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21.3.2013 Bandito Rosso/Berlin: RASH- & NEA-Tresen: Verfolgt und vergessen: “Asoziale” Frauen im Jugend-KZ Uckermark

Kollektive Identitäten entstehen durch Abgrenzung – das „Eigene“ wird über das „Fremde“ hergestellt. Der nationalsozialistische deutsche Staat hat diese Logik durch sein rassistisches Konzept der „reinen Volksgemeinschaft“ zu einer menschenverachtenden Verfolgungs- und Vernichtungspraxis gesteigert. So traf die Ausgrenzung als „Asoziale“ viele Frauen, denen Verstöße gegen traditionelle Vorstellungen von Weiblichkeit und das propagierte Bild der „Volksgenossin“ vorgeworfen wurden. An welchen gesellschaftlichen Normen orientierten sich die Vorwürfe, die im Regelfall mit einer Inhaftierung der Betroffenen endeten? Welche Rolle spielte die sexuelle Konnotation des Stigmas der „Asozialität“ bei der Verfolgung von Frauen und auf welche Weise gründete sie auf traditionellen Vorurteils- und Ausschlussmechanismen?
Anhand der Geschichte des Jugendkonzentrationslagers Uckermark für Mädchen und junge Frauen sollen die Praktiken sozialen
Ausschlusses gegenüber „unangepassten“ Frauen während des Nationalsozialismus aufgezeigt und deren gesellschaftlichen
Hintergründe beleuchtet werden. Außerdem wird der Zusammenhang zwischen der Kontinuität der Stigmatisierung „asozialer“
Frauen und des geringen Stellenwerts geschlechtlich-konnotierten Erinnerns in der Nachkriegsgesellschaft betrachtet, der
bis heute konkrete Auswirkungen auf die Erinnerungskultur hat und Ausdruck gesellschaftlicher Ein- und Ausschlussmechanismen ist.

Davor und danach servieren wir euch wieder vegane Köstlichkeiten gegen Spende!

gedenkort-kz-uckermark.de

Einlass: 20.00 Uhr Eintritt frei!