Stellungnahme von RASH Berlin-Brandenburg zum RASH & Disorderly

Seit Jahren findet in Berlin ein großes “Punk”-Festival  statt, welches in den letzten Jahren mehr und mehr der Kommerzialisierung und Entpolitisierung der Punk und Skinhead Szene vorantreibt.

Bei diesem, von MAD-Tourbooking organisiertem Festival, spielen auch immer wieder sogenannte „Grauzonebands“, die sich selbst als „unpolitisch“ bezeichnen aber auch gerne mal mit Bands aus der Rechtsrockszene zusammenspielen. Auch dieses Jahr wurde das Lineup des Festivals so zurechtgeschnitten, dass damit eine möglichst breite Mischung an zahlungswilligem Publikum erreicht wird. Mit diesem Konzept ist es für Menschen mit einem antifaschistischen Selbstverständnis unausweichlich, dass sie auf dem Konzert auf rechtsoffene Erscheinungsbilder treffen.

Wir haben darauf keinen Bock und möchten mit unserer Version, dem RASH & Disorderly, am 14.04.2012 eine Alternative bieten und aufzeigen, dass es durchaus möglich ist ein Konzert auf die Beine zu stellen, auf dem Menschen ganz ungestört vom Kapitalisierungsdruck innerhalb der Szene und unpolitischen Rechtsrockkuschlern  ihre Musik genießen, und dabei den antifaschistischen und antirassistischen Geist ihrer Subkultur bewahren können.

Jedoch gestaltete sich die Organisation des Konzertes schwieriger als gedacht. Es war nicht etwa das Problem Bands zu finden, welche die oben beschriebenen Ansichten teilen und sich klar gegen die „Grauzone“ positionieren. Das Problem stellte sich ziemlich bald bei der Suche nach einer Lokalität heraus:  MAD-Tourbooking sieht sich wohl in Ihrer lukrativen Monopolstellung in Berlin gefährdet. So wurde die Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort im alternativen Berlin durch Interventionen massiv erschwert und führte zu einer mehrmaligen Verlegung. Die Betreiber der Veranstaltungsorte sahen sich aus Angst vor Übergriffen und Problemen beim Buchen zukünftiger Konzerte gezwungen ihre Zusagen zurückzunehmen.

Zwar ließ sich dieses Problem kurzfristig lösen, da es in Berlin noch wenig autonome Freiräume gibt, die sich weiterhin dem Würgegriff der Musikmafia in Ihrer kapitalistischen Verwertungslogik entziehen, dennoch zeigen diese Vorfälle die Notwendigkeit, der einseitigen Vereinnahmung der Subkultur entschlossen entgegenzutreten und die zunehmende Entpolitisierung innerhalb der Szene aufzuhalten.

Jetzt erst Recht: 14.04.2012 – RASH & Disorderly mit Non Servium (Madrid), Produzenten der Froide (Stuttgart) und Wasted Youth (Schwäbisch Gmünd) in der Köpi (Köpenicker Str. 137).

Red & Anarchist Skinheads Berlin-Brandenburg am 30.3.2012

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