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14.3.2014 Auster-Club/Berlin: Manne und die Maulhelden

Here we breakout again! Let´s have some spring break with your favourite cadillac-punk dancin´ party!!

Live on stage:

Berlin Diskret (Punk)

>Berlin Diskret, so nennt einerseits eine gewisse Berliner Zeitung mit den ganz grossen Buchstaben auf dem Titel ihre Seite mit Anzeigen des horizontalen Gewerbes und so nennt sich andererseits auch eine Kreuzberger Punkband. Letztere besteht aus King Kranz (Dog Food Five, Mordkommission, Frantic Romantics, Tonya Hardings), Johnny Bottrop (Terrorgruppe, Bottrops, Hostages of Ayatollah), Don Lotze (Zack Zack, Shocks) als Nachfolger von Kit Atkinson (u.a. The Saints) und Metal Warrior (Witching Hour).
> Musikalisch orientiert sich Berlin Diskret an klassischem Punkrock, gespickt mit Sixties Rock und abgeschmeckt mit einer dezenten Prise Post Punk, garantiert 100% emofrei. Ohne den Punk neu erfinden zu wollen, bemüht sich die Band darum, eindimensionale stlistische Erwartungen zu enttäuschen. Es wird nicht an einer erkennbaren Positionierung in Szene-Subgenres gearbeitet, sondern an einem bandeigenen Sound, in dem Bottrops vielschichtiger, unverzerrter Gitarrensound auf umrahmende Basslinien, Kranz’ zuckrige analoge Synthesizermelodien und Metal Warriors Dampfhammerrhythmen prallen.
> Dazwischen findet sich auch noch eine Menge Platz für Krach.
> Die Texte sind deutsch, aber auf Deutschpunk darf hier niemand hoffen, sondern eher auf überraschende, unsentimentale Punk Poesie, die lieber viele Fragen stellt als welche zu beantworten.

Manne und die Maulhelden (Garage-Punk/ Deutschbeat)

Die Berliner Formation „Manne Und Die Maulhelden“, seit geraumer Zeit bekannt in der lokalen Beat und Punk Szene, verbindet 6oer Beat und 70er Power-Pop mit deutschen Texten.
Musikalisch stilgebend fliessen Bands wie „The Who“,“Stunde X“,“Die Profis“, „The Clash“ sowie“ The Jam“ mit ein.

https://www.facebook.com/mannemaulhelden?fref=ts

NERVOUS BREAKOUT mit gin-sonic (powerpop/mod/70s-punk)

Das Original! DIE Tanzparty für Powerpop, 70s Punk und Artverwandtes.

https://www.facebook.com/nervous.breakout

www.facebook.com/austerclubberlin/

18.1.2014 Schokoladen/Berlin: READY STEADY GO: Berlin Diskret + Eastie Ro!s

Berlin Diskret, so nennt einerseits eine Berliner Boulevardzeitung ihre Seite mit Anzeigen aus dem horizontalen Gewerbe und so nennt sich andererseits auch eine Kreuzberger Punkband. Letztere besteht aus Johnny Botropp (Terrorgruppe, Botropps, Hostages of Ayatollah), King Kranz (Dog Food Five, Frantic Romantics, Tonya Hardings), Kit Atkinson (The Kits, Saints) und Simon Wender (Witching Hour). Musikalisch orientiert sich Berlin Diskret an klassischem Punkrock, gespickt mit Sixties Rock und abgeschmeckt mit einer dezenten Prise Post Punk, garantiert 100% emofrei. Die Texte sind deutsch, aber auf Deutschpunk darf hier niemand hoffen, sondern eher auf unprätentiöse Punk Poesie.

Und als ob das nicht alles schon reichen würde, spielen die Eastie Ro!s auch zum Tanze auf. Aftershow-Party mit DJ Senor Zonk (Punk, Garage, Hits) https://www.facebook.com/events/1437155819833199

 

4.1.2014 Horte/Strausberg: Demotraining und danach**JukeBox-PartY**

Demotraining

Für mehr Sicherheit und Gewandtheit auf Demonstrationen soll es ein theoretisches Demo 1×1 geben, welches auch kurz auf das Verhalten mit Repression ein geht, einen praktischen Teil und auch ein Demo Erste Hilfe Kurs wird es geben.
Wir wollen aber auch, dass Erfahrungen geteilt werden, es ein gemeinsames Erlebnis wird um Gruppendynamiken zu verbessern.

Am 4.1 um 12.00 Uhr treffen wir uns im Horte, Peter-Göring Straße 25 in
15344 Strausberg.

Am Abend sind alle eingeladen im Horte zu feiern und sich besser kennen zu lernen. Schlafplätze sind vorhanden, müssten aber reserviert werden.

Anmeldungen zur Teilnahme über info@horte-srb.de

**JukeBox-PartY**

Ihr könnte euch für 0,20 € – 0,30 € pro Song eure eigene Musik wünschen die dann von einem DJ gespielt wird.

Werden keine Wünsche abgeben bestimmt der die Dj´ans was gespielt wird.

Natürlich wie immer spielen wir keine Musik von Bands/Crews/DJánes die Sexistische, Homophobe, Rassistische oder nationalistische Texte haben.

29.11.-1.12. Berlin: Konferenz: Kritische Theorie – Eine Erinnerung an die Zukunft

»Kritische Theorie. Eine Erinnerung an die Zukunft« ist eine studentisch organisierte Konferenz. Sie findet am letzten Novemberwochenende 2013 an der Humboldt-Universität Berlin statt. Unser Anliegen ist es, die bisher zumeist vereinzelten Elemente einer radikalen Gesellschaftskritik in einem Diskussionsraum zusammen zu führen, in dem sich offen und kontrovers über die Bedingungen und Möglichkeiten zur Transformation der krisenhaften gesellschaftlichen Praxis und die Rolle, welche eine kritische Theorie der Gesellschaft dabei spielt, verständigt werden kann. Versucht werden soll deshalb, den universitären Rahmen bewusst zu überschreiten und eine nicht nur akademische Auseinandersetzung zu führen.

Unter anderen mit Detlev Claussen, Christine Kirchhoff, Gerhard Stapelfeldt, Joachim Bruhn, Clemens Nachtmann, Roswitha Scholz, Gerhard Scheit, Lars Quadfasel, Ilse Bindseil.

  • Vorträge und Podiumsdiskussionen sind das Herz der Konferenz. Hört sie euch an. Mit anschließender Diskussion.
  • Ko-Referate begleiten die Vorträge und sollen die Debatte kontroverser gestalten.
  • Workshops meldet euch über Kontakt an und erhaltet die vorbereitenden Texte.
  • Offene Räume sind als Orte der Diskussion gedacht. Sie stehen zur freien Nutzung bereit. Hier können eigene Thesen und Ausarbeitungen vorgestellt und Lesungen organisiert werden. Solltet ihr daran Interesse haben, meldet euch bitte über Kontakt.

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Links zur Seite der Konferenz: Website | Ausführliches Programm mit Ankündigungen | Anfahrt & Übernachten

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Konzertbericht Rash and Disorderly 2013

Bereits zum zweiten Mal fand vom 12.-13.4.2013 das RASH and Disorderly in Berlin statt. Es wurde ins Leben gerufen, um  ein klar antifaschistisches Gegengewicht zum Grauzonen – Festival Punk and Disorderly zu schaffen, daher findet es nicht zufällig am selben Wochenende statt.

Weiter stand das diesjährige Motto für die Solidarität mit russischen Genossen_innen, die schon seit geraumer Zeit im Knast sitzen. Daher war es auch ein Soli-Konzert für die Genossen_innen.

Die Locations dieses Jahr waren am Freitag das Cortina Bob, und am Samstag , wie schon im Vorjahr, die Köpi. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle an beide Locations, für den Support!

Freitag

12.4.2013

Los ging es wie gesagt am Freitag im Cortina Bob. Es spielten folgende Bands:

Kira Kanoa ( Punkrock/ AFA HC aus Neuruppin)

Notgemeinschaft Peter Pan ( Punkrock aus Hamburg)

Subestimados ( AFA-OI!  aus Madrid)

Am Freitag ging es entspannt los, das Aufbauen  ging aufgrund zahlreicher helfender Hände recht flott, so dass man rechtzeitig in den Abend starten konnte. Das Cortina Bob füllte sich auch nach und nach, so dass es um kurz vor 21:00 Uhr mit Kira Kanoa losgehen konnte. Diesen legten gleich mit einem großartigen Mix aus Punk und Hardcore los, ihr kraftvoller Punkrock mit Frauengesang ging gleich ins Ohr, und auch die strikt Antifaschistischen Texte wussten auf Anhieb zu gefallen. Eine junge Band, die es in Neuruppin bestimmt nicht immer einfach haben wird, und von der man in Zukunft bestimmt noch einiges hören wird. Mir haben sie auf jeden Fall sehr gefallen.

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15.12.2012 Cassiopeia/Berlin: Spastic Fantastic Familientreffen im Osten

presented by cassiopeia

Backyard
LIVE: NXD (Osten / Napoleonisch Dynamitischer Hardcorepunk),
Alarmstufe Gerd (Westen / geile Texte),
Henry Fonda (Osten / PfeffixViolence),
Derbe Lebowski (Osten / White Russian, not Power)

Quelle

Naziaufmarsch in Aschersleben am 28.01.12

Am 28.01.2012 wollen die „Freien Nationalisten Salzland“ in Aschersleben (Sachsen-Anhalt) unter dem Motto „Volkstod stoppen“ demonstrieren. Die Organisatoren um Frank Mühlbach (Aschersleben), Thomas Knochenhauer (Aschersleben) und Thorsten Fleischmann (NPD Halberstadt) werden dabei vom Halberstädter Rechtsanwalt Klaus Laßmann, welcher schon des Öfteren Neonazis Rechtsbeistand leistete unterstützt.

Die fehlende Kompetenz macht sich schon auf der Mobilisierungsseite bemerkbar. Von anderen Neonazi-Websites zusammenkopierte Texte, wie beispielsweise der Aufruf, sowie grammatikalische Gemetzel an anderen Stellen, lassen die Seite nicht gerade seriös erscheinen. In rechten Online-Foren ernten Mühlbach und Co. hauptsächlich Kritik von anderen Kameraden, welche ihnen sogar teilweise raten, die Demonstration abzusagen und sich Unterstützung von erfahreneren Neonazis zu holen. Es ist nicht das erste Mal, dass auch der Halberstädter „NPD-Ortsbereichvorsitzende“ Fleischmann an der Organisation einer Demonstration beteiligt ist.

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19.11.2011 Juzi/Göttingen: Siempre Antifascista – Hardcore meets HipHop

Höhepunkt der Veranstaltungsreihe ist das Konzert am 19. November 2011 werden. Unter dem Motto „Hip Hop meets Hardcore“ werden sich jeweils zwei Acts der jeweiligen Musikrichtung die Ehre geben.
Eingeläutet wird der Abend von „Adjugdement“. Die Combo aus Hannover, die 1993 unter dem Namen „Proud Juice“ startete, bis sie 1996 ihren heutigen Namen annahm, kann auf stolze 18 Jahre Bandgeschichte und weit über 400 absolvierte Auftritte zurückblicken. Musikalisch machen sie schnellen Oldschool Hardcore.
Anschließend wird „MyTerror“ auf der Bühne stehen. Die Texte der Hardcore Band aus Düsseldorf, welche in englischer und russischer Sprache gesungen (oder vielmehr) gebrüllt werden, sind inhaltlich stark sozialkritisch und antifaschistisch geprägt. Und es wird ihr zweiter „Siempre Antifa“-Auftritt in diesem Jahr werden, da sie vorher schon auf dem ebenfalls zu dieser Aktionswoche gehörendem Festival in Berlin gespielt haben werden.
Der erste Hip Hop Act des Abends wird „Lea-Won“ sein. Der aus München stammende Conscious-Rapper sticht durch seine tiefen und nachdenklichen Texte hervor, in denen er sich mit den täglichen Unterdrückungsmechanismen unserer Gesellschaft beschäftigt, ohne dabei in Polemiken abzurutschen.
Der letzte Auftritt des Abends, das Hip Hop Trio „Radical Hype“, bezeichnet ihre Musik selber als „Punk-Rap“. Die 2005 in Bremen gegründete Gruppe rappt auf französisch und deutsch über Rassismus, Sexismus und Kapitalismus und hat diesen entschlossen den Kampf angesagt.

Also: kommt zum Siempre Antifascista „HipHop meets Hardcore“ Konzert am 19.11. ins Juzi
Beginn 20:30

Mehr Infos zur Siempre Antifascista Aktionswoche in Göttingen

Oi! war, ist und bleibt politisch!!

Oi! ist Musik von der Straße. Oi! ist unsere Musik und so wie wir. Sie ist rauh, hart wie das Leben, aber ehrlich und kein Machwerk irgendwelcher Charthitfabriken. Oi! ist Musik von der Straße für Leute von der Straße. Sie ist so real wie das Leben. In den Texten unserer Heroes geht es um das, was auf der Straße passiert. Es geht um Gewalt, Liebe, Ehrlichkeit, Klassenjustiz, Zusammenhalt, Probleme wie Arbeitslosigkeit, Polizeirepression, Rassismus, Verarschung durch Politiker und Parteien.
 

Fälschlicher Weise gibt es da auch andere Auffassungen, Oi! sei einfach nur geile Partymucke, Oi! habe nichts mit Politik zu tun. Und Oi! wird immer wieder wie fast alles in dieser kapitalistischen Gesellschaft vermarktet und da ist es natürlich klar, dass man mit klaren (nicht nur politischen) Aussagen so manchem potentiellen Käufer auf die Füße treten würde. An Oi! trennen sich (nicht nur) in der Szene die Geister ebenso wie an den Themen Politik oder Homosexualität. Es haben sich nebeneinander verschiedene Ansprüche entwickelt und Ansätze zu verschiedenen Szenen. Das ist keine Spalterei, sondern Realität. Wo Unterschiede kaschiert werden sollen, werden diese nach einiger Zeit von alleine aufbrechen und das tun sie z.B. auch in Hinsicht auf Bands, ihre Musik, Texte und ihr Publikum. Gehe einer zu Konzerten von Attila oder Stage Bottles oder zu Konzerten von Rabauken oder Verlorene Jungs. Das sind Welten, allein schon jenseits der klar rassistischen Adolf-Jünger.
Oft genug wird in Interviews und in Texten von Oi! Bands betont, man sei anders, man sei rebellisch oder man lehne Führer und Parteien ab, brauche niemanden, der einem etwas vorschreibe, verachte die Autoritäten, etc. Lieder wie „2.000.000 Voices“ von den Angelic Upstarts, „One law for them, one law for us“ von den 4-Skins, „Violence in our minds“ und „Rebels with a cause“ von Last Resort oder „Oi! against Racism“ von den Street Troopers handeln davon, um nur mal einige zu nennen.

Oi! ist politisch, denn Probleme wie Arbeitslosigkeit, Polizeirepression oder Rassismus haben ihre Ursache in der Politik der Herrschenden in Politik und Wirtschaft. Und wenn Oi! solche Themen anspricht bzw. Texte über solche Probleme handeln, dann ist Oi! auch politisch und das ist auch gut so (denn wer soll diese Themen denn thematisieren und aus unserer Sicht darstellen außer uns? „Fürsprecher“ oder Experten, die wissen, was gut für uns ist, haben wir schon genug und brauchen wir eigentlich gar nicht!). Vielleicht nicht parteipolitisch oder einheitlich in seiner politischen Aussage oder Ausrichtung. Aber immerhin politisch. Und genau das ist der Unterschied zur Musik in den Charts, zu den zuckersüßen, teenagerherzenverzückenden Melodien von Take That, East 17, New Kids Under The Block, Tic Tac Toe, DJ Popo oder wie sie alle heißen oder hießen. Diese „Bands“, die zumeist nur aus schnucklig anzusehenden Vorzeigeboys und -girls bestehen, die auf der Bühne ihre Show abliefern, in sexy Kostümen rumhüpfen und den Mund zu den vom Band laufenden Texten bewegen, aber keine Musikinstrumente beherrschen, sind meist von Produzenten nach Verkaufs- und Marktkriterien zusammengewürfelt und Radiosender pushen die eine oder andere Band je nach Bezahlung. Da geht es nicht um gute Musik oder Texte, es geht darum diese Musik wie jedes andere Produkt auch zu vermarkten und dann zu verkaufen. Und so sind dann auch die Texte dementsprechend. Für die Teenager gibt es diese Bands, für die Älteren dann welche wie Phil Collins oder Pet Shop Boys und für unsere Großeltern Heino und Volksmusik. Je nach Zielgruppe variieren die Interpreten, was bleibt sind die gleichen nichtssagenden Texte. Und stets drehen sich die Texte um nichts außergewöhnliches, meist auf schnulzige Art und Weise um Liebe. Nur jeweils auf die zu manipulierende Zielgruppe zugeschnitten. Und manche Punk oder Oi! Band reiht sich inzwischen auch in diese Reihe ein, weil sie dem Publikum nichts Sensationelles geschweigedenn überhaupt etwas zu sagen hat. Die Message reduziert sich meist auf „Saufen, Ficken, Oi!“. Warum aber stets neue Auflagen von Songs mit dieser gleichen „Message“ entstehen, ist mir unbegreiflich. Das ist lediglich Unterhaltungsmusik im rebellischen Outfit, aber sie erfüllt ihren Zweck. Vorhandene Aggressionen werden im Alkohol ertränkt  und der letzte kritische Gedanke geht im „Ficken Oi!“und im Suff unter.

Kurz gesagt von dem oft erhobenen Anspruch „Rebels with a cause“ zu sein, ist oft nicht viel zu spüren. Dann kommen noch die Umdichtungen hinzu, Oi! sei unpolitisch. Über solche Märchen wie Oi! wäre das Erkennungszeichen der rechten Bewegung oder Oi! käme vom nationalsozialistischen Spruch „Kraft durch Freude“ (im Englischen „Strength through joy“) müssen wir hier gar nicht erst reden. Solcher geistiger Dünnsinn hat sich von vornherein selbst disqualifiziert, weil die Vorkämpfer solchen „Wissens“ meist soviel Ahnung von Oi! haben wie ich vom Blumenkranzbinden, denn es sind meist besserwissende Hippies und Menschen, die vorgeben alles zu wissen und doch nichts vom Leben wissen.

Auch in Matthias Maders Buch „Oi! The Book Vol. 1“ sind dementsprechend Anmerkungen enthalten. So bezeichnet er z.B. Combat 84 als „eine der kontroversesten Bands des demokratischen Oi! Spektrums“. Das ist für mich recht verwunderlich. Daß Combat 84 eher konservativ und pro-Thatcher waren, ist klar. Aber wie kann eine Band wie Last Resort, The 4-Skins oder The Blaggers als „demokratisch“ bezeichnen. Sie waren alles andere als systemkonform. Wer die Regeln dieser Gesellschaft nicht nur den Worten nach ablehnt, sondern auch in Taten gegen sie verstößt, ist bestimmt kein Systembefürworter. Combat 84 sagten „Wir wollen Politik und Fußball völlig von unserer Musik trennen!“ , sprachen sich aber dennoch für die Todesstrafe aus und ihr Sänger kam aus einer rechtsgerichteten Londoner Skin-Gang. Oder Close Shave z.B. deren einer Gitarrist bei ihnen ausstieg und Ende 1994 nur noch bei der Naziband Razor‘ s Edge spielte. Oder Another Man‘ s Poison, in deren Reihen Charlie Chields Gitarrist war und zuvor in der RAC-Band Grade 1 gespielt hatte oder ihr Sänger, der sich am St.George Day (britischer Feiertag der Nazis mit Konzerten, Demo, etc.) Nazibands ansah und Schweizer Hammerskins beherbergte. Man sprach sich z.B. im Pure Impact klar gegen linke Politik und Redskins aus, bewies aber wiedereinmal Offenheit gegenüber rechten Tendenzen. Das ist nicht „unpolitisch“, das ist unverhohlen rechtslastig.

Da haben Bands Songs wie „Fighting the system“ (Criminal Class) oder es gibt Label ähnlichen Namens. Geben sich rebellisch und proben doch nur den Aufstand im Rahmen dessen, was man ihnen als Narrenfreiheit zugesteht. Wie will ich gegen das System sein, ja es sogar bekämpfen, wenn ich mich auf seine Grundfeste berufe. Rebellion – nur eine Pose oder Mode? Nach den Vorfällen von Southall spielten Bands wie Blitz, Infa Riot, The Business oder The Partisans unter dem Motto „Oi! against Racism, against Political Extremism, but still against the System!“. Sham 69 spielte ebenso wie Infa Riot Konzerte für „Rock against Racism“ (RAR). Der Sänger von Infa Riot, Lee Wilson, sagte im Oktober 1982 im Sounds über Kritiker: „Nur wenige Leute haben mich wegen der „Rock against Racism“-Sache kritisiert, eine Minderheit. Sie mögen sich Fans nennen, aber ich möchte mit ihnen nichts zu tun haben. Wo sie ihre Ideen herbekommen, ist unglaublich. Erst sagen sie ‚Yeah, wir sind rechts‘, dann auf einmal ‚Klar, aber Anarchie‘. Wie können sie rechtsradikal sein und die Armee und Polizei hassen?“ Zu Street Politics bekennen sich Bands wie Angelic Upstarts, deren Sänger Mensi in den 80igern Kontakt und Diskussionen mit der britischen SWP hatte, seit Jahren AFA unterstützt bzw bei Red Action mitmachen soll. Heutige Bands wie Street Troopers oder The Oppressed unterstützen die Idee von SHARP und spielen Konzerte für AFA (The Oppressed) oder RASH (Street Troopers). In Spanien oder Italien unterstützen viele Bands Aktionen zur Verbesserung der Lage der Arbeiterklasse, Aktionen für inhaftierte (politische) Gefangene (z.B. Nabat für Mumia Abu-Jamal) oder gegen die Staatsmacht .

Oi! ist und bleibt unsere Musik und die ist und bleibt politisch!