11.10.2016 Black Fleck/Potsdam: Mobi und Infos: 5 Jahre nach NSU-Selbstentarnung

Am 4. November jährt sich die sogenannte Selbstenttarnung des NSU nun
schon zum fünften Mal. „Unentdeckt“ konnte der NSU zuvor 13 Jahre lang
durch die Bundesrepublik ziehen, und neun rassistische Morde an Enver
Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet
Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Halit
Yozgat verüben, sowie den Mord an Michèle Kiesewetter. Bei den drei
Sprengstoffanschlägen in Köln und Nürnberg wurden dutzende Menschen
verletzt, nur durch Glück wurde niemand getötet.

Die Tatsache, dass das sogenannte Kerntrio des NSU nicht alleine
gehandelt haben kann, sondern Teil eines bundesweit organisierten
Netzwerkes war, wird im NSU-Prozess am Oberlandesgericht in München nach
wie vor nur seitens der Nebenklage thematisiert. Sowohl die
Bundesstaatsanwaltschaft als auch der Senat lehnen eine Aufklärung der
Zusammenhänge der Netzwerkstrukturen und der möglichen Verbindungen zu
verschiedenen Verfassungsschutzbehörden nicht nur ab, sondern behindern
diese zudem aktiv. Ende September reichten nun Teile der Nebenklage
Strafanzeige gegen die Bundesstaatsanwaltschaft ein. Denn diese soll im
November 2014 angeordnet haben, Akten des ehemaligen Chefs des
sächsischen Neonazi-Netzerkes „Blood & Honour“, Jan Werner, zu vernichten.

Zusammen mit Caro Keller, die im Freien Senderkombinat in ihrer
Radiosendung „Ein Prozess – Ein Land – Keine Gesellschaft – Viel NSU“
wöchentlich die neuen Erkenntnisse aus Untersuchungsausschüssen und
Prozess einordnet und der Gruppe „Blackbox Verfassungsschutz“ wollen wir
einen aktuellen Blick auf die Auseinanderstzungen um die
Netzwerkstrukturen in Sachsen und darüber hinaus, sowie die nicht
abreißenden Skandale rund um die Ermittlungsbehörden werfen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Mobilisierung für die
Demonstration „Kein Gras drüber wachsen lassen!“ statt, die am 5.
November in Zwickau stattfinden wird. Bustickets werden am
Veranstaltungstag angeboten.

Am 12. Oktober wird es eine weitere Veranstaltung hinsichtlich der
Zusammenhänge zwischen dem, den NSU maßgeblich hervorbringenden
gesamtgesellschaftlichen Rassismus und aktuellen rassistischen
Mobilisierungen im K-Fetisch in Berlin geben. In der Folgewoche sind
weitere Diskussionen, u.a. mit NSU-Watch ebenfalls in Berlin geplant.
Aktuelle Informationen zu diesen und der Demonstration gibt es hier:

Blog Demobündnis: www.irgendwoindeutschland.org (http://www.irgendwoindeutschland.org/)
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Twitter Demobündnis: www.twitter.com/irgendwoinde
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Blog Radiosendung: www.einprozess.eu (http://www.einprozess.eu/)
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Deutschland demobilisieren: www.fb.com/deutschland.demobilisieren
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