Lateinamerikanische Skinheads mit rotem Stern, unterwegs im Auftrag von Karl Marx

Wenn man das Wort Skinheads hört, denken da nicht die meisten gleich an faschistische und rassistische Schlägertrupps, die mit Glatze und schweren Stiefeln grölend durch die Strassen jagen?

In Deutschland ist das sicherlich der Fall! In Lateinamerika sieht es etwas anders aus. Wer hier über dieses Jugendsubkultur spricht, kommt am linken Gedankengut nicht vorbei! Die Skinheadbewegung besinnt sich hier nicht nur auf ihre kulturellen Wurzeln der Musik und Mode, nein sie besinnt sich vor allem politisch auf ihren Ursprung in der Arbeiterklasse. Das Proletariat oder la clase de obreros , befindet sich gerade in der lateinamerikanischen Gesellschaft auf der untersten Stufe. Hier gibt es sie noch, die klar definierten Klassen, und somit auch noch den immer wieder proklamierten Klassenkampf. Eine geringe Schulbildung, auf Grund des wenigen Einkommens, schlechte medizinische Versorgung und Perspektivlosigkeit der Jugend ist keine Seltenheit. Dagegen treten unter anderem vermehrt Skinheads auf.

Viele davon sind Red und Anarchist Skinheads (RASH). Sie haben sich unter anderem den Kampf gegen Faschismus, Kapitalismus und Rassismus auf die Fahne geschrieben. Als Symbol tragen sie die drei parallelen schräg nach unten links zeigenden Pfeile, als Ausdruck des Widerstandes. Da man viele Jugendliche mit der Musik erreicht, wurde am 23. Juni 2005 die „Internationale des Proletarier-Rock“ von den Gruppen Núcleo Terco, Komintern43 und M.A.D. gegründet. Es ist ein Zusammenschluss von Musikgruppen aus Spanien und Lateinamerika(Chile, Peru, Kolumbien, Venezuela, Mexiko und Brasilien), die das marxistische Gedankengut durch ihre Lieder auf das Publikum, das zumeist aus Skinheads besteht, im Stil des gitarrenlastigen Oi! transferieren möchten.
Gemeinsam tauschen sich die Bands untereinander aus und planen politische Veranstaltungen oder Konzerte. Einer dieser Band ist die chilenische militant linke Combo GUARDIA BERMELLÓN, die im Jahre 2006 gegründet wurde. In der Skinheadszene Santiago de Chile fehlte etwas, und zwar politisch eindeutige Musik. Als Jungs de Proletariates und überzeugte Marxisten / Leninisten griffen fünf Jungs zu den Instrumenten und kotzen den Unmut über die soziale Ungerechtigkeit, die sie Tag für Tag am eigenen Leib und der unmittelbaren Umgebung spüren, heraus. Für Saufen, Sex und Schlägereien lassen ihre Texte keinen Platz. Dafür gibt es genügend andere Bands. Sie sehen sich als politisches Werkzeug für den Klassenkampf und der Manifestation zum Sozialismus und Kommunismus.

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