Redskin Hatemail

„… Warum redet ihr immer wieder darüber „traditionell“ zu sein und redet dann überhaupt über Oi und Punk? Ich weiß, daß in den 90ern dieses Wort einfach nur bedeutet ein „Jünger von George Marshall“ zu sein, aber als ich anfing, hörten traditionelle Skins nur schwarze Musik aus den 60ern, wißt ihr, ein Haufen von Kommunisten und Sozialisten wie Clancy Eccles and Prince Buster.

„Pharaoh House Crash“ (wenn ihr Stormwatch-hörenden „Traditionellen“ jemals diese Platte gehört habt) ist über einen Generalstreik, wenn ihr wißt, was das ist. Oops, besser ihr schickt mir auch all diese Platten. So, ihr Jungs seid „stolz Arbeiter zu sein“? Ihr seid so traditionell, denke ich mal. Was bedeutet für euch die Arbeiterklasse, warum habt ihr einen Arbeiterklassen-Jugendkult gewählt? Es scheint mir nur offensichtlich, daß wir ARBEITERklasse genannt werden, weil wir all die Arbeit tun, wir produzieren all die Güter und machen alle Arbeiten von Maurerarbeiten über das Drehen der Hamburger bis zur Gebäudereinigung auf diesem ganzen Planeten.

Die herrschende Klasse (wenn ihr schon von der „Arbeiterklasse“ redet müßt ihr auch die Existenz der herrschenden Klasse anerkennen) sitzt nur auf ihren Ärschen, brüllt Befehle und beobachtet die Dividenden ihrer Aktien. Zur Zeit besitzen die Mitglieder der Arbeiterklasse weniger als 10% des Reichtums, den sie selbst schaffen. Hört sich für mich so an, als wenn die Arbeiterklasse verarscht und betrogen würde. Was werdet ihr, die ihr stolz seid der Arbeiterklasse anzugehören, dagegen tun? … Oder wollt ihr Bier trinken bis die Reichen es uns geben? Für die Arbeiterklasse und für den Kapitalismus zu sein ist wie wenn ein Brauer für die Prohibition (d.h. das Alkoholverbot – Oi! The Tipper) ist, es macht einfach keinen Sinn.

Skinhead zu sein und zu sagen, daß sich die Leute nicht selbst wehren und für ihre Rechte kämpfen sollten ist doch ein Widerspruch. Ich bin seit 9 Jahren ein Redskin und ich kam zum Kult durch Redskinfreunde, die nicht wenig älter als ich waren, hier im kleinen alten Cincinnati. Ich war in der ursprünglichen SHARP-Generation als SHARP noch eine Organisation war, die persönlich von Marcus SHARP aus NYC geführt wurde.

Ich hasse es, wenn Unpolitische, die gerade mal ein Jahr oder so Skinhead sind über SHARP und was SHARP zustande ge-bracht hat herziehen. SHARP hatte definitiv seine Probleme, aber wir haben jede Menge harter Arbeit investiert und gebrochene Nasen haben das Gesicht der US-Skinszene für immer verändert. In den 80ern drohten die Boneheads den Namen „Skinhead“ komplett für sich zu vereinnnahmen und heute haben sie es geschafft in den USA. Wir kämpften, wurden verletzt und einige von uns sogar getötet, und einige, wie ich, mußten ins Gefängnis, um einen sicheren Platz für die antifaschistische Skinheadszene zu schaffen.

Leute wie ihr ohne jegliche Ehre, ohne Prinzipien und ohne eigene Meinung habt diese Szene vereinnahmt und benutzt sie, um uns herauszudrängen, Schande über euch! Leute eurer Art hätten sich die Haare wachsen lassen innerhalb eines Monats, wenn ihr in den Jahren des SHARP/Nazi Krieges zwischen ’87-’91 gelebt hättet. Eine Pistole in deiner Tasche zu haben und Augen am Hinterkopf waren genauso erforderlich wie Stiefel und Hosenträger in der Vergangenheit. Der Grund, daß die Nazis aus der Metalszene rekrutieren und die Punk/Oi! Szene aufgegeben haben, ist wegen SHARP und anderen, die wie wir Prinzipien hatten und die keine Kompromisse geschlossen haben, Überzeugungen, für die sie überzeugt auch in Schlägereien einstan-den. Ihr sagt, daß „keine Nazis in der Skinheadszene toleriert würden“.

Wie wollt ihr das nun bewerkstelli-gen, wenn ihr nur „nicht-rassistisch“ seid. … Der „unpolitische“ Skinhead Way beansprucht für sich mehr original zu sein, mehr authentisch als alle(s) andere(n). Ich bin lange genug ein Skin, um euch zu sagen, daß dieser Scheiß verdammt modern ist. Es ist ein Fakt, daß die Leute anfingen solchen Scheiß zu reden nachdem die „Skinhead Bible“ rauskam, ihr Jungs zitiert immer die gleichen alten Sätze Wort für Wort aus dem Text, wenn ihr versucht euren „Standpunkt“ klarzumachen. Seid ihr mehr authentisch als die West Belfast IRA Skins aus den Jahren ’70-’72? Ich wünschte, ihr könntet in der Zeit zurückgehen und ihnen sagen, daß Politik nichts mit Skinheads zu tun hat.

Ihr würdet in einer heißen Schlägerei enden. Wußtet ihr, daß „If the kids are united, they will never be divided“ (ein unpoliti-sches Statement, wenn ich jemals eines gehört habe) ist nur eine Umarbeitung des populären kommunisti-schen Gesangs „The people united will never be defeated“. Fragt Jimmy. Oder was ist mit der simplen Tatsache, daß der gekreuzigte Skinhead zuerst von einem schwulen Skinheadkünstler gezeichnet wurde? Wenn ich euch etwas Stahlwolle schicken soll, damit ihr euch diese Tätowierungen entfernen könnt, laßt es mich einfach wissen. Ihr Jungs sagt, daß ihr an nichts glaubt, für nichts kämpft, keine Meinung über irgen-detwas habt. Geht mir mit dieser Scheiße aus dem Weg und zeigt mir die wirklichen Skins! Wenn du ein Redskin wirst, bist du eisern mit deinen Überzeugungen verbunden, wirst du sofort der am meisten unbe-liebteste Kerl auf diesem Planet, mit Feinden überall. Leute sagen du hättest Unrecht und du wärst völlig daneben, aber du gibst einen Scheißdreck auf ihre Worte, weil du genau in deinem Herzen weißt, daß du den richtigen Weg gehst.

Das ist, worum es beim Skinheadding geht. Wenn du ein amerikanischer unpolitischer Oi Skin wirst, entscheidest du dich 1) daß du keine Nazis bekämpfen wirst 2) daß du dem größten Trend folgst und sagst, was jeder andere dir erzählt 3) daß ich nichts zu sagen habe über meine Klasse, mein Land oder meine Gemeinde bzw. was diese betrifft. Andernfalls könntest du Meinungsverschiedenheiten mit jemandem haben, dir einen Feind schaffen und deswegen mit jemandem kämpfen müssen! Jeder weiß, daß das nichts mit dem Skinheadkult zu tun hat. Hört sich für mich wie ein Rezept für Feigheit an! Vor einigen Wochen hatte ich eine Auseinandersetzung mit einem hier ansässigen „traditionellen“ Unpoliti-schen. Wie die meisten Unpolitischen, die hier rumhängen, liebt er es in Militär- oder Domestoshosen mit 14-Loch Rangers mit weißen Senkeln und roten Hosenträgern herumzulaufen.

Er hängt auch mit Boneheads rum und handelt rassistisch, wenn er mit ihnen unterwegs ist und redet diesen George Marshall Scheiß, wenn er nicht mit ihnen rumhängt… Wie die meisten Unpolitischen/Wendehälse erzählt er großen Scheiß über das Verhauen von Roten, aber seltsamerweise haben er und seine Jungs mich nicht behelligt. Ich konfrontierte ihn bei einem Konzert und schrie zu ihm: „Du weißt doch verdammt noch nicht einmal, wofür du stehst!“ Seine Antwort, Ich verkohle euch nicht, war „Ich stehe für gar nichts!!!“

Ich hätte es nicht besser sagen können. PS: Was für eine Bedeutung hat „Having a Laugh and Having a Say“, wenn du gar nichts zu sagen hast? Grover, Cincinnati RASH, Redskin por vida. (aus Revolution Times # 11)

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