Schlagwort-Archiv: taten

25.10.2014: Demonstration in Leipzig: Erinnern heißt kämpfen

14-10-25 Erinnern heisst kämpfenUnsere Demonstration erinnert an Kamal K., der vor vier Jahren durch zwei Neonazis vor dem Leipziger Hauptbahnhof ermordet wurde. Sie erinnert daran, dass ein rassistisches Tatmotiv durch Ermittlungsbehörden und einige Medien bis fast zum Schluss, aber auch durch das Gericht, nicht in Betracht gezogen, nicht thematisiert oder komplett geleugnet worden ist. Sie erinnert daran, dass es sich um keinen Einzelfall handelt: In Leipzig wurden seit 1990 mindestens acht Menschen Todesopfer rechts-motivierter Gewalt; hinzu kommen zwei Verdachtsfälle – bundesweit gab es seitdem 184 weitere Fälle.

Rassismus tötet!

Das zeigen all diese Taten. Sie sind ein besonders drastischer Ausdruck der Folgen des Rassismus in diesem Land. Drastisch auch deswegen, weil Rassismus noch posthum waltet und die meisten Morde in keiner offiziellen Statistik auftauchen. Wir wollen den Opfern des Rassismus in Deutschland einen Namen und ein Gesicht geben. Wir werden sie nicht vergessen – und wir werden nicht vergessen, warum und von wem sie ermordet wurden. Das ist das Mindeste!

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Aufruf zur Kundgebung am 17. April zum Gedenken an die Ermordeten des NSU

Am Mittwoch, den 17. April beginnt der Prozess gegen fünf Mittäter_innen der NSU-Mordserie. Die Medien stellen diesen Prozess immer mehr in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung und suggerieren der Öffentlichkeit, dass damit alle offenen Fragen hinsichtlich der NSU-Mordserie beantworten werden können. Doch das Kapitel NSU ist noch lange nicht abgeschlossen.

Wir erachten diesen Prozess als einen Scheinprozess! Denn offene Fragen bestehen nicht nur im Zusammenhang mit bekennenden Rassist_innen. Auch die politisch Verantwortlichen und staatlichen Institutionen sind den Angehörigen der Opfer unzählige Antworten schuldig und können sich durch den Prozess nicht aus der Verantwortung ziehen.

Nach mehr als einem Jahrzehnt müssen die politisch Verantwortlichen zugeben, dass hinter den Bombenanschlägen und der Ermordung von neun Menschen eine rassistische Motivation besteht. Unterstützt bzw. ermöglicht wurden jene Taten durch das Wegschauen, die Verschleierung und die falsche Spurensetzung von den sogenannten Sicherheitsbehörden, politisch Verantwortlichen, Medien aber auch der Zivilgesellschaft. Die Gefahr von rechts wurde kontinuierlich verharmlost und Neonazis strukturell und finanziell von staatlichen Institutionen unterstützt. Die vorhandenen rassistischen Denkmuster innerhalb dieser Institutionen und der Gesellschaft haben eine rechtzeitige Aufklärung verhindert.

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11.11.2012: Internationaler Gedenktag für Opfer rechter Gewalt

Gedenk-Kundgebung für die Mordopfer rechter Gewalt in Berlin

Mit Special Appearance von Refpolk und What We Feel (angefragt)

15h // Vivantes Klinikum Neukölln // Rudower Straße 48 (U7 Britz Süd)

Am 05.April 2012 wurde der 22jährige Burak B. nachts von einem unbekannten Täter durch mehrere gezielte Schüsse ermordet. Seine beiden Begleiter überlebten schwer verletzt. Bis heute kämpfen Angehörige und Unterstützer_innen um eine Aufklärung des Mordes und darum, dass rassistische Motive in den Fokus der Ermittlungen genommen werden.
Berlin ist seit der ‘Wiedervereinigung’ die Hauptstadt rassistischer Gewalt in Deutschland. Seit 1991 wurden allein hier 12 Menschen durch Neonazis und Rassisten_innen getötet. Viele dieser Taten sind offiziell entweder nicht als Akte rechter Gewalt anerkannt oder werden in der Öffentlichkeit ausgeschwiegen.
Rassistische Gewalt darf nicht unaufgeklärt bleiben und dem Vergessen anheim fallen!
Für ein würdiges Gedenken an die Opfer rechter Gewalt – für einen Kampf gegen die Täter_innen.

Siempre Antifascista – Remembering Means Fighting!

Veranstalter_innen: Siempre Antifascista Bündnis Berlin

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29.9.2012 Erkelenz: Für das Leben – ohne Rassismus, Antisemitismus und „KAL“!

Mehrere antifaschistische Gruppen aus Nordrhein-Westfalen rufen am 29. September 2012 zur Demo „Für das Leben – ohne Rassimus, Antisemitismus und „KAL“!“ in Erkelenz auf.

Als die Morde der Nazi-Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) bekannt wurden, war die Erkenntnis, dass Neonazis über Jahre hinweg nahezu militärisch durchorganisierte Mordanschläge auf Migrant_innen verüben konnten, ein Schock für viele Menschen in unserer Gesellschaft. Für viele war es unvorstellbar, dass bald 70 Jahre nach dem Ende der Nazidiktatur eine Gruppe von Menschen aus rassistischen Gründen ganz gezielt andere Menschen tötete- und dies über einen Zeitraum von mehreren Jahren, ohne von der Polizei gefasst zu werden.

Neben den vielen Ungereimtheiten, die nun im Nachhinein bei den ermittelnden Behörden und ganz besonders beim Verfassungsschutz offenbar werden, müssen sich Politik und Gesellschaft fragen, wie es zu den ungeheuerlichen Taten kommen konnte.

Leider sind die bisher gegebenen Antworten mehr als unbefriedigend. Die Taten werden als Randerscheinung in einer demokratisch verfassten Gesellschaft angesehen, deren Ursprung in den kranken Köpfen einiger weniger Unverbesserlicher zu suchen sei. Wieder einmal wird der organisierte Neonazismus, aus dem der NSU hervorging, als ein randständiges Problem insbesondere der ostdeutschen Länder dargestellt. Völlig ausgeblendet wird hierbei, dass junge Neonazis erstens mittlerweile in allen Teilen Deutschlands eine Gefahr für Leib und Leben vieler Menschen darstellen, und zweitens, dass ihre Ideologie nicht aus einer pädagogisch begründbaren „Fehlentwicklung“ erklärbar ist, sondern aus den in der Mitte der Gesellschaft verbreiteten rassistischen und antisemitischen Ressentiments selbst.

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28.1.2012 Frankfurt a.M.: Verfassungsschutz auflösen!

Staatliche Unterstützung für Nazis beeden – Verfassungsschutz auflösen – Nazi-Aufmarsch in Dresden verhindern!

DEMONSTRATION / 28.01.2012 / FRANKFURT AM MAIN / KAISERSACK-HBF / 14H

Uns alle hat die rassistische Mordserie des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) erschüttert und zutiefst empört. Doch leider ist klar, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist: In den letzten 20 Jahren sind mindestens 182 Menschen von Nazis ermordet worden. Polizei und Justiz versuchen dabei fast immer den politischen Charakter dieser Taten zu leugnen und sie zu relativieren. Der Verfassungsschutz, unter anderem von ehemaligen Gestapo-Offizieren aufgebaut, trägt seit Jahren durch die Bezahlung von V-Leuten zur Finanzierung von Neonaziorganisationen bei. So hat allein die Thüringer Naziszene, aus der die „NSU“ hervorgegangen ist, über die Jahre hinweg mehrere hunderttausend Euro erhalten.

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17.12.2011 Bremen: „Rassismus tötet – in Gedenken an die Opfer rechter Gewalt!“

Zu den Morden des Nationalsozialistischen Untergrunds

Es gibt immer wieder Themen, die über Wochen und Monate die öffentliche Diskussion dominieren. Derzeit sind die rassistischen Morde der „Zwickauer Terrorzelle“ zurecht die Hauptschlagzeile der deutschen Medienlandschaft. Und immer wieder kommen neue mögliche Straftaten hinzu. Neben den neuen Informationen über die Geschehnisse steht das Entsetzen darüber, dass Menschen zu solchen Taten fähig sind, im Fokus. Mindestens zehn Menschen sind in den letzten elf Jahren getötet worden von drei Nazis, die eingebettet in ein Netz aus Unterstützer_innen agierten. Wie weit sich diese Kreise ziehen ist zu diesem Zeitpunkt noch offen. Auch die Rolle des Verfassungsschutzes klärt sich nur stückweise. Fest steht jedoch: jahrelang konnten die Drei unbehelligt morden.
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Kultur der Barbarei

Interview mit Werner Seppmann über die Zunahme von Gewalt und Irrationalismus in der Gesellschaft. Teil 1
Brutalisierung des Alltagslebens, Gewalt in den Medien, Drogenkonsum, Hooliganismus, Amokläufertum, Esoterik, die Renaissance politischer Mythen, Fremdenhass und neo-nazistischer Terror sind nach Meinung des Sozialwissenschaftlers Werner Seppmann Formen, in denen Menschen versuchen, auf zivilisatorische Krisenerscheinungen zu reagieren.

Die Menschen stehen den Unsicherheiten der ökonomischen Prozesse, die sie zu Variablen des Wirtschaftswachstums degradieren, ohnmächtig gegenüber – und kompensieren dies oft durch die Annahme schlichter Erklärungsmuster und unterkomplexer Weltanschauungen, was sich auch in höherer Gewaltbereitschaft oder selbstzerstörerischen Taten niederschlägt.

Ausgerechnet die übelste Form des Irrationalismus in Gestalt von faschistischen Mörderbanden scheint zudem von gewissen Segmenten des Staates aktiv unterstützt zu werden. Telepolis sprach mit Werner Seppmann.

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Zweiter Teil: „Schleichende Pathologisierung der Gesellschaft“

Geheuchelte Unschuld

Position. Auf einmal geben sich alle überrascht: Eine nazistische Terrorbande hat über ­mehrere Jahre hinweg mindestens neun Migranten und eine Polizistin umgebracht. Die ­führenden »Sicherheitspolitiker« wollen von nichts gewußt haben

 

Wer so redet, als seien die Naziterroristen vom Himmel gefallen, zeigt, daß er nicht an Aufklärung interessiert ist, sondern an Verschleierung. Seit 1990 ziehen Nazis ununterbrochen eine Blutspur durch Deutschland. Zwischen 140 und 180 Menschen sind nach Recherchen bürgerlicher Zeitungen und antifaschistischer Initiativen von Nazis erschlagen worden, weil sie »undeutsch« aussahen oder »undeutsch« lebten. Orte wie Solingen und Mölln werden noch auf Jahre hinaus mit solchen Naziangriffen verbunden werden. Jede dieser Taten war ein faschistischer Haßmord. Praktisch jeden dieser Morde verbuchten die Behörden als »Einzelfall« – wenn sie ihn denn überhaupt registrierten: Die offizielle Zählweise umfaßt nur 47 Tote und unterschlägt mal eben rund 100 Morde.

 

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11.10.2011 Linkes Zentrum/Stuttgart: »Rassismus in der Leistungsgesellschaft« – Lesung und Diskussion

Anders Behring Breivik, der für mindestens 87 Tote und viele Verletze verantwortlich ist, als er in Norwegen einen schweren Bombenanschlag in Oslo verübte und wenig später auf der Insel Utøya wahllos auf die Besucher eines Camps der Arbeiterpartei schoss, bezeichnete sich selbst als „nationalistisch und antimuslimisch“ und stellte sich im Internet als konservativer Christ dar.

Breiviks Taten wurzeln in dem geschürten Hass auf Muslime, in sorgsam gehegten Feindbildern, mit denen Ausländer, Muslime, Hartz IV Empfänger, Arme und Kranke weltweit stigmatisiert und zu inneren Feinden hochstilisiert werden sollen, um von den Ursachen der kapitalistischen Krise, Kriegen und sozialem Kahlschlag abzulenken.

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