Rostock: 120 auf Gedenkkundgebung für NSU-Opfer

Abseits von den offiziellen Trauerbekundungen, die am Donnerstag deutschlandweit stattfanden, versammelten sich heute über 120 Antifaschistinnen und Antifaschisten in Rostock-Toitenwinkel. Dort gedachten sie Mehmet Turgut, der am 25. Februar 2004 hier von den Neonazis des NSU ermordet wurde. Auf der Gedenkkundgebung wurden verschiedene Redebeiträge verlesen. Während einer Schweigeminute wurden an einer provisorischen Gedenktafel Blumen und Kerzen abgelegt. Kurz nachdem die letzten Klänge der Trompete verstummt waren und die Veranstaltung für beendet erklärt wurde, machte sich für kurze Zeit Unruhe breit. In mehreren hundert Metern Entfernung hatte sich etwas mehr als ein Dutzend Neonazis formiert. Straßenumbenennung gefordert

Gegen 12 Uhr hatten sich etwas mehr als 120 Antifaschist_innen, Bürger_innen und einige Lokalpolitiker im Neudierkower Weg eingefunden. Vor acht Jahren ist an diesem Ort Mehmet Turgut von den Neonazis des Nationalsozialistischen Untergrunds ermordet worden. Heute erinnert hier nichts mehr an die Tat. Der Weg endet in einer Sackgasse, rings um den tristen Platz befinden sich Plattenbauten. So leer dieser Ort ist, so wenig präsent ist die Erinnerung an den Ermordeten in der Rostocker Bevölkerung. Das Schweigen und Vergessen zu durchbrechen – das war das Ziel der heute Versammelten.

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