Schlagwort-Archiv: fackeln

17.12.2014: Fackelmarsch in Oranienburg geplant

INFORIOT Nach andau­ern­der ras­sis­ti­scher Hetze wird auf der Facebook-Seite „Nein zum Heim in Ora­ni­en­burg“ nun zu einer Demons­tra­tion gegen die Unter­brin­gung von Geflüch­te­ten in Ora­ni­en­burg auf­ge­ru­fen. Im Netz kur­siert ein Ban­ner, dem­zu­folge die Demons­tra­tion unter dem Motto „Wir sind das Volk — Abend­spa­zier­gang für eine ange­mes­sene Asyl­po­li­tik“ am Mitt­woch, den 17. Dezem­ber um 18:30 vom Bahn­hof Ora­ni­en­burg star­ten soll. Ähnlich wie eine Woche zuvor in Witt­s­tock, wol­len soll mit Fackeln durch die Stadt gezo­gen werden.

Bereits Anfang des Monats for­mierte sich eine „Nein zum Heim“-Facebook-Gruppe in der Nach­bar­stadt Lee­ge­bruch. In Ober­krä­mer, an der Grenze zu Lee­ge­bruch, soll eine seit zehn Jah­ren nicht mehr genutzte Flie­ger­schule zum Asyl­heim umge­baut wer­den. In der Facebook-Gruppe fin­den sich bekannte Neo­na­zis und NPD-Mitglieder, sowie Mit­glie­der der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Leegebruch.

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6.12.2014 Wittstock: Aufmarsch am kommenden Samstag: Mit Fackeln gegen Flüchtlinge / Proteste angekündigt

Witt­s­tock – eine kleine Stadt im Nord­wes­ten Bran­den­burgs. 15.000 Einwohner_innen leben hier und seit kur­zem auch 45 Geflüch­tete.  Zuviel wie man­che finden…

Fackel­marsch am Samstag

Eine „Akti­ons­gruppe Witt­s­tock“ ruft des­halb auf ihrer Prä­senz „Asyl­flut in Witt­s­tock NEIN DANKE“ für Sams­tag, den 6. Dezem­ber 2014, zu einem „Fackel­spa­zier­gang“ – um nicht zu sagen „Fackel­marsch“ – auf. „Bür­ger­wut“ soll auf die Straße getra­gen wer­den. Bis zu 500 „Bürger_innen“ wer­den erwar­tet. Das hier aber vor allem Neo­na­zis und deren Sympathisant_innen aus nah und fern erschei­nen wer­den ist abseh­bar. Bei einer ähnli­chen Ver­an­stal­tung am 8. Novem­ber 2014 nah­men bereits Abge­sandte des neo­na­zis­ti­schen Milieus aus ganz West­bran­den­burg teil. Auch für den kom­men­den Marsch wird weit­räu­mig in der Szene gewor­ben. U.a. ruft auch die NPD Potsdam-Mittelmark aus dem 140km ent­fern­ten Bad Bel­zig zur Teil­nahme auf.

Ange­mel­det soll der Fackel­marsch von einer bis­her poli­zei­lich nicht in Erschei­nung getre­te­nen Per­son wor­den sein. Mög­li­cher­weise um die Spur der tat­säch­lich han­deln­den Akteure zu ver­schlei­ern. Als Treff­punkt wird die Stadt­halle in der Ring­straße, ab 16.00 Uhr, bewor­ben. Mög­lich ist aber auch ein Vor­ab­treff am Bahn­hof. Die end­gül­tige Route des geplan­ten Mar­sches ist bis­her nicht bekannt, könnte aber wegen ande­rer Ver­an­stal­tun­gen um die Innen­stadt herum, in die nörd­li­chen und/oder süd­li­chen Stadt­ge­biete füh­ren. Wahr­schein­lich ist nach der­zei­ti­gem Stand sogar das Sze­na­rio, dass die (freund­lich for­mu­liert) Asylgegner_innen mit ihren Fackeln sogar bis zu den Wohn­un­ter­künf­ten der Geflüch­te­ten zie­hen dür­fen. Und dies ist nicht unproblematisch.

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8.5.2014: Naziaufmarsch in Demmin verhindern!

Am 8. Mai veranstalten NPD und freie Kameradschaften in Demmin, einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern, nunmehr zum achten Mal in Folge einen so genannten „Trauer- & Fackelmarsch“. Weitgehend toleriert bis unterstützt durch die ortsansässige Bevölkerung werden dabei Selbstmorde der deutschen Einwohner/-innen im Zuge des Einmarschs der Roten Armeel zum Anlass genommen, geschichtsrevisionistische Proppaganda zu betreiben und von einem Massenkrigesverbrechen an der deutschen Bevölkerung zu faseln. Für die Neonazi-Szene in Mecklenburg-Vorpommern stellt die seit 2006 stattfindende Veranstaltung ein öffentlichkeitswirksames und zentrales Ereignis dar. Der Ablauf gestaltet sich nach einem festgeschriebenen Procedere: beginnend mit der geschmacklosen Inszenierung eines Flüchtlingstrecks von Kindern, Greisen und Invaliden samt heubeladenem Bollerwagen und theatralischer Musik Beethovens, gefolgt von Redebeiträgen, vorgelesenen Gedichten und einem Kranzabwurf am Hafen der Stadt. Den Abschluss bildet am Abend der Aufzug der Nazis mit Fackeln durch die Innenstadt.

Der 8. Mai ist und bleibt für uns der Tag des Sieges, ein Tag der Mahnung und der Verpflichtung. Auch deshalb werden wir den Nazis offensiv entgegentreten, um ihren Aufmarsch und ihre Propaganda zu verhindern!

Wie auch in den Jahren zuvor gibt es Busse aus Berlin nach Demmin. Treffpunkt ist am 8. Mai 2014 um 12.30 Uhr am Ostbahnhof. Tickets erhaltet ihr hier:

Red Stuff, Waldemarstraße 110, 10997 Berlin

Dr. Pogo – Veganladen, Karl-Marx-Platz 22-24, 12043 Berlin

Brauner Spuk mit weißen Masken

Die Polizei rückte am vorigen Donnerstag frühmorgens an. 44 Wohnungen durchsuchten die Beamten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg. Masken und Fackeln, Schlagringe, Pyrotechnik, Propagandamaterial und Computertechnik sammelten sie bei den 41 Beschuldigten ein, die am 30. September vorigen Jahres an einer nicht angemeldeten Demonstration im sächsischen Stolpen teilgenommen haben sollen. Ziel der Polizeiaktion waren die „Unsterblichen“.

Seit einem Dreivierteljahr sind Neonazis in der Bundesrepublik unter diesem Label bei semi-öffentlichen Aktionen unterwegs. Die Masche ist fast immer die gleiche. Im Schutz der Dunkelheit ziehen sie unangemeldet, weiße Gesichtsmasken tragend und mit Fackeln sowie Feuerwerkskörpern ausgestattet, durch die Straßen. Bevorzugt werden dabei kleinere Städte oder Stadtteile ausgewählt, die von größeren Polizeikräften möglichst nicht rasch zu erreichen sind. Nach 20 oder 30 Minuten endet das Spektakel bereits. Wenn die Polizei erscheint, sind die Neonazis im – für sie optimalen Fall – schon wieder von der Bildfläche verschwunden.

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Razzia gegen braune “Unsterbliche”

Heute fanden in mehreren Bundesländern Durchsuchungen in den Strukturen der ostdeutschen Naziszene statt. Ziel der Aktion von Polizei und LKA Sachsen waren nach eigener Darstellung Wohn- und Arbeitsräume von insgesamt 41 Beschuldigten, denen die Dresdner Staatsanwaltschaft „Verstöße gegen das Versammlungsgesetz“ vorwirft. Sie sollen am 30. September vergangenen Jahres in Stolpen unweit von Dresden, vermummt an einer Demonstration unter dem Motto „Werde unsterblich“ teilgenommen haben. Dabei sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schwarze Kleidung und weiße Gesichtsmasken getragen und Fackeln mitgeführt haben. Heute Mittag fanden in Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt Durchsuchungen von 44 Wohnungen durch die Polizei und das LKA Sachsen statt. Den 41 von der Razzia betroffenen Personen wirft die Dresdner Staatsanwaltschaft die Beteiligung an einer unangemeldeten Versammlung der rechten Szene Ende September 2011 in Stolpen vor. Insgesamt 28 Verdächtige kamen nach Medienangaben aus Sachsen, 11 aus Brandenburg und jeweils eine Person aus Magdeburg und dem Raum Erfurt. Auch in Dresden seien fünf Objekte durchsucht worden, teilte LKA-Sprecher Tom Bernhardt auf Anfrage der Dresdner Neuesten Nachrichten mit. In den letzten Monaten waren nach Einbruch der Dunkelheit Gruppen von bis zu 250 Nazis mit Fackeln und Masken durch mehrere sächsische Kleinstädte gezogen. Später waren Videos der Spontandemonstrationen auf Videoplattformen im Internet aufgetaucht.

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Potsdamer Neonazis verhöhnen Opfer der Novemberpogrome

Bereits am späten Mittwochabend wurde bekannt, dass sich in der Potsdamer Waldstadt etwa 40 Faschist_innen versammelten. Nachdem sie einige Zeit lang mit Fackeln bewaffnet und rechte Parolen grölend umherzogen, war der Spuk vor Ort zwar nach wenigen Minuten wieder vorbei. Doch die Wirkung der Tatsache, dass Potsdamer Neonazis an einem 09. November mit Fackeln anlässlich der Brandstiftungen an deutschen Synagogen 1938 ungestraft durch die Straßen unserer Stadt ziehen, ist beschämend für Potsdam.

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Die Attraktivität der Kleinstadt

Die rechtsextreme Szene bedient sich auch neuer Aktionsformen. Sie setzt auf Flashmobs, Fackelzüge und ländliche Kleinstädte.

»Ich dachte, jetzt werden die gleich alles anzünden«, sagt der ältere Herr, der aus Angst seinen Namen nicht nennen möchte. Er wohnt in Stolpen, einer Kleinstadt in der Sächsischen Schweiz. Sichtlich schockiert berichtet er von einem Aufmarsch, der Ende September unmittelbar vor seiner Haustür stattgefunden hat. An Bilder des Ku-Klux-Klan habe ihn die Szenerie erinnert, nur »viel näher und realer«. Durch Sprechchöre wie »Nationaler Sozialismus – jetzt!« sei ihm klar geworden, dass es sich um Nazis handelte, die mit Fackeln durch die Stadt zogen. Mit dem Nachbarn habe es danach allerdings ein wenig Streit gegeben, denn der habe vermutet, es seien Linke gewesen. Schließlich »waren alle schwarz angezogen, haben Radau gemacht und mitten in der Nacht ein Feuerwerk angezündet«. So etwas machen die Rechten nicht, meinen einige im Ort.

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