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[Berlin-Wedding] Nazis den Sommer vermiesen – „Schwimm-Demo“ gegen Nazi-Bademeister

Rassismus tötetIm Rahmen der Aktionsmonate unter dem Motto „Reclaim your Kiez“ des „Hände weg vom Wedding“-Bündnisses haben wir gestern im und am Plötzensee protestiert. Im Zentrum stand dabei eine „Schwimm-Demonstration“. Auf dieser wurde ein Transparent mit der Aufschrift „Rassismus tötet“ gehalten und damit zum Strandbad geschwommen, um die Gäste und Mitarbeiter*innen darauf aufmerksam machen, dass wir keine Rassisten dulden werden. Nicht am Plötzensee und auch nirgendwo sonst! Diese originelle Aktion erweckte großes Aufsehen unter den anwesenden Personen. Mit Flyern und Gesprächen konnten viele Menschen über den Hintergrund der „schwimmenden Demonstration“ informiert werden. Viele Gäste zeigten großes Interesse und solidarisierten sich (verbal).

Genau eine Woche vor der Aktion, am Morgen des 19. Juli 2014, ist Anneck E. im Plötzensee ertrunken. Bademeister Mike Manfred Zerfowski gab an, Anneck und seine Freund*innen bereits um 7 Uhr morgens am Plötzensee bemerkt zu haben. Als der Bademeister wenige Stunden später von einem Badegast darauf aufmerksam gemacht wurde, dass gerade ein Mensch ertrinkt, baute dieser lieber erstmal weiter Sonnenschirme auf. Als ausgebildeter Rettungsschwimmer hätte er umgehend Hilfe leisten können,  doch er lies Anneck aus Kamerun tatenlos ertrinken. Später sagte Mike Zerfowski in einem Interview zur BZ, er könne sich „nicht drum kümmern“, „wenn da drüben einer ertrinkt“. [1]

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14.6.2014 Magnet-Club/Berlin: Hass

Als 2007 auf den damaligen HASS Plakaten zur Abschiedstour „Zum allerletzten Mal“ tönte, da meinten wir das auch so. Damals. Nur man kann nach über 30 Jahren Bandgeschichte und unzähligen Konzerten nicht so einfach damit aufhören… und damit hatten wir auch nicht gerechnet: 2013 am Höhepunkt des Entzugs wurde für uns alle klar: „Entweder wir starten wieder durch oder wir verrecken!“ In den Jahren der Abstinenz haben sich so viele unzählige Songs und Textideen angesammelt, dass wir auch sehr schnell wieder ein neues Album aufnehmen konnten. Und diese neue Platte werden wir nun zusammen mit Aggressive Punk Produktionen im März 2014 veröffentlichen, gerade rechtzeitig bevor wir auch wieder auf Tour gehen werden. Wir haben riesigen Bock… wir hoffen ihr auch!

VVK: 12 Euro AK: 13 Euro

12.9.2013 Schreina/Berlin: Meet the crew! Brandenburgtresen

Der 2. Donnerstag im September steht an. Zeit für den Treffpunkt von Exil-BrandenburgerInnen und interessierte BerlinerInnen:

Eigentlich hatten wir geplant eine Veranstaltung zur Gutscheinproblematik und neuen Konzepten in Oberhavel durchzuführen. Leider hat der Landrat diese Aktivitäten gerade massiv durchkreuzt und die Initiativen müssen erstmal das Konzept aktualisieren. Daher werden wir das verschieben und später nachholen, sobald klar ist wohin die Reise geht.
Es wird also nur ein gemütliches beisammen sitzen, plauschen, austauschen usw. 😉
Erscheint also zahlreich und gebt uns Feedback.

Beginn: 20.00 Uhr

5.6.2013 Berlin: Demonstration anlässlich polizeilicher Repression bei Blockupy Frankfurt

Am 1.6 haben Cops die antikapitalistische Blockupy Demonstration in Frankfurt angegriffen, Demonstrant_innen gekesselt, mit Pfeffer und Schlagstöcken bearbeitet, teils blutig und ohnmächtig geschlagen und die Demonstration auf der gerichtlich bestätigten Route verhindert.
Bereits während der Anreise waren alle Berliner Busse stundenlang festgehalten worden und durften erst nach Frankfurt nachdem alle Reisenden sich erkennungsdienstlich behandeln ließen. Aufgrund dieser provokativen Repression musste der Refugee-Bus, in dem unter anderem Personen -sans papiers- anreisten nach Berlin zurückfahren – sie konnten nicht an den Blockupy Protesten in Frankfurt teilnehmen.

Während in der Türkei und im Süden Europas hunderttausende auf die Straße gehen um das Ende dieses ausbeuterischen Systems zu fordern, schützen sie das Herzstück der europäischen Dauerkrisen-Politik mit martialischer Gewalt.

Das lassen wir uns nicht mehr bieten: Finger weg von unseren Demonstrationen; auch und gerade im Zentrum der Krise. Wir rufen dazu auf unsere Wut in einer entschlossenen Demonstration Ausdruck zu verleihen: Gegen Polizeirepression – gegen das Ausbeuterische Scheißsystem – in Solidarität mit den Menschen in der Türkei und Südeuropa!

Wir werden diese Demonstration nicht anmelden, weil wir nicht einsehen, dass die Polizei, die uns willkürlich kontrolliert, durchsucht, verprügelt und unsere Demos angreift zu entscheiden hat wo und wie wir demonstrieren.

Weg mit Kapitalismus, Krieg und Krise!
Gemeinsam, entschlossen, unnachgiebig!

5.6.: U-Bhf. Heinrich-Heine-Straße 19.00 Uhr

2.3.2013 Leipzig: Freiheit wird erkämpft!

Für Samstag den 02.03. wird zu einer Freiraum-Demonstration ausgehend vom Leipziger Marktplatz aufgerufen. Anlass sind die gegenwärtigen Ereignisse in Griechenland. Unsere Solidarität gilt den Kämpfenden gegen die jüngsten Zumutungen des kapitalistischen Krisenregimes, insbesondere den libertären Strukturen und den Orten des Widerstands. Am Ende des Artikels dokumentieren wir zwei der Aufrufe zur Demonstration.

Griechenland ist überall

Es gibt keinen Grund, die griechischen Zustände, als eine Besonderheit anzusehen, zu der sie durch die Schuldzuweisung an die Bevölkerungen einzelner Nationen gemacht werden. Die Rede von den faulen Griechen dient gerade nur dazu, die Erzählungen von der Krise in die Erzählung um nationale Konkurrenz einzuordnen, deren einschüchternden Wirkung auch die restlichen Lohabhängigen Europas treffen soll. Jenseits der politischen Stabilität, die diese Erklärungen bieten sollen, sind sie als das zu entpuppen, was sie sind: Erzählungen des Kapitals. Denn in dessen Augen sind all jene „faule Griechen“, die nicht noch effizienter arbeiten und wirtschaften.

Genauso gibt es auch die Geschichte abseits kapitalistischer Verhältnisse. Die Freiräume, von denen hier im speziellen gesprochen wird existieren nicht nur in Griechenland. Sie werden seit Jahrzehnten immer wieder neu erkämpft und verteidigt. Auch diesen Kämpfen und ihren aktuellsten Beispielen ist diese Demonstration gewidmet.

Ob IvI, ZAD oder sonstwo: WIR BLEIBEN ALLE!

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Kick it like Erich Mühsam!

Vor Kurzem gab es in der Wochenzeitung „Jungle World“ einen Themenschwerpunkt über linke Fußballvereine unter dem Motto „Kick it like Guevara“. Wir wollen uns an dieser Stelle aus Sicht von linken Babelsbergfans ein paar aktuelle Fragen zum Thema stellen und auf einige wichtige Spiele und subkulturelle Termine in Babelsberg, Berlin und anderswo aufmerksam machen. Gerade jetzt, wo der DFB im Dezember ein äußerst repressives Sicherheitspapier verabschieden möchte und die Ultra- bzw. Fanszenen in vielen Vereinen politisch auf der Kippe stehen, ist eine verstärkte politische Präsenz von Links in den Stadien dringend geboten!

Spätestens wenn der DFB und seine Gremien im Dezember über das unsägliche Sicherheitspapier entscheiden werden, wird es für die Fan- und Ultraszenen hierzulande ums Ganze gehen. Sollten die vorgeschlagenen repressiven Maßnahmen in den Stadien in dieser Form tatsächlich umgesetzt werden, so war es das mit der bisherigen lebendigen Fankultur hierzulande erst mal und es drohen englische bzw. italienische Verhältnisse. Dass gerade die Fußballstadien schon immer als Testgebiet für neue Gesetzesverschärfungen und repressive Maßnahmen gegen Fußballfans (zuletzt u.a. die „Nacktzelte“ beim Spiel des FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt) dienten, welche dann z.B. auch an anderer Stelle zur sozialen Aufstandsbekämpfung im Zuge von Demonstrationen zum Einsatz kamen ist nichts Neues.  

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21.9.2012 Festsaal Kreuzberg/Berlin: Linke Politik Anfang der 90er in Ostdeutschland

21.09.2012 19:00
Berlin, Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Straße 130, U Kottbusser Tor
 

Die erste Hälfe der 90er Jahre war eine Zeit voller Widersprüche. Auf der einen Seite stellte die rassistische und nationalistische Mobilisierung die antifaschistische Linke vor neue und schwierige politische Herausforderungen. Die explosionsartige Zunahme faschistischer und rassistischer Gewalt, die ihre Höhepunkte unter anderem in den Pogromen von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen fand, bedeutete für viele Menschen eine alltägliche Bedrohung. Auf der anderen Seite waren die Nach-Wende-Jahre alles andere als eine bleierne Zeit. Die gesellschaftlichen Umbrüche eröffneten gerade im Osten weite Freiräume, die auch die Linke nutzen konnte und genutzt hat. Überall in der Ex-DDR entstanden Initiativen, wurden alternative Jugendzentren aufgebaut, Häuser besetzt, Bündnisse geschmiedet. Es war zu spüren, dass sich etwas bewegt, das Veränderung möglich ist. Aus der Notwendigkeit der Selbstverteidigung entstanden überall Antifa-Zusammenhänge, die die Nazis an vielen Orten zurückdrängen konnten.

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RASH Eifel gegründet

Wir sind linke Skinheads und verstehen uns als Teil von Red and Anarchist Skinheads, einem international weltweiten aktiven Netzwerk.

Wir sehen uns in der Tradition des Skinheadkultes, der seit mehr als 35 Jahren besteht und dessen grundlegender Bestandteil „schwarze“ Musik, wie Ska und Soul ist, und der somit eindeutig antirassistisch orientiert ist. Wir wollen nicht nur gegen die landläufige Auffassung der rechten Schläger vorgehen, sondern uns aktiv gegen Rassismus im Allgemeinen wehren. Wir verstehen darunter jedoch nicht nur den offen geäußerten Rassismus, sondern auch und gerade den verdeckten „Alltagsrassismus“. Die Wurzeln dieser Formen des Rassismus, die tief in die Gesellschaft reichen, sehen wir in der kapitalistischen Werteordnung und im Nationalstaatenprinzip. Ein System, dass hierauf aufbaut, lehnen wir ab.

Täglich werden völlig gesetzmäßig und ganz offen Menschen in Hunger, Bürgerkrieg und staatliche Verfolgung abgeschoben. Homophobie und die daraus resultierende Diskriminierung ist immer noch weit verbreitet. Frauen sind zwar auf dem Papier dem Mann gleichgestellt, in der Realität sind sexistische Positionen jedoch weit gestreut. Im kapitalistischen System ist der Mensch nur noch reines Produktionsgut. Um die wahren Ursachen der Verschlechterung der Lebensverhältnisse zu verschleiern, werden Randgruppen als Sündenböcke herangezogen. Menschliche und soziale Werte sind nicht vorgesehen. Sie sind nicht von Nutzen im Kapitalismus, es zählt nur Profit. Wir begreifen uns – auf Grundlage der internationalen weltweiten Solidarität – als einen Teil der Bewegung im globalen Kampf gegen den Kapitalismus. Wir sind der Meinung, dass nur so die rapide Verschlechterung der sozialen Umstände aufgehalten und in eine Verbesserung der Zustände weltweit umgekehrt werden kann.

Da wir aber nicht nur Red & Anarchist, sondern auch und gerade Skinheads sind, sehen wir eine weitere unserer Hauptaufgaben darin, uns für bessere Umgangsformen zwischen Skinheads einzusetzen. Wir stehen klar gegen sexistische und homophobe Verhaltensweisen, da diese unserem Verständnis eines respektvollen Miteinanders widersprechen. Darüber hinaus wollen wir Veranstaltungen, Konzerte und ähnliche Veranstaltungen organisieren, um die Zahl „korrekter“ Veranstaltungen, auf denen bedenkenlos gefeiert werden kann, zu erhöhen. Essentiell hierbei ist die konsequente Fernhaltung von Rechtsoffenen und Nazis von diesen Veranstaltungen. Wir unterstützen vollinhaltlich die antifaschistische und antirassistische Kulturarbeit von verschiedenen Initiativen und Gruppen. Wir verstehen uns als Teil dieses Netzwerkes, stehen aber auch anderen fortschrittlichen linken Strömungen offen gegenüber.

Jeder, der sich der Skinheadszene verbunden oder zugehörig fühlt und sich mit diesem Grundverständnis identifizieren kann, ist herzlich dazu eingeladen, sich bei uns zu melden und sich bei uns einzubringen!

/// R.A.S.H. E.I.F.E.L. ///
/// Fight against rascist, antisemitic, xenophobie & rightwing ideologies ///


http://rasheifel.blogsport.de
rasheifel@riseup.net

Naziaufmarsch in Aschersleben am 28.01.12

Am 28.01.2012 wollen die „Freien Nationalisten Salzland“ in Aschersleben (Sachsen-Anhalt) unter dem Motto „Volkstod stoppen“ demonstrieren. Die Organisatoren um Frank Mühlbach (Aschersleben), Thomas Knochenhauer (Aschersleben) und Thorsten Fleischmann (NPD Halberstadt) werden dabei vom Halberstädter Rechtsanwalt Klaus Laßmann, welcher schon des Öfteren Neonazis Rechtsbeistand leistete unterstützt.

Die fehlende Kompetenz macht sich schon auf der Mobilisierungsseite bemerkbar. Von anderen Neonazi-Websites zusammenkopierte Texte, wie beispielsweise der Aufruf, sowie grammatikalische Gemetzel an anderen Stellen, lassen die Seite nicht gerade seriös erscheinen. In rechten Online-Foren ernten Mühlbach und Co. hauptsächlich Kritik von anderen Kameraden, welche ihnen sogar teilweise raten, die Demonstration abzusagen und sich Unterstützung von erfahreneren Neonazis zu holen. Es ist nicht das erste Mal, dass auch der Halberstädter „NPD-Ortsbereichvorsitzende“ Fleischmann an der Organisation einer Demonstration beteiligt ist.

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Alltagsrassismus: Alles nur Theater?

In Deutschland wird Rassismus im Allgemeinen verurteilt. Wie hohl diese Rhetorik ist, zeigt sich insbesondere dann, wenn Alltagsrassismus skandalisiert wird. Weiche Formen der Diskriminierung stoßen hierzulande immer noch massive Abwehrreflexe, wie die Auseinandersetzung um den Blackface-Einsatz am Berliner Schlosspark-Theater zeigt.

Von Andreas Strippel

Dieter Hallervorden fühlt sich missverstanden. Ausgerechnet er, der sich so oft über Rechte und Rechtsradikale und ihre Ansichten lustig gemacht hat, soll eine rassistische Inszenierung an seinem Theater haben. In dem Stück „Ich bin nicht Rappaport“ wird mit Blackface gearbeitet, also ein weißer Schauspieler wird schwarz geschminkt. Das an deutschen Theatern die rassistische Tradition des Blackface ignoriert wird, ist ein Musterbeispiel über die Ignoranz der Wohlmeinenden gegenüber dem Alltagsrassismus.

Der Vorwurf des Alltagsrassismus wird zurückgewiesen und offenbart dabei ein tiefes Unverständnis gegenüber dem, was Rassismus ist und wie er funktioniert. Gerade für Menschen, die sich ernsthaft gegen Formen von Rassismus wehren, ist die Vorstellung sich selbst rassistisch zu verhalten oder zu äußern, oftmals abwegig. Weil man etwas nicht rassistisch Gemeint habe, könne es auch nicht rassistisch sein. Damit wird Rassismus jedoch auf ein individuelles Problem reduziert, das man mit gutem Willen aus der Welt schaffen könnte.

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