Russland: Antifaschisten unerwünscht

Nishni Nowgorods »Zentrum zur Bekämpfung des Extremismus« verfolgt russische Aktivisten

Am Freitag soll in Nishni Nowgorod unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Prozess gegen die Antifaschisten Artjom Bystrow, Pawel Kriwonossow, Albert Gainutdinow und Dmitri Kolessow beginnen.

Den Beschuldigten wird die Bildung einer extremistischen Gruppe namens »Antifa-RASH«, Rowdytum, Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen. Die Angeklagten selbst behaupten, Mitarbeiter des örtlichen »Zentrums zur Bekämpfung des Extremismus« (Zentrum E) hätten sowohl die Gruppe erfunden als auch vermeintlich Geschädigte und Zeugen zu Falschaussagen genötigt. Zwar gab es tatsächlich tätliche Auseinandersetzungen zwischen Antifaschisten und Nationalisten, aber die »Opfer« haben ihre Aussagen während der Ermittlungen mehrfach geändert. »In mehreren Fällen haben meine Mandanten Alibis«, erklärte der Verteidiger Dmitri Dinse. Seiner Auffassung nach versucht die Polizei, durch das Strafverfahren Anhänger der Antifa-Bewegung auszuschalten.

Indirekt werde diese These durch die Art der Ermittlungen gestützt. So habe die Polizei die Wohnung eines Angeklagten in dessen Abwesenheit 40 Minuten lang durchsucht. Ohne Zeugen. Anschließend präsentierten die Beamten einen Mitgliedsausweis der Organisation »Antifa RASH« (Red Anarchist Skinheads), in dem die englische Bezeichnung allerdings falsch geschrieben war. »Dem Untersuchungsbericht zufolge war die Organisation streng hierarchisch aufgebaut, was der Idee des Anarchismus, die ihnen ebenfalls zur Last gelegt wird, jedoch fundamental widerspricht«, sagt Dinse.

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