Schlagwort-Archiv: teilnehmern

„Tag der deutschen Arbeit“

Mit Agitation gegen Europa und den Euro sowie sozialdemagogischen Losungen will die Neonazi-Szene am 1. Mai aufmarschieren – bundesweit sind in diesem Jahr bisher sechs Veranstaltungen geplant.

Man kennt das Prozedere bereits aus den letzten Jahren. Im Laufe des Frühjahrs füllt sich der Terminkalender bei Neonazis mit Veranstaltungshinweisen für ein und denselben Termin: den 1. Mai. Ebenso zuverlässig setzen Diskussion darüber ein, warum es wieder einmal nicht gelungen ist, eine zentrale Veranstaltung zum „Tag der nationalen Arbeit“ auf die Beine zu stellen. In diesem Jahr ist es nicht anders.

Dabei ist die Zersplitterung so überraschend nicht. Einerseits schon aus rein logistischen Gründen: An einem Wochentag aus allen Teilen der Republik „Kameraden“ Hunderte von Kilometern zu einer zentralen Demonstration anreisen zu lassen, erscheint schwierig. Aber auch die Interessen der verschiedenen Teile der extremen Rechten sind zu unterschiedlich. NPD-Funktionäre, die ihrer Partei eine „seriöse Radikalität“ verordnen wollen und Veranstaltungen zum 1. Mai gar in ihre Wahlkampfplanung integrieren, haben wenig Interesse daran, mit militanten Rechts-„Autonomen“ aufzumarschieren oder ihre Schein-„Seriosität“ durch allzu verbalradikale Redner in Zweifel ziehen zu lassen. Umgekehrt wollen sich viele „parteifreie“ Neonazis nicht zur Wahlkampf-Staffage machen lassen und auch nicht von Parteifunktionären bremsen lassen, wenn sie wie etwa am 1. Mai 2008 in Hamburg gewalttätig gegen Nazigegner, Beobachter des Geschehens oder Polizeibeamte vorgehen.

In Neonazi-Foren machen manche aus der Not eine Tugend: Zehn Demonstrationen mit jeweils 300 Teilnehmern seien doch wertvoller als eine mit 3000 Teilnehmern, meinen sie. Zum einen wegen einer breiteren Berichterstattung in den Medien, zum anderen wegen des Risikos, dass eine zentrale Veranstaltung durch Gegendemonstrationen verhindert werden könnte, so wie es die Szene bei ihren großen Dresden-Aufmärschen erleben musste.

Weiter

Zusammenfassung vom Liveticker – Cottbus bekennt Farbe

Cottbus hat am Mittwoch Gesicht gezeigt: Rund 1500 Menschen demonstrierten für Toleranz und stellten sich dem NPD-Aufmarsch mit 180 Teilnehmern entgegen. 300 Neonazi-Gegner blockieren immer wieder die geplante Route.

10 Uhr: Rund um die Schillerstraße sind Polizeiwagen aufgefahren. Absperrgitter werden abgeladen. Hier soll am Abend der Zug der Neonazis entlangführen.

11.51 Uhr: Auftakt des heutigen Aktionstages in der Cottbuser Lutherkirche. Dort gedenken die Cottbuser des Bombenangriffes vor 67 Jahren am 15. Februar 1945.

15 Uhr: Am Cottbuser Hauptbahnhof versammeln sich etwa 150 Menschen zur Mahnwache und erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus.

Ab 15 Uhr: In Kirchen, an Denkmälern und auf öffentlichen Plätzen gibt es Veranstaltungen des Aktionsbündnisses „Cottbus bekennt Farbe“.

16 Uhr: Der Demonstrationszug des Aktionsbündnisses startet mit etwa 400 Teilnehmern. Auf seinem Weg durch die Straße der Jugend, die Sprem und über den Altmarkt schließen sich immer mehr Menschen dem Zug an.

weiter

Erkner: NPD-Treffen ohne Störung

Nahezu ungestört fand am Wochenende im Hotel „Seegarten“ in Grünheide der Neujahrsempfang der NPD-Landtagsfraktionen aus Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern statt.

Der Neujahrsempfang hatte in der Region um Erkner für viel Wirbel gesorgt, nachdem erst kurz vorher bekannt wurde, dass dieser dort stattfinden sollte. Viele mögliche Veranstaltungsorte waren im Gespräch und konnten auch durch die Polizei, die Kommunen, Journalist_Innen und Antifaschist_Innen nicht herausgefunden werden. Mit dazu beigetragen hatte mit Sicherheit auch die Informationsstrategie der NPD, deren Pressesprecher der taz mitteilte, dass Treffen fände am Sonntag statt – nicht wie jetzt bekannt am Samstag. Erstaunlich, fand doch zur gleichen Zeit in Magdeburg ein großer Naziaufmarsch mit über Tausend Teilnehmern statt. Im Vorfeld wurde von uns als Ort das Restaurant „Löcknitzidyll“ in Erkner angegeben, womit wir falsch lagen. Die Betreiber hätten durch ein eindeutiges Dementi von vornherein Klarheit schaffen können und sich selbst, vielen Anderen und nicht zuletzt ihrem Anwalt viel Aufregung und Arbeit erspart. Nur durch einen Zufall wurde der tatsächliche Ort und Tag bekannt.

Weiter

Die Journalistin Andrea Röpke referierte über rechte Frauen

ORANIENBURG – Wer an Neonazis denkt, verbindet damit meist Hass und brutale Gewalt. Eine Männerdomäne. Frauen spielen in der Wahrnehmung der Neonaziszene durch Öffentlichkeit, Polizei und Justiz dagegen kaum eine Rolle.

Die Journalistin Andrea Röpke sieht das anders: Frauen erfüllen eine wichtige Funktion in der NPD und den Kameradschaften – auch in Oberhavel. Am Donnerstag diskutierte die Autorin, die seit Jahren in der Szene recherchiert und verschiedene Bücher zu dem Thema veröffentlicht hat, in der Evangelisch-methodistischen Kirche mit 25 Teilnehmern zum Thema „Rechtsextreme Frauen – zwischen Straßenkampf und Mutterrolle“. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Projekt- und Eventmanagement für Jugendliche (ProJu).

 

weiter