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10.5.2014: Gegen den homophoben und sexistischen Aufmarsch in München

14-05-10 München“Das Böse ist immer und überall”Aufruf der antifa nt gegen den homophoben und sexistischen Aufmarsch am 10. Mai in München

Offenbar findet jedes noch so abstruse politische Unterfangen 2014 seinen Widerhall auf Deutschlands Straßen. Wie das bei so ziemlich jedem reaktionären Mist der Fall ist, findet er früher oder später seinen Weg in die Bayerische Landeshauptstadt. Eine krude Mischung aus christlichen Fundis aller Couleur, Rechtspopulist_innen aus dem Umfeld des rassistischen Weblogs PI-News und der unvermeidlichen AFD, so genannten „Lebensschützern“, Nazis und weiteren wunderlichen Einzelpersonen und Kleinstgrüppchen planen für Samstag, dem 10. Mai 2014 nun auch in der Münchner Innenstadt einen homophoben und sexistischen Aufmarsch durchzuführen.

Eigentlich ist bei einer jeden Diskussion, die sich weinerlich-moralisierend zum Niveau des „Kann denn nicht einmal jemand an die Kinder denken?“ versteigt, alles gesagt. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass das Weltbild dieses politischen Spektrums klar in gut und böse geordnet und vergleichsweise simpel aufgebaut ist: Die moderne Welt wird als ein apokalyptisches Bild voller Verderbtheit und Laster gezeichnet. Der Komplexität und Vielschichtigkeit heutiger sozialer Verhältnisse wird die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit und der vermeintlichen Sicherheit sexueller Eindeutigkeit entgegen gesetzt. In dem Gemisch aus religiösen, romantisch anti-modernen und auf strikter Trennung der Geschlechterrollen beharrenden Versatzstücken tauchen konsequenterweise allerlei bizarre Positionen auf. Wer sexuelle Aufklärung als „Frühsexualisierung“ bezeichnet und diese allen Ernstes in die Nähe von sexualisierter Gewalt gegen Kinder rückt, bemüht sich redlich den Abschied von der Restvernunft endgültig zu vollziehen. Und wer es auch noch fertig bringt Selbstbefriedigung als „sexuelle Ausschweifung“ zu titulieren, die obendrein „zu einer gestörten Persönlichkeit“(1) führe, macht damit vor allem Aussagen über sich selbst und das krude Verhältnis zur eigenen Sexualität.

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