Northern Soul

„Northern Soul“ was ist das überhaupts? „northern“ = „nördlich, nordisch“ , „Soul“ = „Seele“ …oha…na dämmerts euch auch schon? Manche Skinheads laufen doch mit solchen Buttons oder Patches rum…auf denen ist meistens noch eine Faust drauf…aha! „Nordische Seele“ heißt das!!!! Und die Faust gibt’s auch bei der White Power-Bewegung…immer diese komische Nazi-Terminologie!!!

…naja…ganz so…ach was heißt „ganz so“???…eigentlich ist es überhaupts ned so, denn der Begriff „Northern Soul“ wird dem Londoner Journalisten David Godin zugeschrieben. Doch was soll dieses „Northern Soul“ jetzt eigentlich bedeuten? Da muß doch ein Sinn dahinter stecken? …nein? Echt? ….ja…echt…da ist schon ein Sinn dahinter und wie der geneigte Leser jetzt schon vermutet, folgt hier eine Erklärung:

David Godin bezeichnete mit „Northern Soul“ einen Musikstil, der in den 70er Jahren in Nordengland sehr beliebt war. Godin war – wie gesagt – Journalist aus London und für eine Reportage in Nordengland unterwegs, als ihm dieser „Northern Soul“ begegnete. Im hippen, schicken London waren zu dieser Zeit ganz andere Musikstile angesagt und so war er ziemlich verblüfft in Nordengland auf eine Musikszene zu stoßen, die schwarze Musik aus Amerika hörte und zwar Musik, die auch in Amerika nicht mehr wirklich attraktiv auf die Massen wirkte. „Northern Soul“ ist weniger ein reiner Musikstil, eher eine Szene. Die Ursprünge des Northern Soul liegen eigentlich eher im Motown Soul der 60er Jahre…diese Musik war aber irgendwann nicht mehr „in“ und geriet immer mehr in Vergessenheit, irgendwie kamen (nord)englische Sammler darauf, sich diese alten Goodies zu kaufen und hatten als DJ’s dann solch einen Erfolg in (Nord)England – und das nicht nur ein paar Wochen lang -, dass dann irgendwann in Nordengland damit begonnen wurde, die 60er Jahre-Soulgrößen aus USA nachzuahmen… eigene Tracks wurden produziert, oftmals auch mit Einflüssen aktueller Musik versehen.

Interesant ist aber auch, dass kommerziell gefloppte 60er-Jahre Soul-Platten oftmals von der britischen Soul-Community mehr beachtet wurden, als große Hits…die raren Platten waren oftmals härter und schneller, hatten „interesantere“ Texte.

Subkulturell ist Northern Soul stark mit Mods, Skinheads und Scooterists verbandelt…die Mods hörten Anfang/ Mitte der 60er Ska & R’n’B, die Skins Ende der 60er Jahre Reggae… schwarze Musikrichtungen, die im oftmals Soul-Stücke coverten und da viele Mods und Skinheads gleichzeitig auch Rollerfahrer sind, ist es eigentlich Gang und Gäbe, dass auf Rollertreffen immer Northern Soul läuft.

Stark verbunden mit dem Begriff „Northern Soul“ ist auch der sogenannte „Allnighter“…was ist ein „Allnighter“? bei einem Allnighter läuft die ganze Nacht durch Musik (gut, heutzutage ist das nix mehr Besonderes…) aber im England der frühen 70er durften Clubs nicht über zwei Kalendertage aufhaben…die Clubs mussten also um 0:00 für mehrere Stunden schließen. Dieses Gesetz umging man geschickt, indem man einfach in einem Club bis 0:00 feierte und dann in den nächsten Club weiterzog, der vor 0:00 geschlossen hatte, aber Punkt 0:00 öffnete. Zusätzlich hatten diese verschiedenen Clubs jeweils verschiedene Soul-„Schwerpunkte“, sprich: in einem lief eher R’n’B-lastige Musik, im anderen Club halt schnellere Musik, im nächsten moderner gemachte Soul-Musik. Dieser Umstand verhalf Northern Soul zu einer riesigen musikalischen Bandbreite, die bekanntesten dieser Clubs waren: The Twisted Wheel in Manchester, The Golden Torch in Stoke, The Wigan Casino und The Blackpool Mecca.

Northern Soul ist auch heute noch eine ziemlich aktive Musik(-Szene), auch wenn Northern Soul wohl eine der eher unbekannteren Musikrichtungen ist….aber:

Northern Soul is alive and kicking!

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