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Berlin: Antifaschistischer Jahresrückblick 2013

AntifajahresrückblickIm vergangenen Jahr fanden in Berlin wieder zahlreiche Aktionen gegen die verbliebene Naziszene statt. Seit nun knapp einen Jahr wird das Portal antifaschistischer Initiativen www.antifa-berlin.info in neuer Form fortgeführt. Das Portal bietet nicht nur den Rahmen für antifaschistische Projekte und Kampagnen, sondern informiert regelmäßig über antifaschistische Events und Recherche-Veröffentlichungen. Als kleine Revue entstand folgender antifaschistischer Jahresrückblick 2013. Uns ist bewusst, dass die Berliner Antifa weit vielfältiger ist, als es ein solcher Rückblick es jemals sein wird. Wir hoffen dennoch, nicht zu viel vergessen zu haben. Auf Ergänzungen sind wir gespannt.
 
Anlässlich des vierjährigen Bestehens der Nazikneipe „Zum Henker“ richten sich auch 2013 wieder vielfältige Proteste gegen die Kneipe. Mit Raum für knapp 100 Nazis ist der Henker die wichtigste Nazilocation in Berlin. In diesem Rahmen gab es mehrere Aktionen, um den Druck auf die Hausverwaltung, die F&M Mietgesellschaft und den Eigentümer, die ZBI Gruppe zu erhöhen, darunter eine Kundgebung vor dem Unternehmenssitz der F&M Mietgesellschaft in Berlin-Mitte am 28. Februar. Schon 2012 gab es kreative Aktionen gegen den Vermieter. Darunter die Verleihung des Preises zum „Nazifreundlichen Unternehmen des Jahres“, die Thematisierung auf Plakaten und Transpis im Umfeld der Geschäftsstelle sowie die Übersendung von Protestpostkarten. Kurz nach der Kundgebung verkündete ein Verantwortlicher der ZBI Gruppe aus Erlangen die Kündigung des Mietvertrags der Kneipe und der Wohnung des Wirts im gleichen Haus. Das Unternehmen erwirkte eine Räumungsklage, deren Entscheidung das Landgericht jedoch auf Ende Januar nächsten Jahres vertagte. Am 31. Januar 2014 soll das Urteil schließlich gefällt werden.
 

28.2.2013 Berlin: Kundgebung gegen Vermieter von „Zum Henker“

28. Februar 2013 // 12 Uhr // Friedrichstraße 235 (U-Bhf Hallesches Tor)

Keine Geschäfte mit Nazis.
„Zum Henker“ kündigen – jetzt sofort!

Seit nunmehr vier Jahren besteht im Ortsteil Schöneweide in Treptow-Köpenick die Kneipe „Zum Henker“. Diese Kneipe wird von dem Londoner Neonazi Paul Barrington betrieben. Die Kneipe liegt in der Brückenstraße 14 und bieten knapp 100 Gästen Platz. Regelmäßig finden dort Kameradschaftsabende, Rechtsrockkonzerte und Naziveranstaltungen statt. Seit der Eröffnung der Kneipe am 28. Februar 2009 häufen sich in der Umgebung der Kneipe Übergriffe und Anschläge. Außerdem haben die Nazis dort massiv ihre Infrastruktur ausgebaut. In direkter Nähe zur Brückenstraße verfügen sie über knapp neun Geschäfte. Zudem leben immer mehr organisierte Nazis im Bezirk.

Seit der Eröffnung der Kneipe „Zum Henker“ gab es immer wieder Proteste durch die AnwohnerInnen, lokale Zivilgesellschaft und AntifaschistInnen. Zudem wurde auch Protest an den Vermieter der Räumlichkeiten, die F&M Mietgesellschaft, gerichtet und dieser aufgefordert den Nazis zu kündigen, wie es die Vermieter anderer Nazi-Läden wie z.B. der Lückstraße 58 (Lichtenberg) und des Hexogen (Schöneweide) vorgemacht haben. Trotz all dieser Proteste weigert sich der Vermieter bis heute zu handeln. Durch diese Weigerung den Nazis zu kündigen, trägt die F&M Mietgesellschaft erhebliche Mitschuld daran, dass die Nazis in Schöneweide ihre Strukturen immer weiter ausbauen können. Vor allem aber auch für die Einschüchterungen und Angriffe im Umfeld der Kneipe hat die F&M Mietgesellschaft durch ihre Verhalten direkte Verantwortung.

Nun jährt sich das vierjährige Bestehen der Kneipe. Wir möchten sicherstellen, dass es der letzte Geburtstag der Kneipe „Zum Henker“ wird! Um den Druck auf den Vermieter zu erhöhen, findet am 28. Februar 2013 um 12 Uhr eine Protestkundgebung vor den Geschäftsräumen der Immobiliengesellschaft statt. Wir fordern eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses zwischen der F&M Mietgesellschaft und „Zum Henker“ sowie die Zusicherung durch F&M den Vertrag nicht weiter zu verlängern. Wir tolerieren keine Geschäfte mit Nazis.

Werdet aktiv!
Keine Geschäfte mit Nazis.
„Zum Henker“ kündigen – jetzt sofort!

Informationen zur Situation in Schöneweide: Die braune Straße von Berlin. Über die Strukturen von Nazis und Rockern in Schöneweide

Weitere Termine:
Antifa-Demo und Konzert am 30. April in Schöneweide
1. Mai Nazi-Aufmarsch in Schöneweide verhindern – Achtet auf Ankündigungen

Quelle

B: Aktion gegen Nazikneipe „Zum Henker“

Am heutigen Mittwoch statteten einige Antifaschist_innen der F&M Mietgesellschaft einen erneuten Besuch ab. Anlaß der Aktion ist das dreijährige Bestehen der Kneipe zum Henker und die antifaschistische Demonstration am Freitag in Schöneweide. Bereits im Dezember hatten Antifaschist_innen den Vermieter in seinem Büro besucht. Diesmal wurde die Fassade und der Eingangsbereich des Hauptsitzes der Firma in Berlin beklebt. Nun wird an der Fassade über das Treiben der F&M Mietgsellschaft informiert. Die F&M Mietgesellschaft vermietet seit drei Jahren die Räume in der Brückenstraße 9 an gewaltbereite Nazis. Obwohl es seit Jahren Proteste gegen die Lokalität gibt, bleibt die Kneipe weiterhin geöffnet. Nun möchten Antifaschist_innen diese Zustände nicht länger hinnehmen und kündigen weitere Aktionen an. Bereits im Dezember hatte das Bündnis „Nazis auf die Pelle rücken“ eine Protestpostkarten-Aktion gegen „Zum Henker“ iniziiert. Die Postkarten können in diversen Buch- und Infoläden in Berlin bezogen werden. Außerdem findet am kommenden Freitag eine Antifa-Demo unter dem Motto „Was zuviel ist, ist zuviel statt!“ in Schöneweide statt.

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