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28.11.2014 Berlin: Demo im Prenzlauer Berg: Ein Herz für “linke Terrornester”!

Ein Herz für “linke Terrornester”!
Brunnen6/7 und Linie206 verteidigen!

Demonstration gegen die Gentrifizierung der Stadt:
Fr, 28.11.2014 | 17:00 Uhr | Oderberger Straße / Kastanienalllee (Prenzlauer Berg)

Es sei an der Zeit, linke Hausprojekte mal wieder zu durchsuchen, sagt der Henkel von der CDU und andere Politiker und die Presse greifen die Hetze gegen die „linken Terrornester“ (BZ) auf, um sich zu profilieren. Wir sagen: Es ist an der Zeit, sich auf der Straße zu zeigen.

Hausprojekte sind Teil der linksradikalen Infrastruktur in dieser Stadt. Aber nur ein Teil. Denn die Szene ist weitaus größer und wir wollen mit all unseren Freund_innen und Freunden darauf aufmerksam machen, dass der Berliner Innensenator nicht der einzige ist, der uns auf die Nerven geht. Wir haben keinen Bock auf ihre Repression. Seien es die stetigen Mieterhöhungen, der Ausverkauf der Stadt oder der völlig inakzeptable Umgang mit Geflüchteten. Verdrängung und Ausgrenzung und der Schutz derer die daraus Profit schlagen, ist zu einer Art Leitmotiv der Berliner Politik geworden.

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Kurzauswertung zum Naziaufmarsch am 22. November 2014

Am Samstag, den 22. November 2014 konnte nach drei Montagen in Folge endlich ein klares Zeichen gegen Rassismus und Faschismus in Berlin-Marzahn gesetzt werden. Mehrere tausend Antifaschist*innen konnten schon bei Zeiten die wichtigsten Kreuzungen rund um’s Aufmarschgebiet blockieren.

Bereits vor Beginn der Nazidemonstration waren hunderte Antifaschist*innen auf den Kreuzungen rund um den Auftaktort der Rechten gelangt und konnten diese besetzten. So mussten sich immer wieder Grüppchen von Nazis unter dem Schutz der Polizei durch die Reihen der Gegenproteste drängen, wobei es zu zahlreichen Angriffen und Drohungen gegen Gegendemonstrant*innen und Presse kam. Vom großen Aufmarsch mit über 1.000 erwarteten Teilnehmer*innen blieben die Nazis mit maximal 600 Leuten weit entfernt. Ein großer Teil der Demo reiste nach unserem Kenntnisstand über Schöneweide an, ein altbekannter Treffpunkt für Neonazis aus Brandenburg und den Süden Berlins. Die Anreise der Nazis zog sich über Stunden hin, so dass immer wieder Grüppchen von Nazis an Blockadepunkten auffielen, die ratlos ein Durchkommen zu ihrer Nazidemo suchten.
Die ca. 1.700 eingesetzzten Cops aus Berlin, Ba-Wü, Schlesig-Holstein und Brandenburg konnten nur unter Einsatz von Pfefferspray und Knüppeln Gegendemonstrant*innen von der Route fern halten. Einigen Antifaschist*innen gelang es aber dann doch zum Auftaktort der Nazis zu gelangen und diese somit einzukesseln, was sich über mehrere Stunden hinzog. Nach stundenlangem Warten konnte der Rest der rechten Demo erst gegen 17 Uhr nach langem Hin und Her losziehen. Durch das lange Warten im Kalten und die schlechte Versorgung mit Bier verzog sich ein großer Teil der rassistischen Demo. Die Polizei leitete diesen Rest nach einen kurzen Demoversuch von wenigen Metern auf dem schnellsten Weg zurück zur S-Bahnstation Raoul-Wallenberg-Straße. So kurz die Route auch war, für die Nazis entwickelte sich das Ende denkbar unschön, so fanden sie sich in einem Wanderkessel wieder, umstellt von Polizist*innen und hunderten Gegendemonstrant*innen. Dabei kam es zu Flaschen- und Steinwürfen aus der Nazidemo, die Teilnehmer*innen des Gegenprotestes verletzten. Direkt nach der Ankunft der Nazis am S-Bahnhof wurde die Versammlung für beendet erklärt und sie in den S-Bahn verfrachtet. Nach Ende der Demo waren aber immer noch Gruppen von Nazis im Kiez unterwegs, teilweise ohne Polizeibegleitung, die offensichtlich auf der Suche nach gewalttätigen Auseinandersetzungen waren.

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8.11.2014 Zielona Gora/Berlin: FAU-Tresen: Info-Veranstaltung: “Es lebe die Freiheit!”

Friedensprozess und Aufbau basisdemokratischer Strukturen in Nord-Kurdistan

Info-Veranstaltung:
Sa, 08.11.2014 | 22:00 Uhr | Zielona Gora (Grünberger Straße 73 / Friedrichshain)

Veranstalter*innen: North East Antifascists [NEA],Hände weg vom Wedding, YXK – Verband der Studierenden aus KurdistanKurdistan-Solidaritätskomitee Berlin
Tresen: FAU Berlin

Zu Zeiten staatlicher Repression und dem Versuch eines Friedensprozesses zwischen den Guerillas der PKK und dem türkischen Staat beginnt der Aufbau eines Rätesystems. Frauen-, Jugendräte und weitere Formen der Selbstorganisation von unten sowie kommunale Selbstverwaltung werden aufgebaut. Sie sind jenseits von Staat, Macht und Kapital die Antwort auf kapitalistische Ausbeutung sowie militärische und biopolitische Unterdrückung. Ein Modell für die radikale Linke (nicht nur) hierzulande?

Im März 2014 waren die Referent*innen Teil einer internationalistischen Delegation, welche mit YXK, dem kurdischen Studierendenverband, den türkischen Teil Kurdistans bereiste.

Bei der Veranstaltung wird es Info-Material zur Thematik geben und die Möglichkeit Kobanê (Rojava) durch Spenden zu unterstützen.

 

11.10.2014: Gedenkstätten-Tagesfahrt nach Ravensbrück

14-10-11 gedenkstaettenfahrt ravensbrückGedenkstätten-Tagesfahrt nach Ravensbrück

Sa. 11.10.2014 | 09:00 Uhr | Antonplatz (Weißensee)

Veranstalter*innen: Haus der Jugend “Bunte Kuh” e.V. & VVN-BdA Weißensee/Hohenschönhausen
Kosten: Karten für den Bus sind gegen Spende erhältlich. Schreibt an: bda-weissensee-hsh@web.de
Flyer: [Front] | [Back]

Am 11.Oktober organisiert die Bunte Kuh zusammen mit der lokalen Gruppe der VVN-BdA eine Gedenkstättenfahrt in das ehem. Frauen-KZ Ravensbrück. Nach dem geführten Rundgang durch die Gedenkstätte, werden antifaschistische Initiativen von ihrer Gedenkarbeit berichten.

1.Teil: geleiteter Rundgang über die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

2.Teil: Besuch des ehema. Siemens-Außenlagers und des ehem. Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen zusammen mit antifaschistischen Gedenkinitiativen

Hinfahrt: 09:00 Uhr Treffpunkt am Antonplatz in Weißensee
Rückfahrt: 17:00 Uhr Ankunft am Antonplatz

18.9.2014 Bandito Rosso/Berlin: RASH-NEA-Tresen: Es lebe die Freiheit! Friedensprozess und Aufbau basisdemokratischer Strukturen in Nord-Kurdistan

Info-Veranstaltungsreihe im September 2014:
Es lebe die Freiheit!

Friedensprozess und Aufbau basisdemokratischer Strukturen in Nord-Kurdistan

Zu Zeiten staatlicher Repression und dem Versuch eines Friedensprozesses zwischen den Guerillas der PKK und dem türkischen Staat beginnt der Aufbau eines Rätesystems. Frauen-, Jugendräte und weitere Formen der Selbstorganisation von unten sowie kommunale Selbstverwaltung werden aufgebaut. Sie sind jenseits von Staat, Macht und Kapital die Antwort auf kapitalistische Ausbeutung sowie militärische und biopolitische Unterdrückung. Ein Modell für die radikale Linke (nicht nur) hierzulande?

Im März 2014 waren die Referent*innen Teil einer internationalistischen Delegation, welche mit YXK, dem kurdischen Studierendenverband, den türkischen Teil Kurdistans bereiste.

Termine:

27.08.2014 | 19:00 Uhr | WB13 (Am Berl 13 / Hohenschönhausen)
04.09.2014 | 20.00 Uhr  | Café CralleHWVW-Tresen (Hochstädter Str. 10A / Wedding)
16.09.2014 | 20:00 Uhr  | M29 | VOSIFA-Tresen (Malmöer Straße 29 / Prenzlauer Berg)
18.09.2014 | 20:00 Uhr | Bandito Rosso | [NEA] / (RASH)-Tresen (Lottumstr. 10A / Prenzlauer Berg)
20.09.2014 | 20:00 Uhr  | Lunte | (ASJ)-Tresen (Weisestr. 53 / Neukölln)
25.09.2014 | 20:00 Uhr  | Bunte Kuh | [AINO]-Tresen (Bernkasteler Str. 78 / Weißensee)
26.09.2014 | 18:00 Uhr | La Casa (Wurzener Str. 6 / Hellersdorf)

Flyer: [Front] | [Back]

Veranstaler*innen:
North East Antifascists [NEA] | www.antifa-nordost.org
Hände weg vom Wedding | haendewegvomwedding.blogsport.eu
YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan | www.yxkonline.com
Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin | kurdistan.blogsport.de

Schon mal vormerken:
Zweiter Teil der Reihe, diesmal dann auch bundesweit, im Oktober 2014. Achtet auf Ankündigungen auf den oben genannten Seiten.

30.7.2014 Berlin/Open Air Kino Mitte: Too Drunk To Watch Punkfilmfest

Too Drunk To Watch – Punkfilmfest Open Air Summer Session 
mit 
feinem Akustikpunk von „Wundabunta Straszenpunk“ (Akustikpunk aus Berlin) http://wundabunt.weebly.com/
und 
der Doku “ Ivan. In memory of our friend“
http://sad-but-true.com/
(Am 16.11. 2009 wurde Ivan »Vanya« Khuturoskoy im Treppenhaus zu seiner Wohnung von einem Neo-Nazi erschossen.
Als »Bonecrusher« war er in der moskauer Antifa-Szene bekannt und schützte in seiner Rolle als antifaschistischer Security, Punk- und Hardcore Shows vor Naziangriffen. 
Der Film ist ein Portrait einiger Freunde über Ivan selbst und ein Bericht über die Umstände seiner Ermordung.
Er erzählt jedoch nicht nur über den Verlust eines Freundes und Genossen, sondern gibt auch einen Einblick in die Situation des moskauer Punk-Untergrundes der 2000er-Jahre und die Bedingungen, denen die antifaschistische Bewegung in Russland ausgesetzt war.)
plus 2 Kurzfilme a 3 min.

Schluss kurz nach 22 Uhr!
Tickets nur an der AK für 6,- €.
Teil als Spende:
Neben der Unterstützung für Ivans Familie wird ein Teil der Spendengelder für antifaschistische Arbeit, wie Mobi- und Infomaterial, Rechtsberatung etc. genutzt.

19.7.2014 Berlin: TeBe-Fancup

Liebe Freundinnen und Freunde,

Am 19. Juli geht das TeBe-Fanturnier in die nächste und damit vierte Runde.

Nachdem in den letzten beiden Jahren der Fokus des Turniers auf unsere Initiative Fußballfans gegen Homophobie gerichtet war, wird sich im Juli vieles um das Thema Flucht und Migration drehen. Die Gründe hierfür dürften den meisten von Euch bekannt sein – erinnert sei hier nur an die rassistischen Mobilmachungen in Berlin-Hellersdorf oder Schneeberg, die Tragödie vor Lampedusa und den Ton, der im Folgenden von den Stammtischen bis hin zur Bundespolitik angeschlagen wurde und zeitweilig Erinnerungen an die Stimmung im wiedervereinigten Deutschland Anfang der 90er Jahre aufkommen ließ. Deshalb wird ein Teil der Startplätze in diesem Jahr für Refugees-Teams reserviert sein. Darüber hinaus wird es im Rahmen des Turniers die Möglichkeit geben, sich zum Thema zu informieren und auszutauschen.

Das Wochenende wird wie gewohnt bereits am Freitagabend mit einem Friendly der 1. Herren von TeBe eingeleitet und seinen Abschluss in der Nacht auf Sonntag bei einer Party mit Saalschutz und Das Flug finden.

Mehr Infos unter:
http://tebefancup.blogsport.eu/
fb-Event zur Party:
on.fb.me/1iStyMy

1.7.2014 Neuruppin: Blanker Hohn – Nazis melden Gedenkkundgebung für Emil Wendland an

Dreist, dreister, NPD – wie wir heute mit Erschrecken erfahren haben, hat die Neuruppiner NPD für 17:00Uhr eine Kundgebung im Neuruppiner Rosengarten angemeldet – nicht um unsere gleichzeitig stattfindende Gedenkveranstaltung zu stören – nein, um ebenfalls dem von Neonazis ermordeten Emil Wendland zu gedenken.

Am 01. Juli 1992 wurde im Neuruppiner Rosengarten der 50-jährige Emil Wendland von einer Gruppe Neonazis ermordet. Die Täter wollten einen “Assi klatschen”. Nachdem Sie ihn brutal misshandelten, stach der 21-jährige Haupttäter 7 Mal auf den bereits Bewusstlosen ein und tötete ihn so.

In diesem Jahr ist der 22. Todestag von Emil Wendland. Es ist abermals an der Zeit, diesen Fall aufzuarbeiten und auch auf die Rahmenbedingungen einzugehen, damit sich solche Taten nicht wiederholen. Wir wollen Emil Wendlands Leben beleuchten und ihm so ein Stück seiner Menschlichkeit zurückgeben, das ihm die Täter genommen haben.

Diese Anmeldung einer solchen Kundgebung stellt für uns eine ganz klare Provokation dar. Da die Neuruppiner Freien Kräfte und NPD ihren Tag der deutschen Zukunft in Neuruppin ausrichten wollen, kann diese Kundgebung als Teil ihrer rassistischen Kampagne angesehen werden.

Sie ist nur ein Teil von vermehrt vorkommenden Kundgebungen, Angriffen und Aktionen in der Region.

Weder morgen, noch in der Zukunft werden wir solche Aktionen kommentarlos hinnehmen. Wir rufen alle zu unserer Kundgebung um 16:00 Uhr im Rosengarten auf, um dann um 17:00 Uhr den Nazis entschlossen entgegen zu treten.

Quelle

Dresden: 8. Mai Grenzenlose Solidarität – Freiheit entsteht als kämpfende Bewegung

08. Mai 1945 Tag der Befreiung – ein Tag zum Feiern

Wir wollen am 8. Mai mit euch die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht ausgelassen feiern. Mit von der Partie werden einige DJ_anes sein, die auf der Demo für die musikalische Untermalung sorgen. Allerdings gibt es mehr als genug Kritik am Verhalten des deutschen Staates und allen möglichen politischen Akteur_innen im Umgang mit dem 8. Mai 1945.

Aufruf Kapitulation und historische Verantwortung

Die deutsche Wehrmacht kapitulierte angesichts der fast vollständigen Zerschlagung durch Alliierte, Partisan_innen und Widerstandsgruppen. Bereits acht Tage vorher hatte sich Hitler und ein Großteil der noch lebenden NS-Führungsriege in Berlin umgebracht. Deutschland wurde in vier Verwaltungssektoren aufgeteilt, schrittweise begannen Entnazifizierung, Entmilitarisierung, Demokratisierung und Dezentralisierung. Die Realisierung einer antisemitischen, rassistischen, deutschen Weltmacht war zerstört.

Die militärische Niederlage des Regimes kann allerdings nicht als eine Befreiung des „deutschen Volkes“ vom nationalsozialistischen Geist gedeutet werden. Wer damals befreit wurde, sind all diejenigen, die nicht Teil der „deutschen Rasse“ sein sollten oder wollten. Über 12 Jahre lang hatte sich eine Mehrheit der Deutschen als Hitler’s Fußvolk an Jüd_innen, Sinti und Roma, Sozialdemokrat_innen, Kommunist_innen, Homosexuellen und vielen anderen ausgelassen. Als Täter_innen und überzeugte Unterstützer_innen in Vernichtungs- und Konzentrationslagern, als Teil der Gestapo, von Polizei-Bataillonen und der SS hatten sie mehrere Millionen Menschen auf grausamste Weise ermordet. Der gesamte deutsche Angriffskrieg kostete etwa 55,5 Millionen Menschen das Leben.

Jede[r] Deutsche trägt unabhängig von Ideologie, eine spezifische Verantwortung, die in dem Massenmord wurzelt, den die Deutschen [vor und] während des Zweiten Weltkrieges an Millionen Menschen begangen haben. Das ist keine Kollektivschuld, die an die jüngeren Generationen weitergegeben wird, sondern eine kollektive moralische und historische Verantwortung!“1 – Beate Klarsfeld, Frankreich

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1.Mai 2014: Carlo Giuliani Park/Berlin: Barrio Antifascista

Am 1. Mai – vor und nach der Revolutionären 1. Mai Demo – BARRIO ANTIFASCISTA Open Air – ab 14 Uhr im Carlo Giuliani Park!

14 Uhr – DJ VAGA *mestizo djset aus berlin
15 Uhr – RIVA *anarchist scademy
16 Uhr – FIL THE SCHRILL* berlins finest comedy
17 Uhr – DJ SPONTI MANIFESTANTI *kiezbeatz xberg
18 Uhr – REVOLUTIONÄRE 1.MAI DEMO *lausitzer platz
21 Uhr – MOSKOW DEATH BRIGADE *antifascist hip-hop from moskow
22 Uhr – WHAT WE FEEL*radical antifascist hardcore from moskow
23 Uhr – OUTSOURCED UNDERGROUND *lena störfaktor & tapete vs. guts pie earshot

15 & 16:30 Uhr – INOX KAPELL – Insektoide Exkursion im Carlo Giuliani Park

und natürlich wie immer: Kinderspace der Freien Schule Kreuzberg, Redebeiträge, Infotische, Kistenklettern und die Solibar.

 

zum 10.ten Jahrestag der Proteste von Genua wurde am ersten Mai 2011 der Carlo Giuliani Park eröffnet. Der Ort an dem das Barrio Antifascista stattfindet.

Vor 4 Jahren hat die Gruppe Genova Libera dazu einen Text veröffentlicht, den wir hier noch einmal dokumetieren:

10 Jahre nach­dem Carlo Gi­ulia­ni von der ita­lie­ni­schen Po­li­zei er­schos­sen wurde, er­öff­nen wir den Carlo Gi­ulia­ni Park in Ber­lin Kreuz­berg. Die­ser Park soll ein Frei­raum sein, der den Men­schen ge­hört, ein Ort der Be­geg­nung und des Re­spekts – ein Park ohne Kon­sum- und Leis­tungs­t­er­ror, ohne Si­cher­heits­wahn und Über­wa­chung. In Ber­lin gibt es kaum noch Plät­ze wo wir sein kön­nen, ohne Geld aus­ge­ben zu müs­sen, ohne Kunde zu sein oder sich wie auf einem Lauf­steg vor­zu­kom­men. Warum? Wer hat die Plät­ze ge­stoh­len? Wer hat die Kul­tur, den Sinn für Musik, Kunst und Ge­mein­sam­keit ge­stoh­len? Wer hat un­se­re Stadt ge­stoh­len? Es sind die Ver­ant­wort­li­chen für Pri­va­ti­sie­rung und Kom­merz, die Pro­fit­stra­te­gen des frei­en Mark­tes, die In­ge­nieu­re des grau­en All­tags.
Der Name Carlo`s soll uns er­in­nern und gleich­zei­tig nach vorne schau­en las­sen, uns Mut und Kraft geben wei­ter­hin für eine Welt zu kämp­fen, in der Un­ter­drü­ckung, Na­tur­zer­stö­rung, Krieg und das Wett­ren­nen an den Bör­sen der Me­tro­po­len ein für alle Mal Ge­schich­te sind.
Vor 10 Jah­ren haben wir uns mit hun­dert­tau­sen­den Men­schen aus der gan­zen Welt in Genua ge­trof­fen um den selbst­er­nann­ten Re­prä­sen­tan­ten des glo­ba­len Nor­dens, den so ge­nann­ten „G8“ unser „NEIN!“ ent­ge­gen zu schleu­dern. Unser „NEIN!“ zu ihrer Plas­tik­welt, die alles zu Waren macht, an der die Men­schen nur noch als Pro­du­zen­tIn­nen des Reich­tums für ei­ni­ge We­ni­ge teil­neh­men dür­fen. Unser „NEIN!“ zu einer Welt, auf der nur ein klei­ner Teil der Be­völ­ke­rung das Recht auf Er­näh­rung, Bil­dung und kör­per­li­che wie psy­chi­sche Un­ver­sehrt­heit hat. Unser „NEIN!“ zur töd­li­chen Logik des Ka­pi­ta­lis­mus.
Denn unser „NEIN!“ ver­eint und stärkt uns!
Unser „NEIN!“, über­quert Gren­zen, schmug­gelt sich an Zoll­be­hör­den vor­bei, über­win­det die sprach­li­chen und kul­tu­rel­len Un­ter­schie­de, und ver­ei­nigt den ehr­li­chen und no­blen Teil der Mensch­heit, der auch, und das darf man nicht ver­ges­sen, ihre Mehr­heit ist. Unser „NEIN!“ braucht keine Ge­neh­mi­gung, keine Par­tei und auch kein Hof­fen auf eine hö­he­re Ge­walt.
Denn unser „NEIN!“ ist das „JA!“ zum Leben, zur Kol­lek­ti­vi­tät, denn wir glau­ben an So­li­da­ri­tät und Schön­heit – unser „NEIN!“ ist der Mut zur Uto­pie!
Wir, die wir uns in Genua tra­fen, waren ge­eint durch die Hoff­nung und die Ent­schlos­sen­heit für eine an­de­re Welt zu kämp­fen. In­spi­riert durch die za­pa­tis­ti­sche Be­we­gung, die 1994 „eine an­de­re Welt ist mög­lich“ aus­rief. Wir waren Teil der Pro­tes­te von Se­at­tle und Prag, der Welt­so­zi­al­fo­ren und un­se­rer je­wei­li­gen lo­ka­len Kämp­fe. Die Ant­wort der Herr­schen­den in Genua war klar: Auf die Köpfe, die sie nicht er­obern konn­ten muss­ten sie ein­schla­gen, die lau­ten Stim­men für eine an­de­re Welt soll­ten zum Schwei­gen ge­bracht wer­den. Carlo wurde er­schos­sen. Tau­sen­de wur­den ver­letzt, ver­haf­tet und ge­fol­tert. In Bol­zane­to, in der Diaz Schu­le, auf den Po­li­zei­sta­tio­nen, im Ge­fäng­nis Mar­ras­si. Wir haben nicht ver­ges­sen, und wir ste­hen noch immer hier!
Das, was da­mals schlecht war, ist heute noch be­schis­se­ner. In atem­be­rau­ben­der Ge­schwin­dig­keit ex­por­tie­ren Sie Krie­ge, Kli­ma­ka­ta­stro­phen und Bör­sen­crashs. Un­se­re Hoff­nung, dass sich die­ses Sys­tem sel­ber zu Fall brin­gen würde, er­füll­te sich bis­lang lei­der nicht. Eine Min­der­heit hab­süch­ti­ger Kri­mi­nel­ler hat dem Rest der Mensch­heit und der gan­zen Erde den Krieg er­klärt. Wir er­le­ben der­zeit eine nu­klea­re Ka­ta­stro­phe, für die die Mäch­ti­gen der Welt ver­ant­wort­lich sind. In ihrem Pro­fit­wahn hin­ter­las­sen sie eine Spur der Ver­wüs­tung, die Teile un­se­res Pla­ne­ten un­be­wohn­bar macht.
War vor 10 Jah­ren unser „NEIN!“ rich­tig, so ist es das heute erst Recht!
Al­ler­orts for­miert sich neuer Wi­der­stand. Welt­weit gehen die Men­schen auf die Stras­se und las­sen sich nicht län­ger mit den ihnen zu­ge­wie­se­nen Zu­schau­er­plät­zen am Rande der Ge­schich­te ab­spei­sen. Der Hun­ger nach so­zia­lem Um­bruch und Würde ist da. Wir sind da!

„Man sagt uns, daß es sich bei der Glo­ba­li­sie­rung um einen un­ver­meid­li­chen Pro­zess hand­le, der wie die Schwer­kraft wirke. Dar­auf ant­wor­ten wir: Dann müs­sen wir eben die Ge­set­ze der Schwer­kraft außer Kraft set­zen.“ Sub­co­man­dan­te Mar­cos / Ch­ia­pas

Es lebe die Re­bel­li­on, die „NEIN!“ sagt!
Tod dem Tod!

Ge­no­va Li­be­ra – Ber­lin Kreuz­berg 2011

alles aus den Jahren 2011 bis Heute findet ihr übrigens unter:
http://barrioantifascista.blogsport.de/

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