Berlin – Silvester 2x solidarisch zum Knast

In Berlin werden derzeit zwei Demonstrationen zu Frauen*-Knästen am Silvesterabend angekündigt. In Solidarität mit Gefangenen und für eine Gesellschaft ohne Gefängnisse gehen Menschen Silvester an vielen Orten auf die Straße. In Berlin gibt es dieses Jahr einige Neuerungen. Wir sprachen mit Emma und Erich aus dem Vorbereitungskreis.

Frage: Ihr betont auf Plakaten und im Aufruf (1), dass es dieses Jahr zu Frauen*-Knästen geht. Warum diese Hervorhebung?

Emma: Es gab in den vergangenen Jahren die berechtigte Kritik, dass wir zumindest abends immer vor der JVA Moabit demonstriert haben, in der Männer gefangen gehalten werden. Das wollen wir in diesem Jahr ändern, denn wir wollen auch gefangenen Frauen* unsere Solidarität ausdrücken. Nachmittags gehen wir wie in den letzten Jahren auch zur „JVA für Frauen“ in Lichtenberg. Dort gibt es seit über einem Jahr konkrete Kämpfe von Gefangenen, die wir natürlich unterstützen. Die Anstaltsleitung in Lichtenberg hat ein rassistisches „Teile- und Herrsche“ Prinzip etabliert, um Gefangene gegeneinander auszuspielen und Unterwürfigkeit zu sichern. Einige machen da nicht mit und leisten Widerstand.

Erich: Wir gehen abends an der JVA Moabit los, ziehen am Berliner LaGeSo vorbei, dass seit Monaten Geflüchtete mit seiner Bürokratie terrorisiert und noch immer Menschen zum Übernachten auf der winterlichen Straße zwingt. Als Ergebnis der Asylrechtsverschärfung werden viele Geflüchtete schon demnächst von Eilverfahren und Abschiebehaft bedroht sein. Danach demonstrieren wir dann durch den Wedding und das afrikanische Viertel mit seinen an die blutige Kolonialgeschichte Deutschlands erinnernden Straßennamen bis hin zur „JVA für Frauen“ in Reinickendorf.

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