Kategorie-Archiv: Infoveranstaltung

Geschichte wird gemacht! 9.-18.9.: Woche der Widerständigen

Dieses Jahr jährt sich die Hochzeit der Hausbesetzer_innen- und Kollektivbewegung zum 30. Mal. Die Westberliner Besetzer_innen waren Teil einer umfassenden Bewegung Ende der 7Oer/Anfang der 8Oer Jahre: Alternativ-, Ökologie-, Anti AKW-, Antimilitarismus-, Frauen-, Friedens- und Befreiungsbewegung/en, kulturelle und Stadtteilinis, Anti-Startbahn, neue Lebensformen, usf., die in vielerlei Hinsicht Bezug zu den 68ern hatte. In den damals erkämpften Freiräumen wurden viele Ansätze erarbeitet, Erfahrungen gesammelt, Fehler gemacht und auch einiges erreicht.

Privatisierung öffentlicher und kommunaler Aufgaben, Verdrängung der angestammten Bevölkerung und Zerstörung gewachsener Strukturen durch die Wohnungspolitik des Senats, sinkende Reallöhne, entgarantierte Arbeitsverhältnisse, Verarmung, zunehmender Existenzdruck, Bevormundung durch Jobcenter, prestigebedingte Großprojekte, mit denen öffentliche Gelder verpulvert werden – Alltägliches Leben in Berlin wird immer schwieriger. Wildwuchs und Freiräume verschwinden zunehmend, während die Stadt auf Hochglanz getrimmt wird.

Wir, ehemalige Besetzer_innen und Kollektivist_innen aus den 80ern und Aktivist_innen von heute, wollen mit „Alten“ und „Jungen“ zusammen die damaligen Erfahrungen kritisch beleuchten und den Austausch anregen; eine Brücke zwischen „damals“ und „heute“ schlagen. Wir wollen uns kennen lernen, austauschen, zusammen tabulos streiten, besser vernetzen, lachen, staunen, in Frage stellen, tanzen und gemeinsam vorwärts gehen. Wir wollen aktuell existierende Ansätze und Initiativen einem größeren Kreis bekannt machen und alle potentiell Aufsässigen zum Mitmachen aufrufen.

Deshalb lasst uns vom 9. bis zum 18. September kiezübergreifend widerspenstig sein!

Geschichte wird gemacht

23.09. – FAU Lokal, Infoveranstaltung: „Von Kiezen und Fabriken. Kämpfe in Spanien“

Massenproteste, Werksschließungen und Entlassungswellen prägen derzeit das Geschehen in Spanien. Ein Genosse der CNT Madrid beleuchtet den Zusammenhang zwischen dem Widerstand in den barrios und den Fabrikkämpfen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Widerstand gegen die Schließung des zum Ford-Konzern gehörenden Visteon-Werks. Veranstaltung der Sektion Bau & Technik | FAU Berlin.

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12.09. – Vortrag & Filmvorführung – Initiative „Pogrom 91“ in Cottbus

Als vor 20 Jahren, in der Woche vom 17. bis 22. September 1991, Steine und Brandflaschen auf die Unterkünfte von VertragsarbeiterInnen und Asylsuchenden in Hoyerswerda flogen, haben viele BürgerInnen applaudiert. Mehrere hundert Menschen belagerten die Wohnheime fünf Tage lang, skandierten rassistische Parolen und versetzten die BewohnerInnen in Angst und Schrecken. Die Polizei sah sich nicht im Stande, diese Angriffe zu beenden. Schließlich wurden alle BewohnerInnen der Heime mit Bussen aus der Stadt evakuiert, weil ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Der rassistische Mob hatte gesiegt.

Wenn sich im sächsischen Hoyerswerda im September diesen Jahres an den 20. Jahrestag der Geschehnisse von 1991 erinnert wird, hat das mit einer ernstgemeinten Auseinandersetzung und einer daraus folgenden Aufarbeitung und Gedenkkultur leider wenig zu tun. Seit 20 Jahren ist man sich hier einig, dass die Stadt und ihre BewohnerInnen für diese Debatten noch nicht bereit seien und es „andere Probleme“ gebe, als der Umgang mit dieser unschönen Geschichte, durch die diese Stadt weltweit in Verruf geraten ist. Und dennoch werden sich wohl auch in diesem Jahr wieder einige StadtvertreterInnen auf dem Lausitzer Platz oder einem anderen Ort fernab des Geschehens einfinden, um den „extremistischen Ausschreitungen“, wie es auf einer Stele anlässlich des 15. Jahrestages der Ereignisse hieß, von damals zu gedenken.

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„Tatort Stadion“ über Rassismus und Diskriminierung in Fußballstadien im Freiland

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/bilder/589185/80/150/100/f286c5bb/Lok_FreilandFusi.JPG?W=200POTSDAM / TELTOWER VORSTADT – Mit der Ausstellung „Tatort Stadion“ über Rassismus und Diskriminierung im Fußball ist nun auch ins Atelierhaus im Jugendzentrum „Freiland“ Leben gezogen. Die Wanderausstellung, entwickelt vom Bündnis aktiver Fußballfans (Baff), widmet sich auf zahlreichen Informationstafeln den hässlichen Seiten der schönsten Nebensache der Welt. Informiert wird über rassistische, homophobe, antisemitische Auswüchse in deutschen Fußballstadien. So zählen Schmähungen wie „schwule Sau“ oder „Jude“ bei manchen „Fans“ zum ganz normalen Schimpfwort-Repertoire. Auch über die sich gern unpolitisch gebende Hooliganszene, über Zusammenhänge von Rechtsrock, NPD und Fußball klärt man auf. Geblickt wird außerdem hinter die Kulissen des „Sommermärchens“ der Weltmeisterschaft 2006, bei der es im Zuge nationalistischen Überschwangs zu Übergriffen auf Migranten kam, die in der Darstellung der Medien kaum Platz fanden.

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24.08. – FC St. Pauli. Alles drin. Lesung mit Christoph Nagel und Michael Pahl

Das Entdeckerbuch zum Kiezclub: komisch, tragisch, unterhaltsam

Überraschende Erkenntnisse, skurrile Geschichten, wertvolle Informationen: eine wahre Fundgrube für Freunde, Fans und Sympathisanten des heißgeliebten »Kultclubs« – und der ideale Einstieg für alle, die immer schon wissen wollten, was den FC St. Pauli so besonders macht.
»Alles drin«: Das galt schon immer in der bewegten Geschichte des FC St. Pauli. Und das gilt auch für dieses Buch. Gewitzt, gewandt und kenntnisreich verführen seine abwechslungsreichen Kurzkapitel zu vergnüglichen Entdeckungsreisen durch die faszinierende Welt der Kiezkicker und ihrer Fans. Auf eigene Faust – oder auf liebevoll ausgeschilderten »Themen-Pfaden« für Frischverliebte und Katastrophentouristen, für Wundergläubige und Verschwörungstheoretiker, für Perlentaucher, Milieunäre und etliche andere. Ein unkonventionelles Buch, das aufklärt und verblüfft, vielseitig und voller Leben – genau wie der FC St. Pauli und sein weltberühmter Stadtteil.

 

Astra Stube Neukölln

Weichselstr. 63
Berlin, Germany

 

Mittwoch, 24. August · 20:00 – 23:00

FAU-Lokal:Kino

„Leiharbeit Inside“. Prekäre Verhältnisse im Job und im privaten Bereich betreffen zunehmend auch Menschen mit Hochschul- oder Uni-Abschluss, abgeschlossener Berufsausbildung oder auch nach schon jahrelanger Berufserfahrung. Unter dem Deckmantel der Flexibilität, Eigenverantwortung und anderen Euphemismen verbirgt oft genau das Gegenteil: moderne Sklaverei! Die Leiharbeit ist eine der wohl entwürdigendsten Formen der Lohnarbeit. Besonders schwierig für die Betroffenen ist der Teufelskreis aus Unterbezahlung, Überstunden, sozialer Benachteiligung an der Arbeit und der daraus resultierenden psychischen Belastung im privaten Umfeld.
Gezeigt wird eine Doku über die entwürdigenden Verhältnisse, unter denen LeiharbeiterInnen zu schuften und zu leben haben. Prekär ist nicht nur der Job – die Sklaverei richtet auch Schäden im privaten Bereich an. Nach dem Film, der versteckte Videoaufzeichnungen und Interviews zu Verhältnissen in deutschen Firmen enthält, lässt sich gemeinsam diskutieren, wie wir uns organisieren können, um uns dem entgegenzustellen.

Infoveranstaltung zum Papst-Besuch

Die HJ-Mitgliedschaft Joseph Ratzingers war im Rahmen seiner Ernennung zum Papst immer wieder Gegenstand der öffentlichen Debatte. Das sich das Kirchenoberhaupt seit Jahren antisemitisch und geschichsrevisionistisch äußert wurde hingegen kaum thematisiert. Selbst glühende Franco-Anhänger wie Erzbischof Marcel Lefebvre oder Holocaustleugner wie der Pius-Bruder Williamson konnten sich in der Vergangenheit Ratzingers Schutz gewiss sein.
Sei es das Verhalten von Benedikt XVI, die offizielle Anerkennung des Vatikans als eigener Staat durch Benito Mussolini 1929 oder die Fluchthilfe für hochrangige Nazi-Kriegsverbrecher, die braunen Seilschaften der katholischen Kirche haben eine lange Tradition.

Gottes Blockwart auf Erden kommt im September 2011 zu Besuch nach Deutschland. Diesen Anlass wollen wir nutzen um über die braunen Verstrickungen der katholischen Kirche zu informieren.

 

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14.8. What‘s left of the Left?

USA Linke

Zur Situation der radikalen Linken in den USA
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

MONARCH • 14.8.2011 • 19:30 Uhr
U-Bhf Kottbusser Tor • Skalitzer Straße 134 • Berlin-Kreuzberg

Radikaler Anarchismus, Schwulenrechtsbewegung, Anti-Vietnam-Kriegs-Mobilisierung – vor einigen Jahrzehnten war die radikale Linke in den USA ein Impulsgeber für weltweite soziale Bewegungen. Doch nicht erst seit dem 11. September und Obama ist es um die Situation der Linken schlecht bestellt. Neben geringer Beteiligung und mangelndem Einfluss sind es dabei auch innerlinke Fehler, die das Projekt der Emanzipation behindern: Aktionismus, staatsappellative Kampagnen, kruder Antiimperialismus und Forderungen nach systemimmanenten Reformen sind dominant in linken Bewegungen, eine umfassende Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft, an Kapital und Nation, finden sich hingegen selten.

Im kosmopolitischen Kamingespräch wollen wir einen Überblick über den gegenwärtigen Zustand der radikalen Linken in den USA bieten, ihn historisch einbetten, und den Versuch einer Organisation dokumentieren, die der gegenwärtigen Misere etwas entgegensetzen will. Dabei sollen auch das Verhältnis von Theorie und Praxis, Reaktionen auf die Finanzkrise und das bisherige Ausbleiben der ‚wirklichen Bewegung‘ zur Sprache kommen.

Die »Platypus Affiliated Society« (www.platypus1917.org) gründete sich 2006 als Reaktion auf die Niederlage der Anti-Irakkrieg-Bewegung. Ihr Hauptanliegen ist es innerlinke Diskussionen anzustoßen. Ausgehend von Marx und der Kritischen Theorie will die Organisation ideologische Hindernisse für die Entstehung einer kosmopolitischen Linken aus dem Weg räumen.