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Berlin: Aktuelles zu den Nazidemos am 26. April und 1. Mai

Am 26. April und am 1. Mai wollen die Nazis in Kreuzberg bzw. Neukölln aufmarschieren. Wir möchten euch mit diesem Artikel einen Überblick zu den Planungen der Nazis und der Gegenproteste geben.

Zu dem Naziaufmarsch am 26. April ruft mittlerweile neben der Berliner NPD auch der Berliner Landesverband von Die Rechte auf. Die Rechte ist bundesweit ein Sammelbecken militanter Neonazis, deren Organisationen verboten wurden und die jetzt versuchen sich unter dem Schutz des Parteiengesetzes neu zu organisieren. In Berlin setzt sich Die Rechte maßgeblich aus ehemaligen Mitgliedern der 2009 verbotenen Kameradschaft Frontbann 24 zusammen.Bisher mobilisieren die Nazis nicht öffentlich für ihre Anmeldung am 1. Mai.

Antifaschistische Strukturen gehen davon aus, dass die Nazis beide Demonstrationen durchführen wollen. Für den 26. April wird mit mehr Nazis gerechnet, da die Provokation Kreuzberg auch in ihren Strukturen gut mobilisierungsfähig ist. Außerdem gibt es am 26. April – im Gegensatz zum 1. Mai – keine anderen Nazi-Veranstaltungen im Bundesgebiet.
Die Nazis fokussieren sich in ihrer Mobilisierung für den 26. April ausschließlich auf das Thema Kreuzberg. Es ist daher unwahrschienlich, dass sie einer Verlegung in die Außenbezirke (Lichtenberg, Schöneweide, Rudow o.ä.) zustimmen. Sie werden wohl nur einer Verlegung zustimmen, wenn zumindest ein Teil der Route durch Kreuzberg führt. Von Bullen und Senat gibt es bisher keine Andeutungen ihnen bereits den Moritzplatz als Sammelpunkt zu verbieten.

Mittlerweile mobilisiert ein breites Bündnis Berlin Nazifrei von Antifa-Gruppen, Parteien und Gewerkschaften unter dem Motto „Racist not welcome anywhere!“ zu Massenblockaden gegen beide Naziaufmärsche. Sie haben sich dazu auf den bekannten Aktionskostens geeinigt:“Unsere Massenblockaden sind Menschenblockaden. Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen den Naziaufmarsch, dabei geht von uns keine Eskalation aus.“ Selbstverständlich gilt dieser Aktionskonsens nur für Aktionen, die von dem Berlin Nazifrei-Bündnis organisiert sind. Sie erklären sich explizit mit allen anderen solidarisch, „die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern“, dabei aber auf andere Aktionsformen setzen.
Für den 1. Mai ruft zusätzlich das Bündnis Neukölln,ein Netzwerk antifaschistischer Gruppen, Parteien, Gewerkschaften und Vereinen aus dem Bezirk, zu Kundgebungen entlang der Route auf.

Auch auf der Straße läuft die Mobilisierung an. Etlichen Läden in Kreuzberg 36 haben Plakate gegen den Naziaufmarsch in ihre Schaufenster und Räume gehängt. Auch im restlichen Stadtbild hängen immer mehr Plakate der Antifa-Mobilisierung und von Berlin Nazifrei.

Sammelpunkte für die Gegenproteste am 26. April und 1. Mai will Berln Nazifrei in den nächsten Tagen veröffentlichen. Selbstverständlich halten wir euch auch auf antifa-berlin.info auf dem Laufenden.

http://www.antifa-berlin.info

Und: Eine Einschätzung zur Nazidemo am 26.4. in Kreuzberg

18.01.2014 | ZUGTREFFPUNKT – Antifa in der Zone: Damit auch der Naziaufmarsch in Magdeburg verhindert wird!

Während Europas ehemals größter Naziaufmarsch in Dresden zunehmend an Bedeutung und Ausstrahlungskraft verliert, nimmt die Teilnehmer_innenzahl bei Nazi-Demonstrationen in der ostzonalen Umgebung stetig zu. Die Demonstrationen in Magdeburg, Cottbus, Dessau und Chemnitz dienen im Frühjahr jedes Jahres inzwischen als Alternativoptionen, um gegen „Schuldkult“ und „Bombenholocaust“ durch die Straßen ziehen zu können. Dabei hat sich der Naziaufmarsch in Magdeburg zu einem der größten Aufmärsche in Deutschland entwickelt. Damit auch in Städten wie Magdeburg Revanchismus, Holocaust-Relativierung und deutsche Opfermythen zukünftig keinen Meter auf die Straßen getragen werden können, bedarf es einer antifaschistischen und solidarischen Praxis strukturstärkerer Regionen.

Am 18. Januar 2014 werden schätzungsweise tausend Nazis in Magdeburg marschieren, um die Bombardierung der Stadt für ihre Zwecke umzudeuten. Seit einigen Tagen gibt es nun auch massive Provokationen und Einschüchterungsversuche durch die Nazis. Dies äußert sich u.a. darin, dass eine Liste mit zahlreichen Namen und Adressen von scheinbar Aktiven des antifaschistischen Spektrums veröffentlicht wurde, die Aktivist*innen unter Druck setzen soll. Nicht nur die Nazis haben in den letzten Jahren Druck ausgeübt – linke Strukturen haben derzeit in Sachsen-Anhalt mit anhaltenden staat­li­chen Re­pres­si­onen zu kämpfen, was sich deutlich an der Bullenstrategie der Gegenproteste zum Aufmarsch im letzten Jahr, den Durchsuchungen zum RAZ-Verfahren oder auch im November in Burg gezeigt hat.

Lasst uns deshalb gemeinsam nach Magdeburg fahren und den Naziaufmarsch blockieren – damit die Zone lebt.

Wir treffen uns diesen Samstag, den 18.01.2014, um 7:45 Uhr am Alexanderplatz, Gleis 2. Abfahrt ist 8:03 Uhr.
Es wird eine gemeinsame An- und Abreise aus Berlin geben.

Antifa-Criminals United!

Weitere Infos zu den Gegenprotesten findet ihr hier: http://magdeburg-nazifrei.com/