(B) Demo für Schokoladen

Heute haben in Berlin rund 500 Unterstützer_innen für den Erhalt des Schokoladens und das Rechts auf Stadt demonstriert. Zeitgleich gab es Demonstrationen in Leipzig und Hamburg.
Rund 500 Unterstützer_innen des Schokoladens haben heute in Berlin für den Erhalt von sozialen und kulturellen Projekten und das Recht auf Stadt demonstriert. Zeitgleich fanden Demonstrationen in Leipzig und Hamburg statt. Gemeinsam mit zahlreichen Berliner Haus- und Kulturprojekten, linken Gruppen und Antifa-Strukturen hatte das Bündnis „Schokoladen verteidigen!“ zur Demonstration „Schokoladen verteidigen! Gemeint sind wir alle!“ aufgerufen.

Neben dem Schokoladen, dessen angekündigte Räumung nach öffentlichem Druck ausgesetzt worden war, wurde die Situation zahlreicher anderer bedrohter Projekte und Freiräume deutlich gemacht. So hat die Kirche von Unten (KvU), ein Projekt, dass seit 1987 im Kiez fest verankert ist, eine Kündigung bis zum Ende des Jahres erhalten. Auch das Hausprojekt in der Linienstraße 206 sieht nach einem erneuten Eigentümerwechsel und dem Scheitern, das Haus durch Selbstkauf zu sichern, einer unsicheren Zukunft entgegen.

Klar wurde auch, dass der politische Druck bei den Verhandlungen zum Erhalt des Schokoladens aufrecht erhalten werden muss. Im Redebeitrag des Schokoladens, der deutlich gemacht hat, dass es dem Projekt nicht darum geht, als Insel in einer gentrifizierten Stadt für das angemessene Subkultur-Tourismus zu sorgen, sondern das weitere Projekte bedroht sind, wurde deutlich: der politische Druck muss aufrecht erhalten werden. Es ist notwendig, den Beteiligten an den kommenden Verhandlungen genau auf die Finger zu schauen. Für Mittwoch, den 22. Februar hatte Markus Friedrich, die Räumung der Gewerberäume in der Ackerstraße 169/170 angeordnet. Dies hätte das Ende der Kulturprojekte Schokoladen, TiSCH Theater und des „Clubs der polnischen Versager“ bedeutet. Am Freitag, 17. Februar unterschrieben die beteiligten Parteien des Konfliktes eine Vereinbarung, die eine „Friedenspflicht“ bis zum 31. März vorsieht. Die Unterstützer_inenn sitzen nicht mit am Tisch und lassen es sich nicht nehmen, weiter Druck auszuüben. Da die Verhandlungsparteien erst durch den öffentlichen Druck überhaupt bereit waren, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen, hatte das Bündnis an der Demonstration festgehalten und hat auch für die nächsten Wochen weitere Aktionen angekündigt.

Es wäre schön, zur Ergänzung die Redebeiträge der Demo zu haben und Berichte zu den Demonstrationen in Hamburg und Leipzig.

Für das Recht auf Stadt für alle!

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