Kategorie-Archiv: RASH

Ecuador: Antifa in Freiheit!

Im Mai 2010 wurde der Antifaschist Alvaro Paredes in Ecuador von zehn Faschisten der ANC überfallen und schwer verletzt. Bei der Auseinandersetzung starb einer der Angreifer durch einen Messerstich seines eigenen Messers. Daraufhin wurde Alvaro wegen übertriebener Notwehr mit Todesfolge zu 2 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt. Die Antifaschistische Linke Fürth (ALF) startete im Mai eine Soli-Kampagne um den Genossen finanziell zu unterstützen. Im Juli wurde Alvaro aus dem Gefängnis entlassen

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Generalstreik in Italien

Hunderttausende Menschen haben sich am Dienstag in ganz Italien an einem achtstündigen Generalstreik gegen die milliardenschweren Kürzungspläne der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi beteiligt. »Wir zahlen nicht für diese Krise«, lautete der Slogan der Demonstranten, die sich von Mailand bis Messina an Protestkundgebungen beteiligten. Das Land kam weitgehend zum Erliegen. In der Industrie, im öffentlichen Dienst und im Nahverkehr wurde gestreikt. Auch die Ärzte legten die Arbeit nieder und sicherten lediglich Notdienste. Betroffen waren zudem der Bahn- und Flugverkehr. Allein auf den römischen Flughäfen Fiumicino und Ciampino fielen Dutzende Flüge aus. Der Billigflieger Ryanair mußte etwa 200 Flüge streichen. Nach Angaben des stärksten italienischen Gewerkschaftsverbands CGIL, der zum Streik aufgerufen hatte, beteiligten sich landesweit 58 Prozent der Beschäftigten an dem Generalstreik.

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Russische Nazi-Organisation DPNI endgültig verboten

Am gestrigen 9. August wurde das Verbot der xenophoben Organisation und Sammlungsbewegung Dvizhenie Protiv nelegal’noi Immigrazii (DPNI) durch das Moskauer Landgerichts aus dem April diesen Jahres [1] vom Obersten Gericht der Russischen Föderation endgültig bestätigt. Nach dem Verbot der militanten Naziorganisation Slavjanskij Sojuz [2] mit dem Großmaul Dmitrij Demushkin an der Spitze, die als Slavjanskaja Sila neugegründet wurde, wurde mit der DPNI die größte und aktivste nationalistische Organisation und Sammlungsbewegung als „extremistisch“ verboten, die das gesamte nationalistische Spektrum von Monarchist_innen über klerikale Fundamentalist_innen bis zu militanten Nazis integrieren konnte. Somit tritt das Verbot in Kraft und verbietet jede Betätigung der Mitglieder_innen der DPNI und ihrer Symphatisant_innen innerhalb der Organisationsstrukturen.

 

 

Nach der Entscheidung des Obersten Gerichts erklärte laut Interfax [3] Vladimir Ermolaev, einer der Führer der Organisation, das Ende der DPNI. Außerdem rief er dazu auf, daß „neue Kräfte, neue Ideen neue Projekte und Organisationen“ initiiert werden sollen. Auf der Seite der Organisation werden die Pläne konkretisiert. In einem Artikel wird eine „innernationale Konsolidierung“ gefordert. Aus diesem Grund sollen „regionale Gruppen, Klubs und Organisationen“ gegründet werden. Außerdem wird empfohlen sich vermehrt finanziell und kulturell in der russischen Zivilgesellschaft zu engagieren. Das Ziel wird wie folgt umrissen:

„Unsere Aufgabe ist es eine reale Macht auf der Straße zu werden, unmittelbarer am Russischen Volk zu sein. Unsere Aufgabe ist Einigkeit zu zeigen und eine Alternative anzubieten! Die russische Alternative!“

Trotz der Anwesenheit von Unterstützer_innen der DPNI, die zu einer Soli-Kundgebung vor das Gericht gekommen waren, und der Beteiligung anderer nationalistischer Organisationen äußerten sich offizielle DPNI Füher_innen nicht öffentlich zu neuen Plänen. Von einem vereinigten Bündnis der nationalen Kräfte war bis auf Erklärungen von Demushkin nicht die Rede. So scheiterte das Bemühen des neugegründeten Bündnis „Russkie“ (Russen) [4] des ehemaligen DPNI-Führer Aleksandr Belov (Potkin) und Demushkin für eine nationale Einheitsbewegung erneut.

Aleksandr Baranovskij von der Nazi-Gefangenenorganisation „Russkij Verdikt“ (RV), der bei fast allen Prozessen unter Beteiligung von Nazis anwesend ist, brachte die Entscheidung laut Interfax in einer Pressekonferenz mit den fremdenfeindlichen Pogromen im Dezember 2010 auf dem Moskauer Manegeplatz und in anderen russischen Städten sowie der Verurteilungen im Mordprozess um die Tötung von Stanislav Markelov und Anastasja Baburova [5] in Zusammenhang. Die Beschuldigten Nikita Tichonov, ein militanter Nazi, langjähriger Redakteur des nationalistischen Magazins „Ruskij Obraz“, Gründungsmitglied der gleichnamigen Organisation und in den russischen Blood & Honour Strukturen vernetzt, sowie die vermeintliche „Menschenrechtlerin“ Evegenija Chasis wurden trotz einer massiven und aufwendigen Kampagne von RV zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Außerdem führten die Ereignisse auf dem Manegeplatz nicht zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit xenophoben Tendenzen in der russischen Gesellschaft, sondern zu einer verstärkten Propagierung eines staatsbürgerlichen Nationalismus durch die regierenden politischen Akteure, der an eine „nationale Einheit“ jenseits ethnischer Ausgrenzungen appelliert, wobei Menschen aus den Kaukasischen Regionen weiter als „unrussisch“ und „nichtslawisch“ ausgeschlossen werden.

Mit dem Verbot ist das spektrenübergreifendes Projekt DPNI endgültig gestorben. Es ist allerdings zu befürchten, daß die Protagonist_innen und Strukturen regional weiter existieren werden. Die Gefahr, die von nationalistischen und (neo-) nationalsozialistischen Gruppen ausgeht, ist durch das Verbot nicht geschmälert worden. Militante Nazis prügeln und töten weiter. Terroristische Zellen agieren unabhängig von legalen Strukturen, sind aber zumindest finanziell von Symphatisant_innen auch in der DPNI abhängig und deshalb womöglich trotzdem eingeschränkt. Nicht vergessen werden darf aber, daß schon nach dem Verbot der größten Nazi-Organisation Russkoje Nazional’noe Edinstvo (RNE) mit paramilitarischen und zum Teil terroristischen Gruppen zwar die Bewegung zerplitterte sich jedoch in neuen Organisationen wie dem Slavjanskij Sojuz von Demushkin und der DPNI schnell wieder sammeln konnte.

Die DPNI darf mit dieser Entscheidung nicht mehr öffentlich auftreten. Offizielle Anmeldungen von Kundgebungen und Demonstrationen sind nicht mehr möglich. Damit könnte die Durchführung des sogenannten landesweiten „Russischen Marsches“, an dessen Organisation die DPNI und der Slavjanskij Sojuz maßgeblich beteiligt sind und waren, am 4. November massiv gefährdet sein und womöglich erstmals seit 2005 nicht stattfinden. Oder die Bewegung „Russkij Obraz“ und ihre Verbindungen sowohl zu Autonomen Nationalist_innen, Freien Nazis, klerikalen Nationalist_innen und zu kremlnahen Organisationen übernimmt die Organisation. Sehr viel wahrscheinlicher ist aber, daß die staatsloyalen Jugendorganisationen nun konkurrenzlos staatlich geförderte „Russische Märsche“ veranstalten können.

 

 

[1Anker] siehe http://linksunten.indymedia.org/de/node/37501

[2Anker] siehe http://linksunten.indymedia.org/de/node/33955

[3Anker] siehe http://www.interfax.ru/politics/txt.asp?id=202828

[4Anker] siehe http://linksunten.indymedia.org/de/node/38002

[5Anker] zum Mord an Markelov und den Täter_innen siehe http://aka.blogsport.de/2009/11/27/die-moerder-von-markelov-und-baburova

Quelle: http://linksunten.indymedia.org/de/node/44942

(London) Krawalle nach tödlichen Polizeischüssen

Am Donnerstag, den 4. August, starb im Londoner Stadtteil Tottenham der 29-Jährige Mark Duggan durch Polizeikugeln. Medien und Behörden behaupten, dass gegen Duggan Ermittlungen wegen Bandenkriminalität liefen, weshalb er am besagten Tag in einem Taxi gestoppt wurde. In dem darauf folgenden Schusswechsel wurde Duggan getötet und ein Bulle verletzt.

Samstagabend kam es nach einer Demonstration vor einer Bullenwache zu stundenlange Auseinandersetzungen im Viertel. Streifenwagen wurden in Brand gesteckt, Geschäfte geplündert und angezündet. Ein Doppeldeckerbus und mehrere Fahrzeuge erfuhren ein ähnliches Schicksal. Einige Bullen wurden verletzt, als die wütende Masse versuchte sie aus dem Viertel zu vertreiben.

Wieder einmal spiegelt sich die Wut und Trauer der Freunde und Angehörigen des Erschossenen in einem kollektiven Wutausbruch wieder. Ein Wutausbruch aufgrund der Verhältnisse, welche die Leute dort, genauso wie hier, jeden Tag unterdrücken und die Gewalt der Kettenhunde der Herrschenden spüren lässt. Nicht nur die permanente Präsenz der Bullen, die damit verbundenen Kontrollen und ihre Kameras auf den Straßen und Plätzen, sondern auch die immer größer werdende Perspektivlosigkeit und die dadurch entstehende Resignation gegenüber dem Bestehenden tragen ihren Teil bei. Ein Wutausbruch, bei dem polizeiliche Todesschüsse nur der letzte Tropfen auf dem Fass sind, welches eh schon permanent droht über zulaufen. Ein brodelnder Kessel, bei dem ein kleiner Funke reicht um alles zum Überkochen zu bringen.

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Und: London Riots Calling: The Guns of Tottenham

Liveberichte auf BBC
Brennende Häuser, über 200 FestnahmenKrawalle in London eskalieren

Gezielte Messerattacke beim RASH-Nighter in der Astra-Stube!

RASH Weltkugel BannerNachdem die Astra Stube Neukölln und dessen Wirt in der Vergangheit schon mehrfach Ziel verschiedener Angriffe war (eingeschlagene Scheiben, zerstochene Reifen bzw. abgebrannter Pkw des Wirtes vor der Tür, Nazisprühereien…) kam es gestern Abend (in der Nacht von Samstag auf Sonntag) während des RASH Nighters zu einem neuen erschreckenden Höhepunkt.

Während sich gestern Nacht gegen 0:30 Uhr ein Großteil der ca. 40 Gäste noch vor der Astra Stube aufhielten, betrat ein ca. 25-jähriger Mann in gebeugter Haltung (wohl um nicht so gut erkannt zu werden) den Laden, winkte den Wirt in den Durchgang neben der Theke und stiess unverzüglich ein ca. 25 cm langes Messer in dessen Richtung. Intuitiv liess sich der Angegriffene in diesem Moment glücklicherweise nach hinten fallen und konnte so trotz offensiver Ausholbewegung des Angreifers dem Messerstich knapp entgehen. Dank dieses Instinktes blieb es bei einer demolierten Brille, einigen Blessuren und einem geschocktem Zustand.
Die Verfolgung wurde sofort aufgenommen, allerdings war es nicht mehr möglich den Angreifer zu stellen. Nachdem er auf einen weitläufigen, dunklen Hinterhof geflüchtet war, wurde die Verfolgung abgebrochen, da er nach wie vor mit dem Messer bewaffnet war.

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18.8.2011 Bandito Rosso/Berlin: RASH-/NEA-Tresen

RASH Weltkugel

Passend zur momentanen Situation in England zeigen wir euch beim RASH-Tresen die beiden englischen Filme Fish Tank und Wasp – es geht vor allem um die soziale Misere in der englischen Unterschicht und auch um das Thema alleinerziehende Mütter:

Auf unserem heutigen RASH-und NEA-Tresen präsentieren wir euch den sozialkritischen Film „Fish Tank“ (Start: 20:30 Uhr)– ein kleines Meisterwerk des Kitchen-Sink-Realismus…

Als Vorfilm gibt es den preisgekrönten Kurzfilm „Wasp“ welcher von der schwierigen Situation vieler alleinerziehender Mütter handelt. Im Anschluss daran gibts Mucke (von Streetpunk bis Skinheadreggae) vom Band. Außerdem gibt es vegane Verköstigung, Longdrinks und Kicker for free! Eintritt frei! Beginn: 20.00 Uhr

Lottumstr. 10a, 10119 Berlin-Prenzlauer Berg

Anfahrt:
U2 bis U-Bhf. Rosa – Luxemburg – Platz
U2 bis U-Bhf. Senefelder Platz
U8 bis Rosenthaler Platz
Straßenbahn bis Rosa – Luxemburg – Platz
Straßenbahn bis Rosenthaler Platz

6.8.2011 Astra Stube/Berlin: Reggae from the ghetto Nighter

Unser monatlicher „Reggae from the ghetto“-RASH-Nighter findet dieses Mal in der Astra-Stube in Neukölln statt. Es legen Chefhörer, Smart Soul und weitere Gäste für euch auf – von Skinheadreggae über Rocksteady bis Soul!

Beginn: 21.00 Uhr
Open End!

Astra-Stube

Unmut wird Wut: Bewegungen gegen die Krise in Italien

Wie in anderen Ländern in und außerhalb Europas (siehe die jüngsten Auseinandersetzungen in Nordafrika) kam es auch in Italien in den letzten Monaten zu sozialen Kämpfen, wie es sie quantitativ und qualitativ schon lange nicht mehr gegeben hat. Schon vor zwei Jahren waren tausende Studierende in der Bewegung »Onda Anomala«1 gegen die fortdauernde finanzielle Austrocknung der Unis (die berüchtigten Einschnitte am staatlichen Finanzierungsfonds im Haushaltsentwurf vom Sommer) auf die Straße gegangen – und hatten sich dort in die viel breitere Mobilisierung von MittelstufenschülerInnen und LehrerInnen der Primar- und Sekundarstufe gegen die Schulreform von Ministerin Gelmini eingereiht.

Trotzdem schaffte es die Bewegung nicht, die weitergehende gesellschaftliche Unzufriedenheit aufzunehmen (auch die gegen die Berlusconi-Regierung gerichtete legalistische Linke begleitete etwa im Gewand der Zeitung La Repubblica nur die ersten Schritte der Bewegung), sie blieb somit isoliert und verschwand nach dem Herbst in der Versenkung, ohne viel erreicht zu haben.

Mit der Verschärfung der Krise 2010 fanden dann jedoch mehr oder weniger stille Kämpfe statt: am oder für den Arbeitsplatz, zum Schutz der Umwelt (Aquila, Terzigno) oder in diffuser Weise gegen die Regierung. Der mutige Versuch der FIAT-ArbeiterInnen in Pomigliano, sich der Erpressung durch den Vorstandschef Marchionne zu widersetzen, sticht besonders hervor. Dieser drohte, das Werk zu verlagern, und machte damit massiv Druck gegen die gewerkschaftlichen Vertretungen und für noch miesere Arbeitsbedingungen.

Die Gewerkschaften FIM-CISL und UILM-UIL kollaborierten im Wesentlichen und ließen die FIOM (die Metaller-Abteilung der CGIL) und die Basisgewerkschaften im Stich. Diese erhielten aber Unterstützung und Zustimmung aus weiten Teilen des Landes. […]

Die soziale Bewegung in Ägypten dauert an

Eine Revolution wird nicht in 18 Tagen auf dem Platz der Freiheit vollendet, sie ist ein Prozess, der sich nicht auf ein Land beschränken lässt. Im Mittelpunkt der globalen Kampfwelle steht momentan zweifellos Nordafrika. In ägypten gärt die Unruhe weiter – mittlerweile wird von der zweiten oder dritten Revolution gesprochen. Wieder werden im ganzen Land öffentliche Plätze besetzt; diesmal richte sich der Protest gegen die Militärführung an sich, sagen viele der Aktivisten. Ob es bei der Masse der Menschen tatsächlich große Illusionen über den Charakter des Militärs gegeben hat, sei dahingestellt.  [more…]