Rechtsterrorismus & die Berliner Neonaziszene

Es war nur eine Frage der Zeit, bis im Rahmen der Recherchen ambitionierter Journalist_innen zum Nazi-Terrornetzwerk „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) auch Verbindungen zu Berliner Neonazis zu Tage traten. Das ist wenig überraschend, hat doch die „Reichshauptstadt“ eine zentrale Bedeutung für Neonazis. Seit dem Beitritt der DDR zur BRD gab es immer wieder Versuche der terroristischen Organisierung; Berliner Neonazis verübten Morde und Brandstiftungen. Die NS-Ideologie, die auch das Töten des politischen Gegners nicht ausschließt, durchzieht die gesamte Berliner Neonaziszene. Dieser Artikel versucht, einen groben Überblick über die Anknüpfungspunkte der Berliner Neonazis an den Rechtsterrorismus zu bieten.


Der NSU und die „Reichshauptstadt“ Berlin

Bisher sind drei Kontakte des NSU und ihres Unterstützer_innen-Umfeldes nach Berlin in die Öffentlichkeit gelangt. Bereits 1998, also im Jahr des Abtauchens der drei Neonazis, sei der Thüringer Neonazi André Kapke – er war zuvor zusammen mit Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe in der „Kameradschaft Jena“ organisiert – in Berlin unterwegs gewesen, um für die Unterstützung der Untergetauchten zu werben. Er habe dabei einen NPD-Funktionär und eine Frau aus der Neonazi-Szene getroffen und sie um Kontakte zu möglichen Verstecken im Ausland gebeten (1). Die angesprochene Frau, vermutlich die Neonazi-Aktivistin Rita Bönisch aus Adlershof, betrieb zu dieser Zeit einen Wohnmobil-Verleih. Ihre Adresse war damals Knotenpunkt der bundesweiten Neonaziszene (2). Bei den Morden und Banküberfällen der NSU wurden teilweise gemietete Wohnmobile verwendet.

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