Schlagwort-Archiv: gentrifizierung

22.9.2014 Tristeza/Berlin: „Gentrifizierung und die richtige Kritik am Kapitalismus“

22.09.2014 / 19.00 Uhr – Tristeza (Pannierstraße 5)
Diskussionsveranstaltung mit Andrej Holm (Soziologe / HU Berlin) und Jimmy Boyle (Gruppen gegen Kapital und Nation)

Gentrifizierung scheint gerade in Neukölln als allgegenwärtiges Phänomen: Aus Leerstand werden schicke Boutiquen, Cafés und Szene-Kneipen, Arabisch und Türkisch hört man seltener, dafür mehr Deutsch, Französisch, Englisch und Spanisch, statt in wenigen Jahren mehrmals umzuziehen wird die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung zu einer jahrelangen Tortur.
Der Begriff Gentrifizierung ist in diesem Zusammenhang in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Doch was genau sind die Ursachen für die nicht nur in amtlichen Statistiken beobachtbaren Veränderungen in der Stadt? Verschiedene, auch linke Strömungen, haben in den letzten Jahren unterschiedliche Verursacher_innen für Gentrifizierungsprozesse ausgemacht: Tourist_innen, „Hipster“, Künstler_innen, gierige Investor_innen, verantwortungslose Politiker_innen auf der einen oder ‚den Kapitalismus‘, ‚der allgemeine Zwang zur Verwertung von Besitz‘ auf der anderen Seite. Während erstere an Äußerlichkeiten festgemachte Gruppen, aber auch Einzelpersonen moralisch, teilweise auch mit (physischer) Gewalt angriff, zogen sich Vertreter_innen von zweiterer Position auf eine theoretische und allgemeine Kritik am Kapitalismus zurück: ‚an der Verdrängung könne man nichts machen, bis der Kapitalismus überwunden ist‘. So beschäftigte man sich zwar nicht weiter politisch mit der Gentrifizierung, ärgerte sich aber gleichzeitig über die nächste Mieterhöhung und den Auszug der migrantischen Nachbar_innen.

Weiter

 

9.7.2014 Café Cralle: „FIFA WM 2014 in Brasilien. Neoliberalisierung im Trikot“

Solitresen der A.I.R.
„FIFA WM 2014 in Brasilien. Neoliberalisierung im Trikot“. Ein militarisierter Neoliberalismus restrukturiert unter dem Motto „Juntos num só ritmo“ seit der Vergabe der Männer-WM die Austragungsstädte Brasiliens. Mit diesem Slogan – „Alle im gleichen Rhythmus“ – verdrängen Sport- und weitere Infrastrukturprojekte Bewohner_innen, während öffentliche Räume zum Panopticon der Sponsoren des Fußballrummels werden. Warum und wie die FIFA als Besatzungsmacht Brasilien ausbeutet und am langen Hebel der Gentrifizierung sitzt und wie sich Widerstand gegen militarisierte Städte stellt, wollen wir zusammen mit dem Politikwissenschaftler Volker Eick diskutieren.
 
Eintritt frei! Beginn: 20.30 Uhr

[P] Spontandemonstration gegen Gentrifizierung

In Potsdam fand am Silvesterabend eine Spontandemonstration gegen Gentrifizierung, gegen die Wohnungssituation und für mehr linke Freiräume statt. An der nichtangemeldeten Demonstration nahmen rund 70 Autonome teil.
Die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt, die stetig steigenden Mieten einhergehend mit fehlendem Wohnraum im niedrigen Preissegment sowie die Bedrohung linker Freiräume und besetzter Häuser in Potsdam ist in den Medien fast ein alltägliches Thema. Während kommunaler und preiswerter Wohnungsbestand verschwindet, wie aktuell die Debatten um den Abriss des Staudenhof, der Verkauf von städtischen Eigentum wie am Findling und die Sanierung der letzten kostengünstigen Wohnquartiere zeigen, baut die Stadt Potsdam auf Tradition und Preußentum. Für die Errichtung der historischen Mitte (Stadtschloss, Garnisonkirche und andere Bauten) werden öffentliche Gelder verschwendet und Wohnraum abgerissen. Auch wenn die Stadt nach Außen von einer kritischen Situation auf dem Wohnungsmarkt spricht, zeigt sie mit ihrer Politik und mit der Bedrohung von linken Wohnprojekten Freiräumen, wen sie in der Stadt haben wollen und wen nicht. Ein Potsdam für Reiche, Besserverdienende und Preußenfetischisten? Ohne uns!

weiter

»access all areas« 17.12. – Aktionstag für den Erhalt der Roten Flora, gegen Gentrifizierung und kapitalistische Stadtentwicklung

Städte sind weltweit Schauplatz ökonomischer Zwänge und repressiver Politik. Gleichzeitig sind sie umkämpfte Orte, die bestimmt sind von Auseinandersetzungen um Selbstbestimmung und Teilhabe. Wir erleben derzeit an vielen Orten Krisen, soziale Proteste und neue Bewegungen. Um diese Konfliktlinien auf dem Terrain der Stadt zu vervielfältigen, findet am Samstag, den 17. Dezember 2011 ein Aktionstag gegen kapitalistische Stadtentwicklung und Gentrifizierung statt. Dieser soll ein regionales und internationales Ereignis schaffen, das überall dort seinen Ort hat, wo ihr kämpft und lebt und euch solidarisch auf besetzte Projekte wie die Rote Flora bezieht.

Rote Flora verteidigen!

Als besetztes, autonomes Zentrum ist die Rote Flora in Hamburg seit über 20 Jahren Ausgangspunkt politischer Interventionen, Treffpunkt politischer Gruppen sowie unkommerzieller Ort für Partys, Veranstaltungen und Selbsthilfe. Derzeit ist sie erneut von Verkauf und Räumung bedroht, nachdem der formalrechtliche Eigentümer angekündigt hat, die Immobilie gewinnbringend veräußern zu wollen. In Anbetracht eines möglichen Räumungsszenarios wollen wir bereits im Vorfeld Widerstand auf allen Ebenen entwickeln.

Bei der Verteidigung der Flora setzen wir nicht auf Verhandlungen, Verträge oder sogenannte Beteiligungsverfahren. Im Zentrum der gegenwärtigen und kommenden Auseinandersetzungen steht die Unverträglichkeit des Projekts: Es geht um die Stärkung der Flora als politischer Störfaktor, der sich offensiv in aktuelle gesellschaftliche Konflikte einmischt und den Normalbetrieb kapitalistischer Stadtentwicklung durchkreuzt.

In den letzten Monaten gab es Solidaritätsveranstaltungen, Aktionen und eine überregionale Demonstration mit über 5000 Menschen. Unter dem Motto „Stadt selbst machen“ wurde dort der Kampf um die Flora mit dem Kampf um Recht auf Stadt verbunden. Im Mittelpunkt stand die Verbindung lokaler Konflikte in der Perspektive einer Vergesellschaftung von Stadt. Ein solidarischer Begriff von Gesellschaft, der das Lokale und das Globale zusammendenkt und der Logik von Staat und Privateigentum eine selbstbestimmte Praxis entgegensetzt.

In ihrem Begehren nach Unverträglichkeit und Aneignung ist die Rote Flora Teil vielfältiger Bewegungen, die sich überall entwickeln, wo Menschen sich kritisch gegen die scheinbare Unausweichlichkeit kapitalistischer Sachzwänge organisieren.

Weiter

Hamburg: Autonomer Block am 29.10.

Kommt zum Autonomen Block auf der „Mietenwahnsinn Stoppen“ Demo am 29. Oktober! Treffpunkt ist 13:00 am Millerntoplatz (U-Bahn: St. Pauli), bei der Bushaltestelle/am Park. Wenn ihr noch Transpis habt, bringt sie mit!
Zur Zeit wird viel gegen wirtschaftliche Ungerechtigkeiten und ungerechtes Wirtschaften protestiert. Nach Problemen müssen wir angesichts der zum Standard gewordenen Krise kaum suchen, und vermeintliche Lösungen sind schnell gefunden. Auf den Plätzen heißen sie mal Banken und Parteien entmachten, mal Reichtum besteuern oder Märkte regulieren. Dort, wo es um die Frage „Wem gehört die Stadt?“ geht heißt es dann alternativ: Wohnraum vergesellschaften oder Mietobergrenzen einführen.

An und für sich ganz vernünftige Forderungen, genauso wie Mietspiegel und sozialer Wohnungsbau der SAGA GWG einst vernünftige Ideen waren um Mietsteigerungen entgegenzuwirken. Das grandiose Scheitern dieser Ideen – heute ist die SAGA GWG eine der Hauptakteur_innen der Gentrifizierung und der Mietspiegel ein Legitimationsinstrument für Mieterhöhungen – zeigt, dass den Widersprüchen der gesellschaftlichen Strukturen nicht einfach ausgewichen werden kann.

»access all areas« 17.12. – Aktionstag für den Erhalt der Roten Flora, gegen Gentrifizierung und kapitalistische Stadtentwicklung

Städte sind weltweit Schauplatz ökonomischer Zwänge und repressiver Politik. Gleichzeitig sind sie umkämpfte Orte, die bestimmt sind von Auseinandersetzungen um Selbstbestimmung und Teilhabe. Wir erleben derzeit an vielen Orten Krisen, soziale Proteste und neue Bewegungen. Um diese Konfliktlinien auf dem Terrain der Stadt zu vervielfältigen, findet am Samstag, den 17. Dezember 2011 ein Aktionstag gegen kapitalistische Stadtentwicklung und Gentrifizierung statt. Dieser soll ein regionales und internationales Ereignis schaffen, das überall dort seinen Ort hat, wo ihr kämpft und lebt und euch solidarisch auf besetzte Projekte wie die Rote Flora bezieht.

Weiter

Andrej Holm: Interview zu Mieten, Vertreibung und Gentrifizierung

Wir dokumentieren ein Gespräch mit Andrej Holm [twitter] über die Wohnungspolitik des „rot-roten“ Senats in Berlin, die Privatisierung der „GSW Immobilien AG“, Gentrifizierung, Baugruppen und die Räumung der ehemals besetzten »Liebig 14«. Das Interview (geführt von Jörn Boewe) erschien erstmals am 30.04.2011 in der Tageszeitung junge Welt.

 

»Berlin im Normalzustand der kapitalistischen Stadtentwicklung«


Im Februar hat der Berliner Senat ein ehemals besetztes Haus im Stadtteil Friedrichshain mit einem Großaufgebot der Polizei räumen lassen. Die Linkspartei hat bedauert, die Räumung sei »politisch nicht zu verhindern« gewesen. Hat die Landesregierung hier wirklich nur ihre Pflicht getan?

Die Räumung der Liebigstraße 14 steht vor allem für die Verschiebung der wohnungspolitischen Kräfteverhältnisse in der Stadt. Zum einen wurden mit der Klage und der Räumung die politisch Legalisierungskompromisse der letzten großen Hausbesetzungsbewegung Anfang der 1990er Jahre aufgekündigt. Zum anderen verweist die offenbarte Hilflosigkeit der Politik auf Landesebene und im Bezirk auf ein wachsendes politisches Vakuum. Mit der Räumung ist für viele deutlich geworden, daß »Rot-Rot« nicht in der Lage ist, die selbst formulierten Ziele durchzusetzen. In der Geschichte der Stadtpolitik waren solche Konstellationen oft Ausgangspunkt von starken Protestbewegungen.

Weiter