren des Immunen. Elemente einer politischen Theorie, Zürich, Berlin 2011.

von

RLS

mit Isabell Lorey

Datum & Uhrzeit

07.05.2014 – 17:00

Ort

Rosa-Luxemburg-Stiftung

Franz-Merhing-Platz 1

Berlin