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1.Mai 2014: Carlo Giuliani Park/Berlin: Barrio Antifascista

Am 1. Mai – vor und nach der Revolutionären 1. Mai Demo – BARRIO ANTIFASCISTA Open Air – ab 14 Uhr im Carlo Giuliani Park!

14 Uhr – DJ VAGA *mestizo djset aus berlin
15 Uhr – RIVA *anarchist scademy
16 Uhr – FIL THE SCHRILL* berlins finest comedy
17 Uhr – DJ SPONTI MANIFESTANTI *kiezbeatz xberg
18 Uhr – REVOLUTIONÄRE 1.MAI DEMO *lausitzer platz
21 Uhr – MOSKOW DEATH BRIGADE *antifascist hip-hop from moskow
22 Uhr – WHAT WE FEEL*radical antifascist hardcore from moskow
23 Uhr – OUTSOURCED UNDERGROUND *lena störfaktor & tapete vs. guts pie earshot

15 & 16:30 Uhr – INOX KAPELL – Insektoide Exkursion im Carlo Giuliani Park

und natürlich wie immer: Kinderspace der Freien Schule Kreuzberg, Redebeiträge, Infotische, Kistenklettern und die Solibar.

 

zum 10.ten Jahrestag der Proteste von Genua wurde am ersten Mai 2011 der Carlo Giuliani Park eröffnet. Der Ort an dem das Barrio Antifascista stattfindet.

Vor 4 Jahren hat die Gruppe Genova Libera dazu einen Text veröffentlicht, den wir hier noch einmal dokumetieren:

10 Jahre nach­dem Carlo Gi­ulia­ni von der ita­lie­ni­schen Po­li­zei er­schos­sen wurde, er­öff­nen wir den Carlo Gi­ulia­ni Park in Ber­lin Kreuz­berg. Die­ser Park soll ein Frei­raum sein, der den Men­schen ge­hört, ein Ort der Be­geg­nung und des Re­spekts – ein Park ohne Kon­sum- und Leis­tungs­t­er­ror, ohne Si­cher­heits­wahn und Über­wa­chung. In Ber­lin gibt es kaum noch Plät­ze wo wir sein kön­nen, ohne Geld aus­ge­ben zu müs­sen, ohne Kunde zu sein oder sich wie auf einem Lauf­steg vor­zu­kom­men. Warum? Wer hat die Plät­ze ge­stoh­len? Wer hat die Kul­tur, den Sinn für Musik, Kunst und Ge­mein­sam­keit ge­stoh­len? Wer hat un­se­re Stadt ge­stoh­len? Es sind die Ver­ant­wort­li­chen für Pri­va­ti­sie­rung und Kom­merz, die Pro­fit­stra­te­gen des frei­en Mark­tes, die In­ge­nieu­re des grau­en All­tags.
Der Name Carlo`s soll uns er­in­nern und gleich­zei­tig nach vorne schau­en las­sen, uns Mut und Kraft geben wei­ter­hin für eine Welt zu kämp­fen, in der Un­ter­drü­ckung, Na­tur­zer­stö­rung, Krieg und das Wett­ren­nen an den Bör­sen der Me­tro­po­len ein für alle Mal Ge­schich­te sind.
Vor 10 Jah­ren haben wir uns mit hun­dert­tau­sen­den Men­schen aus der gan­zen Welt in Genua ge­trof­fen um den selbst­er­nann­ten Re­prä­sen­tan­ten des glo­ba­len Nor­dens, den so ge­nann­ten „G8“ unser „NEIN!“ ent­ge­gen zu schleu­dern. Unser „NEIN!“ zu ihrer Plas­tik­welt, die alles zu Waren macht, an der die Men­schen nur noch als Pro­du­zen­tIn­nen des Reich­tums für ei­ni­ge We­ni­ge teil­neh­men dür­fen. Unser „NEIN!“ zu einer Welt, auf der nur ein klei­ner Teil der Be­völ­ke­rung das Recht auf Er­näh­rung, Bil­dung und kör­per­li­che wie psy­chi­sche Un­ver­sehrt­heit hat. Unser „NEIN!“ zur töd­li­chen Logik des Ka­pi­ta­lis­mus.
Denn unser „NEIN!“ ver­eint und stärkt uns!
Unser „NEIN!“, über­quert Gren­zen, schmug­gelt sich an Zoll­be­hör­den vor­bei, über­win­det die sprach­li­chen und kul­tu­rel­len Un­ter­schie­de, und ver­ei­nigt den ehr­li­chen und no­blen Teil der Mensch­heit, der auch, und das darf man nicht ver­ges­sen, ihre Mehr­heit ist. Unser „NEIN!“ braucht keine Ge­neh­mi­gung, keine Par­tei und auch kein Hof­fen auf eine hö­he­re Ge­walt.
Denn unser „NEIN!“ ist das „JA!“ zum Leben, zur Kol­lek­ti­vi­tät, denn wir glau­ben an So­li­da­ri­tät und Schön­heit – unser „NEIN!“ ist der Mut zur Uto­pie!
Wir, die wir uns in Genua tra­fen, waren ge­eint durch die Hoff­nung und die Ent­schlos­sen­heit für eine an­de­re Welt zu kämp­fen. In­spi­riert durch die za­pa­tis­ti­sche Be­we­gung, die 1994 „eine an­de­re Welt ist mög­lich“ aus­rief. Wir waren Teil der Pro­tes­te von Se­at­tle und Prag, der Welt­so­zi­al­fo­ren und un­se­rer je­wei­li­gen lo­ka­len Kämp­fe. Die Ant­wort der Herr­schen­den in Genua war klar: Auf die Köpfe, die sie nicht er­obern konn­ten muss­ten sie ein­schla­gen, die lau­ten Stim­men für eine an­de­re Welt soll­ten zum Schwei­gen ge­bracht wer­den. Carlo wurde er­schos­sen. Tau­sen­de wur­den ver­letzt, ver­haf­tet und ge­fol­tert. In Bol­zane­to, in der Diaz Schu­le, auf den Po­li­zei­sta­tio­nen, im Ge­fäng­nis Mar­ras­si. Wir haben nicht ver­ges­sen, und wir ste­hen noch immer hier!
Das, was da­mals schlecht war, ist heute noch be­schis­se­ner. In atem­be­rau­ben­der Ge­schwin­dig­keit ex­por­tie­ren Sie Krie­ge, Kli­ma­ka­ta­stro­phen und Bör­sen­crashs. Un­se­re Hoff­nung, dass sich die­ses Sys­tem sel­ber zu Fall brin­gen würde, er­füll­te sich bis­lang lei­der nicht. Eine Min­der­heit hab­süch­ti­ger Kri­mi­nel­ler hat dem Rest der Mensch­heit und der gan­zen Erde den Krieg er­klärt. Wir er­le­ben der­zeit eine nu­klea­re Ka­ta­stro­phe, für die die Mäch­ti­gen der Welt ver­ant­wort­lich sind. In ihrem Pro­fit­wahn hin­ter­las­sen sie eine Spur der Ver­wüs­tung, die Teile un­se­res Pla­ne­ten un­be­wohn­bar macht.
War vor 10 Jah­ren unser „NEIN!“ rich­tig, so ist es das heute erst Recht!
Al­ler­orts for­miert sich neuer Wi­der­stand. Welt­weit gehen die Men­schen auf die Stras­se und las­sen sich nicht län­ger mit den ihnen zu­ge­wie­se­nen Zu­schau­er­plät­zen am Rande der Ge­schich­te ab­spei­sen. Der Hun­ger nach so­zia­lem Um­bruch und Würde ist da. Wir sind da!

„Man sagt uns, daß es sich bei der Glo­ba­li­sie­rung um einen un­ver­meid­li­chen Pro­zess hand­le, der wie die Schwer­kraft wirke. Dar­auf ant­wor­ten wir: Dann müs­sen wir eben die Ge­set­ze der Schwer­kraft außer Kraft set­zen.“ Sub­co­man­dan­te Mar­cos / Ch­ia­pas

Es lebe die Re­bel­li­on, die „NEIN!“ sagt!
Tod dem Tod!

Ge­no­va Li­be­ra – Ber­lin Kreuz­berg 2011

alles aus den Jahren 2011 bis Heute findet ihr übrigens unter:
http://barrioantifascista.blogsport.de/

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