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3.7.2012 Erreichbar/Berlin: Agitare Bene: Kritik gängiger Erklärungen des Rechtsradikalismus

Datum: 
Dienstag, Juli 3, 2012 – 19:00 – 22:00

Kritik gängiger Erklärungen des Rechtsradikalismus:

Jüngst sind die Gewalttaten des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ bekannt geworden. Einmal mehr kann man über eine derart blutige Konsequenz einer nationalistischen Politik erschreckt sein und sich fragen, wie Leute überhaupt auf die Gedanken kommen: „Der Ausländer ist mein Feind. Ich muss Deutschland retten!“

Die öffentliche Ursachenforschung setzt sich allerdings gar nicht mit den Gedanken von Rechten auseinander, um das herauszufinden. Sie erklärt Neonazis für dumm, undemokratisch, manipuliert oder für Opfer (!) ihres „Milieus“ – diese „Ansätze“ blicken auf Nazis vom Standpunkt dessen, was sich eigentlich gehört. So wird am rechten Gedankengut nur festgehalten, dass es nicht dem normalen staatsbürgerlichen entspricht, jedoch nicht geklärt worin es eigentlich besteht. Bei dieser Weise der Nicht-Erklärung ist es auch kein Wunder, dass kein Wort der Kritik an dem inkriminierten Gedankengut selbst geübt wird.

An diesem Abend sollen sich die verschiedenen Erklärungen, welche die Öffentlichkeit zu bieten hat einmal vorgenommen und der Kritik unterzogen werden.

Ort: 

„Erreichbar“

Reichenberger Straße 63 A (im Hinterhaus auf der Rückseite den Kellereingang benutzen)

Berlin 10999

Quelle

18.12.2011 Baiz/Berlin: » DISTANZIEREN, LEUGNEN, DROHEN – Die europäische extreme Rechte nach Oslo «

Nach den grausamen Anschlägen von Oslo und Utoya, ist es im Spektrum der rechtspopulistischer Parteien und Organisationen zu einer Reihe von Leugnungs- und Relativierungsversuchen gekommen. So versuchten rechtspopulistische Internetforen und Parteien ihre ideologische Mitverantwortung zu leugnen und beteuern gleichzeitig die Notwendigkeit ihrer als Islamkritik getarnten kulturrasstischen Positionen. Auch der Doppeltäter von Oslo und Utoya, Anders Behring Breivik, wird in den bürgerlichen Medien vorzugweise als wahnsinniger und politisch isolierter Einzeltäter dargestellt. Jedoch ist Breivik kein unbeschriebenes Blatt im Zusammenhang mit antimuslimischen und rechtspopulistischen Aktivitäten. Neben seinen Aktivitäten in zahlreichen antimuslimischen Internetportalen war Breivik maßgeblich am Aufbau der Norwegian Defence League, einem norwegischen Ableger der English Defence League, beteiligt. Von 1999 bis 2006 Breivik war Breivik Mitglied der rechtspopulistischen Fremskrittspartiet. (Norwegische Fortschrittspartei). Breivik’s politscher Lebensweg ist hierbei paradigmatisch für Aktivist_innen des rechtspopulistischen Milieus. Zum Anderen aber bedeutet das doppelte Attentat auch auf der inhaltlichen Ebene, wirft man einen Blick auf die ideologischen Beweggründe des Täters, einen Bruch mit manchen bisherigen Gewissheiten. Gehört er doch der radikalen Rechten an – aber nicht ihrem direkt aus dem historischen Faschismus oder Nationalsozialismus sich speisenden Teil, welcher offiziell die Demokratie und die westlichen Werte“ ablehnt, sich als radikalen Gegenentwurf zum Bestehenden begreift und zugleich auf die schlimmsten historischen von ihrem Standpunkt her als ihr äußerlich, als hässliche Fratze aus den Tiefen der Geschichte entgegenblickt. Bernard Schmid, langjähriger Kolumnist der Wochenzeitschrift Jungle World, wird im Rahmen der Veranstaltung versuchen, diese Entwicklung aus einer antirassistischen Perspektive zu beleuchten.

Präsentiert von: North-East Antifa [NEA]

18.12.2011 | 13:00 Uhr | BAIZ (Christinenstraße 1)

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