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Berlin: 900 gegen Neuköllner Neonazistrukturen

Es war ein deutliches Zeichen gegen Neonazis und rassistische Gewalt, dass etwa 900 Antifaschist_innen am Freitagabend im als Schwerpunkt der Neonaziszene geltenden Süden Neuköllns setzten. Die Demonstration, die vom U-Bahnhof Lipschitzallee zum U-Bahnhof Rudow zog, stand unter dem Motto „Zeit zu Handeln! Keine „ Homezone“ für Nazis und Rassist_innen!“. Die Teilnehmer_innen ließen sich dabei von einer zeitgleich stattfindenden Neonazidemo nicht aus dem Takt bringen und setzten eigene Akzente. Knapp fünfzig Nazis mussten mit ihrer Demonstration in den Tempelhofer Ortsteil Marienfelde ausweichen. Auch dort wurden sie von massiven Protesten begleitet und konnten ihren Aufmarsch am Ende nicht wie geplant durchführen. Unterdessen sind weitere antifaschistische Aktionen in Südneukölln bereits in Planung.

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»Arbeiter, hörst du es nicht?«

Das deutsche Arbeiterlied hat keinen guten Ruf: Man denkt an Schalmeien- und Blasorchester, proletarische Marschmusik und alte Männer mit Klampfen, die sich vermeintlich besserer Zeiten erinnern. Häufig wird dabei der Zweck der Arbeitermusik vergessen. Vor allem war sie ein Agitationsmittel und, da Musik unmittelbar identitätsstiftend wirken kann, ein besonders wichtiges. Das Arbeiterlied sollte das Proletariat einen, dessen Sicht auf die Welt synchronisieren und auf den Feind einschwören. In brenzligen Situationen marschierte die Arbeiterklasse Seit’ an Seit’ zum Takt. Musikalisch unterscheiden sich Arbeiterlieder daher kaum von jener Musik, die das gegnerische Lager anstachelte. Es waren Märsche und Mitsinglieder, geschrieben für Blaskapellen, Chöre, Fanfaren, Schalmeien.

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