(London) Krawalle nach tödlichen Polizeischüssen

Am Donnerstag, den 4. August, starb im Londoner Stadtteil Tottenham der 29-Jährige Mark Duggan durch Polizeikugeln. Medien und Behörden behaupten, dass gegen Duggan Ermittlungen wegen Bandenkriminalität liefen, weshalb er am besagten Tag in einem Taxi gestoppt wurde. In dem darauf folgenden Schusswechsel wurde Duggan getötet und ein Bulle verletzt.

Samstagabend kam es nach einer Demonstration vor einer Bullenwache zu stundenlange Auseinandersetzungen im Viertel. Streifenwagen wurden in Brand gesteckt, Geschäfte geplündert und angezündet. Ein Doppeldeckerbus und mehrere Fahrzeuge erfuhren ein ähnliches Schicksal. Einige Bullen wurden verletzt, als die wütende Masse versuchte sie aus dem Viertel zu vertreiben.

Wieder einmal spiegelt sich die Wut und Trauer der Freunde und Angehörigen des Erschossenen in einem kollektiven Wutausbruch wieder. Ein Wutausbruch aufgrund der Verhältnisse, welche die Leute dort, genauso wie hier, jeden Tag unterdrücken und die Gewalt der Kettenhunde der Herrschenden spüren lässt. Nicht nur die permanente Präsenz der Bullen, die damit verbundenen Kontrollen und ihre Kameras auf den Straßen und Plätzen, sondern auch die immer größer werdende Perspektivlosigkeit und die dadurch entstehende Resignation gegenüber dem Bestehenden tragen ihren Teil bei. Ein Wutausbruch, bei dem polizeiliche Todesschüsse nur der letzte Tropfen auf dem Fass sind, welches eh schon permanent droht über zulaufen. Ein brodelnder Kessel, bei dem ein kleiner Funke reicht um alles zum Überkochen zu bringen.

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