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1.10.2014 Sputnik/Potsdam: Lesung: Der ganze Südosten ist unser Hinterland

In der Veranstaltungsreihe der AK Antifa Potsdam unter dem Thema „Deutschland IV – Jetzt noch humaner, rationeller, schneller, sparsamer, härter, größer, verantwortungsvoller“ findet im Buchladen Sputnik folgende Lesung statt:

Klaus Thörner
“Der ganze Südosten ist unser Hinterland”
Deutsche Südosteuropapläne von 1840 bis 1945

Analysen zur aktuellen deutschen Südosteuropapolitik blieben bisher weitgehend geschichtslos. Eine umfassende Darstellung der Südosteuropapolitik des Deutsches Reiches vom Kaiser­reich über die Weimarer Republik bis zum Nationalsozialismus, die Voraussetzung für die Frage nach historischen Bezügen oder Kontinuitäten der heutigen Politik wäre, liegt bis heute nicht vor. Thörners Untersuchung erhebt nicht den Anspruch, als Darstellung der gesamten deutschen Südosteuropapolitik zwi­schen 1840 und 1945 zu gelten. Im Mittelpunkt stehen vielmehr langfristige Konzeptionen und deren ideologische Begrün­dungsmuster, die im Kontext der wirtschaftlichen und politi­schen Rahmenbedingungen betrachtet werden. Dabei ist die Frage leitend, inwiefern sich Kontinuitäten in den historischen Zielsetzungen deutscher Südosteuropapolitik und ihren Be­gründungen zeigen.
Klaus Thörner analysiert die ausschlaggebenden Planun­gen des deutschen „Drangs nach Südosten“ von 1840 bis 1945. Dieser wurde bisher, im Gegensatz zum „Drang nach Osten“, kaum kritisch unter die Lupe genommen.

Gegen den Tag der deutschen Einheit 2014: Am 3. Oktober antinationale Klassenfahrt nach Hannover

Infos zu Demo, Kongress und Busanreise – und noch ein umsGanze!-Aufruf

Der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober wird in diesem Jahr in Hannover abgefeiert – mit Gauck, Bratwurst und allen übrigen Staatsorganen zum anfassen. Die Berliner Republik wird ihren Nationalschnack neu aufquirlen, irgendwas zwischen „aus der Geschichte gelernt“, „Einheit in Freiheit“, „Integration ist keine Einbahnstraße“ und „schwäbische Hausfrau“. Kommt mit, wir versauen ihnen die Party! Bus-Tickets ab sofort bei Schwarze Risse, Schwankende Weltkugel, Red Stuff und K-Fetisch.

26.8.-1.9.2014 Eisenhüttenstadt: Stop Deportation Camp

Widerstand gegen die Eisenhüttenstädter Abschiebemaschinerie ist notwendig! Wir sind eine Gruppe von Refugees und solidarischen Menschen, die seit mehr als einem Jahr gegen den Abschiebeknast und die Isolation kämpfen. Wir kämpfen weiter für unser Recht zu Bleiben wo wir wollen, dahin zu gehen wo und wann wir wollen! Wir verlangen ein besseres Leben! Worin liegt die Notwendigkeit des Abschiebeknastes? Die Inhaftierten sind keine Täter_Innen und keine Verbrecher_Innen! Warum wird ihnen die Freiheit geraubt und kaum Möglichkeiten auf Rechtsschutz ermöglicht? Die Polizei und die Gerichte benutzen Gewalt gegen die Geflüchteten. Was haben sie getan, dass sie ständig kontrolliert und eingeschüchtert werden? Sie sind nur als Menschen gekommen und brauchen wie alle Menschen ihre Freiheit!
Deshalb organisieren wir ein “Stop Deportation Camp”, um den Abschiebeknast zu schließen! Wir möchten der deutschen und europäischen Ausgrenzungspolitik, solidarische Perspektiven entgegensetzen. Wir möchten diesen Raum nutzen, um in Workshops, Diskussionen, Konzerten und vielen kreativen Aktionen aufzuklären, uns zu vernetzen, Perspektiven zu entwickeln und diese auch umzusetzen. Gemeinsam sind wir stark: Bringt euch ein! Organisiert Infoveranstaltungen! Seid kreativ!

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5.7.2014 Frankfurt a.M.: Allez, les enfants! Demonstration gegen Nation und Mythos!

Seit einigen Jahren ist es üblich, dass im Zusammenhang mit Fußballgroßereignissen viele Deutsche auf Public-Viewings und Fanmeilen in ein Schwarz-Rot-Goldenes Fahnenmeer getränkt gemeinsam Fußball schauen und hoffen, dass „Wir“ gewinnen. Auch das private Umfeld wird mit den deutschen Nationalfahnen nach außen sichtbar geschmückt und die Autos mit Wimpeln verziert („Es ist EM/WM, da macht man das halt so.“) Auf die Frage, woher diese Begeisterung für den Fußball bei internationalen Turnieren komme, werden oft Aussagen wie folgende getroffen: „Man ist Deutscher und da ist man stolz auf sein Land.“ Schnell wird klar, es geht hier oft gar nicht oder nur nachrangig um Fußball. Es geht um die Nation. Dem Fußball kommt hierbei eine Schlüsselrolle im deutschen Nationalismus zu. Das hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Erstens wird Fußball als „Volkssport“ begriffen, also als etwas, das dem kulturellen Code der Deutschen eigen ist. Zweitens waren die deutschen Fußballnationalmannschaften in der Vergangenheit einigermaßen erfolgreich, es kann sich also damit positiv assoziiert werden. Nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg wurde das „Wunder von Bern“ als Erlösung von der Schmach der Niederlage wahrgenommen. „Endlich sind wir wieder wer“ wurde seitdem zur gängigen Formel, wenn Erfolge im internationalen Fußball erzielt wurden. Drittens ist es unverfänglich den Nationalismus, der in Deutschland seit dem Ende des Nationalsozialismus in Verruf geraten ist, unter dem Vorwand „Es ist doch nur Fußball“ auszuleben.

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14.6.2014: Gegen alle Männerbünde – Den Burschentag in Eisenach zum Desaster machen!

Gegen alle Männerbünde! Die Deutsche Burschenschaft zerlegt sich selbst. Auch nach dem vergangenen Burschentag in Eisenach ebbt die Austrittswelle nicht ab: Fast die Hälfte aller Bünde hat den Verband in den letzten drei Jahren seit dem Skandal um den sogenannten „Arierparagraphen“ und der damit einhergehenden Eskalation der Flügelkämpfe verlassen. Die verbliebenen Verbindungen sind die offen völkischen und faschistischen, ausgetreten sind die nationalkonservativen und die, denen ihr Image dann doch wichtiger war als die Tradition. Kurz: Der einst bedeutendste studentische Korporationsverband ist nicht mehr das, was er einmal war.

Eines jedoch ist geblieben: Die Mitgliedsbünde der Deutsche Burschenschaft sind Männerbünde – und mit ihnen auch die angeblich „liberalen“ Bünde, die die DB in den letzten Monaten und Jahren verlassen haben, und überhaupt nahezu alle deutschen und österreichischen Studentenverbindungen.

Die Idealisierung martialischer Männlichkeit, Homophobie, völkischer Nationalismus, Sexismus und antifeministische Agitation sind noch immer Gang und Gäbe in sämtlichen Burschenschaften.

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3.6.2014 Berlin: Demo der Flüchtlinge der Gerhart-Hauptmann-Schule

Am Dienstag den 3.6. um 10.00 Uhr machen die Flüchtlinge in der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule eine Demo von der Schule in der Ohlauerstr. zum Senat im „Roten Rathaus“ (Alex-Neptunbrunnen) . Die Zusagen von Senatorin Dilek Kolat, Bürgermeister Wowereit und Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg den Flüchtlingen in der Schule alternative Unterkünfte anzubieten wurden bisher nicht eingehalten. Obwohl vom Bezirk und Senat mehrmals behauptet wurde es stehe ein Gebäude für die Unterbringung von ca. 200 Personen der Schule zur Verfügung und der Umzug nach Abschluß der Registrierung beginnen könne. Im Gegenteil: Dilek Kolat erklärte letzten Dienstag über ihre Behördensprecher, dass ihre Registrierung der Flüchtlinge abgeschlossen sei und nur ca. 20 Flüchtlinge der Gerhart-Hauptmann-Schule auf ihrer Liste zugelassen wurden, und dass es nun Sache des Bezirks ist, für die restlichen ca. 200 Flüchtlinge eine geeignete Unterkunft zu finden.

Alle bisher durch den Senat angekündigten Registrierungstermine wurden seit dem ohne Begründung abgesagt, so dass es für die Flüchtlinge der Schule bisher gar keine Möglichkeit gab, sich irgendwo, für irgendwas registrieren zu lassen.

Gleichzeitig wird den Flüchtlingen seit dem 27.4. durch Bezirk und Senat für die nächsten Wochen die Räumung angedroht.

Somit bleibt den Flüchtlingen nur die Schule als weitere Unterkunft und die ebenfalls bisher ungeklärte und nicht eingelöste Zusage von Baustadtrat Panhoff und Bezirksbürgermeisterin Hermann, die Schule „zu einem internationalen Flüchtlingszentrum umzubauen“.

Also genügend Fragen und Gründe Senat und Bezirk – Wowereit, Dilek Kolat, Hermann und Panhoff auf die Pelle zu rücken und die Einlösung der von ihnen gemachten Zusagen und die Hauptforderung der Flüchtlinge nach einem dauerhaften Aufenthalts- und Arbeitsrecht einzufordern.

Wir – als mit den Flüchtlingen solidarische Menschen – fordern vom Bezirksamt Kreuzberg-Friedrichshain, vom Berliner Senat und insbesondere von der deutschen Bundesregierung und den deutschen Wirtschaftsverbänden, dass sie als eines der reichsten Länder der Erde die politische und menschliche Verantwortung für die Folgen deutscher Waffenexporte, Kriegsbeteiligungen und deutscher Außen- und Wirtschaftspolitik gegenüber den Millionen von Menschen außerhalb Europas und den Flüchtlingen in dieser Stadt übernehmen.

Bleibt solidarisch mit den Flüchtlingen hier und überall!

3.6.2014 Helle Panke/Berlin: „Occupy Antisemitism“ – Die US-amerikanische Linke und der Antisemitismus

Debatten um Antisemitismus polarisieren die deutsche Linke seit beinahe zwei Jahrzehnten. Dabei geht es stets auch um linke Traditionen und Theorien, um die Geschichte des NS und heutige Ausdrucksformen des deutschen Antisemitismus. Was aber resultiert aus dem deutschen Kontext, und was ist das „Linke“? Welche Positionen nehmen Linke in einem anderen nationalen Setting ein, in dem Antisemitismus historisch weniger virulent, die jüdische Community sichtbarer, der positive Bezug auf Israel selbstverständlicher ist?
 
Der Vortrag betrachtet das historische Verhältnis der parteikommunistischen „Old Left“ der 1930er sowie der studentisch geprägten, pluralistischen „New Left“ der 1960er/70er Jahre zu Antisemitismus, jüdischer Identität, dem Holocaust und Israel.
 
Gegenwärtig werden Entwicklungen in der pro-palästinensischen, der Friedens- und der „Occupy Wall Street“-Bewegung beleuchtet.
 
Gefragt werden soll nach Theorietraditionen wie dem Marxismus-Leninismus oder den Critical Whiteness Studies und ihren jeweils spezifischen Anknüpfungspunkten für antisemitische Stereotype. Dargestellt werden aber auch antisemitismuskritische Initiativen. Diese Beobachtungen werden in den spezifischen US-amerikanischen Kontext, darunter jüdisches Engagement in der Linken sowie innen- und außenpolitische Entwicklungen seit 9/11, eingebettet.

Referentin: Sina Arnold (Soziologin)
Moderation: Dr. Frank Engster

Kosten: 2,00 Euro; ermässigt 1,00 Euro
Veranstaltungsort: Helle Panke Kopenhagener Str. 9 10437 Berlin

19.6.2014 Bandito Rosso/Berlin: NEA-RASH-Tresen

Sommer, Sonne, Widerstand!
Wir laden euch zu unserem Sommertresen ein:
leckeres, veganes Essen und kühle Getränke sowie leckere Cocktails warten auf euch. Kommt vorbei- hier ist Raum und Atmosphäre für Austausch, Infos und Vernetzung.
Dazu gibt es die neuesten Informationen zur Gedenkdemonstration an den kurdischen Aktivisten Halim Dener, welcher vor 20 Jahren von der deutschen Polizei ermordet wurde. Lasst uns am 21.06. gemeinsam nach Hannover fahren- gegen rassistische Hetze gegen Kurd*innen und für eine antikapitalistische Perspektive!

nea.antifa.de
halimdener.blogsport.eu

19.06.2014 | 20:00 Uhr | Bandito Rosso (Lottumstraße 10A)

Frankfurt a.M.: 8.Mai – Tag der Befreiung. Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus! Keine Unterstützung der ukrainischen Faschisten durch die deutsche Regierung!

Aufruf: Der Schoß ist fruchtbar noch… Vor 69 Jahren, am 8. Mai, wurde Deutschland vom Faschismus durch die alliierten Streitkräfte befreit. Wir wollen diesen historischen Tag nutzen, um den Opfern der faschistischen Herrschaft zu gedenken, aber auch um klar zu machen: Ein antifaschistisches Bewusstsein ist gerade heute notwendig! Der 8. Mai 1945 bezeichnet keineswegs eine ,,Stunde Null“, vielmehr wirkten faschistische Kräfte in weiten Teilen des jungen westdeutschen Staates fort. Auch die Aufdeckung und breite gesellschaftliche Thematisierung faschistischer Kontinuitäten durch die 68er Bewegung bedeutete kein Ende des Nachwirkens rechter Strömungen im Staatsapperat.

So gibt es auch heute noch Verbandelungen des Staatsapperats mit faschistischen Gruppierungen, wie jüngste Erkenntnisse zur NATO-Geheimarmee ,,Gladio“ und die Mordserie um den NSU gezeigt haben. Teile des deutschen Staates bauten jahrzehntelang und systematisch militante faschistische Gruppen auf: Personell abgesichert und finanziert durch die Geheimdienste (allen voran dem Verfassungsschutz), aus Bundeswehrarsenalen militärisch versorgt und gedeckt durch Aktenvernichtungen und andere ,,Ermittlungspannen“. Augenscheinlich kommt es nicht nur immer wieder zur Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und Faschisten, sondern eine öffentliche Aufarbeitung dieser historischen und aktuellen Verbindungen von Staat und faschistischen Gruppierungen wird darüber hinaus systematisch verhindert.

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15.5.2014 FAU-Lokal/Berlin: Klassismus & im Anschluss RASH-/NEA-Tresen im Bandito Rosso

19.00 Uhr
FAU-Lokal: Vortrag

“Klassismus” – Vortrag mit Andreas Kemper.

Der Begriff des Klassismus und die Auseinandersetzung mit dem Begriff ist im deutschsprachigen Raum kaum bekannt. Anders als in den USA oder Großbritannien, wo es eine weitaus transparentere Auseinandersetzung zur Ausgrenzung und Abwertung gegen Menschen aus ärmeren Verhältnissen gibt.
Thilo Sarrazins Buch “Deutschland schafft sich ab” beispielsweise ist ein gutes Beispiel für die gezielte Nutzung von Klassismus als politisches Kampfmittel. Hier wird behauptet, dass “menschliche Intelligenz zu 50 bis 80 Prozent erblich ist” (Sarrazin 2010, S. 93), da Betroffene sozialer Ungleichheit weniger intelligent seien, jedoch mehr Kinder als Intelligente bekämen, weshalb die Deutschen wiederum immer dümmer würden. 
Referent: Andreas Kemper. Veranstalter_innen: North East Antifa (NEA), ASJ-Berlin, FAU-Berlin (Sektion Hartz-IV-Komplex).
h2. Anschließend: Essen, Cocktails, Musik beim NEA/RASH-Tresen im Bandito Rosso.

15.05.2014
20.00 – Bandito Rosso
NEA-RASH-Tresen
Tresen mit leckeren Köstlichkeiten und kühlen Getränken.
Wir empfehlen, nach der Veranstaltung mit Andreas Kemper zum Themenkomplex “Klassismus” (19:00 Uhr, im benachbarten FAU-Lokal) vorbeizuschauen und in angenehmer Atmosphäre entspannt zu diskutieren und zu vernetzen.

Eintritt: frei