Die skandinavischen Freunde

Der aktionistische Teil der Berliner Neonazi-Szene hält enge Kontakte zu schwedischen Kameraden. Neben gegenseitigen Besuchen wird sich auch logistisch unterstützt.

Als sich am zweiten Dezember-Wochenende hunderte Rechtsextremisten aus ganz Europa in Stockholm versammelten, waren auch wieder einige Deutsche Neonazis unter ihnen. Für den jährlich stattfindenden Marsch zum Gedenken an Daniel Wretström hoben rund 15 Neonazis vom Flughafen Berlin-Schönefeld dorthin ab. Sie verbrachten das ganze Wochenende in Schweden. Wretström wird in der Szene als Märtyrer im Kampf gegen „Multi-Kulti“ verehrt. Er starb bei einer Auseinandersetzung unter Jugendlichen vor zwölf Jahren in einem Vorort von Stockholm.

Unter den Aufmarschteilnehmern waren unter anderem die beiden aus Berlin-Lichtenberg stammenden Aktivisten Björn W. und Oliver O. Die beiden kennen sich aus der verbotenen „Kameradschaft Tor“. O. war erst im vergangenen Jahr aus der Haft entlassen worden. W. betätigte sich in Stockholm wie so oft als „Anti-Antifa“-Photograf. Als Nachfolge-Projekt des Umfelds der „Kameradschaft Tor“ erscheint seit 2005 das Internetprojekt „nw-berlin.net“. Neben der traditionellen Verherrlichung des Nationalsozialismus und Berichten über eigene Aktionen finden sich dort vor allem Recherchen über politische Gegner.

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