Deutscher Herbst: Hauptsache Hooligans und RAF!

Erneut ist in Berlin ein Brandanschlag auf ein Jugendzentrum verübt worden. In Neuss hat ein Neonazi offenbar einen Vietnamesen zu Tode geprügelt. Und ein rechtsextremes Trio erschoss mutmaßlich eine Polizistin. Nach den hysterischen Debatten über einen neuen Linksterrorismus sucht man aktuell aber vergeblich nach den innenpolitischen Hardlinern, die vor einer Braunen Armee Fraktion warnen. Neonazi-Gewalt ist einfach nicht sexy für den politischen und medialen Diskurs.

Ein weiterer Brandanschlag auf ein Jugendzentrum in Berlin. Ein Nazi-Leak, das zeigt, wie militante Neonazis in Sachsen im Windschatten der NPD ihre Aktionen ungestört planen, während die Sächsischen Behördenbei Pfarrern, die gegen Nazis demonstrieren, Razzien durchführen. Ein mutmaßlicher Skandal um Polizistenmörder, die offenbar bereits zehn Jahre zuvor als Neonazis mit Sprengstoff aufgefallen waren – aber nie dingfest gemacht wurden, obwohl sie über Jahre in Zwickau lebten. Dazu regelmäßig Meldungen überRazzien bei Neonazis, bei denen Waffen ausgehoben werden. Rechtsextreme Hetze, Drohungen und offene Gewaltaufrufe im Netz. Ein Attentäter in Norwegen, der ein Massaker an Jugendlichen plant und eiskalt durchführt, weil diese jungen Menschen Sozialdemokraten waren. Und worüber diskutiert die Politik und Journaille im deutschen Herbst 2011? Über angeblich ausufernde Fußballrandale – und die Gefahr eines neuen Linksterrorismus.

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