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NW-Berlin goes Brandenburg Teil 2

Rund um Horst-Wessel-Geburtstag: Anschlag auf Flüchtlingsheim in Waßmannsdorf, Angriff und Schmierereien in Zossen, auch in Berlin Anschläge.

INFORIOT – Erst vor wenigen Wochen berichtete Inforiot über die Welle der Gewalt durch das Neonazinetzwerk „Nationaler Widerstand Berlin“ (NW-Berlin) im Brandenburger Umland. Erneut ist es in den letzten Tagen zu Angriffen und Schmierereien in Brandenburg gekommen. Erst in der vergangen Nacht griffen Nazis eine Flüchtlingsunterkunft an und unterzeichneten mit „NW-Berlin“. Die Taten ereigneten sich um den Geburtstag des SA-Mannes Horst-Wessel, für die Naziszene eine zentrale Figur, in dessen Gedenken jährlich Neonaziaktionen stattfinden.

Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft in Waßmannsdorf

Wie der Flüchtlingsrat Brandenburg berichtete, wurde vergangene Nacht das Flüchtlingsheim in Waßmannsdorf von Neonazis angegriffen. Die TäterInnen zerschnitten einen Zaun, verschafften sich somit Zugang zu dem Gelände und schmissen mehrere Steine und mit Farbe gefüllte Flaschen auf ein Wohnhaus. Dabei durchbrach eine Flasche eine Fensterscheibe und landete nur knapp neben einer auf dem Boden schlafenden Asylsuchenden. Außerdem wurde versucht zwei Türen zu dem Gebäude aufzubrechen, was glücklicherweise nicht gelang. Die TäterInnen hinterließen Hakenkreuze, das Kürzel „NW-Berlin“ und den Schriftzug „Rostock ist überall“. Letzterer bezieht sich auf die rassistischen Pogrome vor 20 Jahren, als in Rostock mehrere Tausend Nazis und Anwohner_innen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber_innen und ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter_innen angriffen und dabei das Wohnheim in Brand setzten.

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182 Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt seit 1990

Todesopferliste aktualisiert: Seit 1990 wurden in Deutschland 182 Menschen Opfer rechtsextremer oder rassistischer Gewalt. Die rassistische Mordeserie von 2000 bis 2007 zeigt einen würdelosen Umgang der staatlichen Behörden mit rechtsextremer Gewalt.

Seit der Wiedervereinigung im Oktober 1990 bis Ende 2011 sind nach Recherchen der MUT-Redaktion und des Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung 182 Menschen durch die Folgen menschenfeindlicher Gewalt ums Leben gekommen. Oft waren die Täterinnen und Täter in rechtsextremen Gruppen organisiert und sind mit ihrer Tat einer rassistischen, homophoben und/oder obdachlosenfeindlichen Gesinnung gefolgt. Oft genug hatten sie aber auch keinen offensichtlichen rechtsextremen Hintergrund, sondern handelten auf Grundlage eines diffusen rechten Weltbilds. Aufnahme in diese Liste fanden alle Mordfälle, die nach gründlicher Sichtung der Quellen aus rechtsextremen und rassistischen Motiven erfolgten oder wenn plausible Anhaltspunkte für diese Annahme bestehen. Dazu kommen solche, in denen Täterinnen und Täter nachweislich einem entsprechend eingestellten Milieu zuzurechnen sind und ein anderes Tatmotiv nicht erkennbar ist.

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Presseschau (16.11.2011) zu der Naziterrorserie: Das Gesicht des braunen TerrorsBrüder im GeisteVerfassungsschützer im ZwielichtAufgeregter Aufgalopp der Polit-AufklärerMannichl hofft auf AufklärungNazi-Mordserie: V-Leute geraten ins VisierVerdächtiger Verfassungsschützer sammelte Nazi-SchriftenNiedersachsen räumt schwere Fehler einFriedrich will zentrale Neonazi-DateiNeonazis hatten auch Politiker im VisierInnenminister Friedrich plant Zentralregister für NeonazisMord unter AufsichtPlante Terrorgruppe Angriffe auf Politiker?Ist der Verfassungsschutz in die Mordserie verwickelt?Thüringer Minister attackiert ErmittlerRegierung will Kräfte gegen Neonazis bündelnVerdacht gegen fünften Mann„Erschreckende Einblicke“Nazi-Terror: Geheimdienst war dabeiGegen Terror hilft Polemik nichtNeonazi-Trio: Spur führt nach Brandenburg

 

14.01.2012 Magdeburg: Naziaufmarsch verhindern!

n Sachsen-Anhalt gipfeln die vielfältigen neonazistischen Aktivitäten sowie die gesamtgesellschaftlichen Ausprägungen von Rassismus und Nationalismus im jährlichen Aufmarsch von etwa 1000 Neonazis durch Magdeburg. Um den Nazis im Januar die Straße streitig zu machen rufen antifaschistische Gruppen zu Blockaden des zivilen Ungehorsams auf.
Ein jährliches Trauerspiel: Neonazis aus der ganzen Republik marschieren jammernd durch Magdeburg 

Seit 1999 meldet eine sogenannte „Initiative gegen das Vergessen“ den rechten Aufmarsch an. Die Neonazis versuchen ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten, indem sie die Opfer des Faschismus mit den TäterInnen auf eine Ebene stellen und die Bombardierung Magdeburgs am 16.01.1945 nicht als Folge des von Deutschland entfachten Zweiten Weltkrieges benennen. Ausgeblendet wird der gesamte historische Kontext: die Verbrechen der Nazidiktatur, die Bombardierung spanischer, englischer und anderer europäischer Städte sowie die massenhafte Vernichtung von Menschen in Konzentrationslagern. In Wirklichkeit beendete die militärische Zerschlagung Nazideutschlands den Krieg und rettete unzähligen Menschen das Leben. 

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