Sachsen: Da wo der Mob regiert

Während am Montag nach PEGIDA versucht wurde, eine Kundgebung von Geflüchteten vor der Semperoper unter “Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!”-Rufen anzugreifen, fand am Freitag erstmals auch in Freital eine Demonstration gegen eine Unterkunft für geflüchtete Menschen statt. Völlig überraschend kamen dabei mehr als 2.000 Personen zusammen, die sich in den frühen Abendstunden hinter dem bereits bei PEGIDA am vergangenen Montag gezeigten Fronttransparent “Wir – nur wir sind das Volk – und geben nun den Takt an. Ihr dort oben – Heuchler – Lügner – Vaterlandsbetrüger. Unser Anfang mit Pegida läutet euer Ende ein” versammelten, um gemeinsam durch die Kreisstadt unweit von Dresden zu ziehen (Fotos).

Neben Transparenten, auf denen eine Abschiebung so genannter Wirtschaftsflüchtlinge gefordert wurde, wurden auch zahlreiche Deutschlandfahnen gezeigt. Schon in den letzten Tagen war in der Stadt in einigen Geschäften mit Unterschriftslisten gegen die Unterkunft im Stadtteil Döhlen mobil gemacht worden.

Im Verlauf der Demonstration unter dem Motto “Freital wehrt sich. Nein zum Hotelheim” war die anwesende Polizei immer wieder mit Feuerwerkskörpern angegriffen worden. Etliche Menschen versuchten anschließend in Kleingruppen zur Sammelunterkunft durchzubrechen. Zuvor hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der rassistischen Demonstration die genehmigte Route verlassen und waren zu den in einem Hotel untergebrachten Asylsuchenden gezogen. Der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD), Jan Zwerg, zeigte sich im Nachgang bei Facebook über die große Zahl der an den Protesten beteiligten Menschen erfreut und appelliert daran, dass ein ‘Nein zum Hotelheim’ nicht ‘Stürmt das Hotelheim’ heißen sollte.

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