Zur treibenden Kraft eines neonazistischen Mordes und einem gelogenen “Szene-Ausstieg”

In der Nacht zum 24. Oktober 2010 ermordeten Daniel Kappe und Marcus Eckardt am Leipziger Hauptbahnhof den 19-jährigen Kamal Kilade. Vor Gericht versuchte Daniel Kappe, Sohn eines Leipziger Polizisten, sich als Szene-Aussteiger zu präsentieren, der betrunken war, aber nicht politisch motiviert gehandelt habe. Mittlerweile ist er wieder frei – und wieder in der Neonaziszene unterwegs. Von einem Ausstieg also keine Spur.

Die Vorgeschichte des Daniel Kappe

Kappe wird am 24.05.1982 in Leipzig geboren und wächst in Liemehna bei Leipzig auf. Nach elf Schuljahren schließt er die zehnte Klasse ab und nimmt eine Lehre als Maurer auf, die er 2001 abbricht. Daniel Kappes Weg in die Neonaziszene beginnt bereits als Teenager in seiner Geburtsstadt Leipzig; nach einem Umzug nach Aachen im Jahr 2001 schließt der Sohn eines sächsischen Polizeibeamten mit enger Elternbindung sich der “Kameradschaft Aachener Land” (KAL) an (vgl. AIB Nr. 91). Dort fällt er vor allem als brutaler Schläger gegen Linke, aber auch szeneintern auf.

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