Auswertung Naziaufmarsch Neuruppin 09.07.2011

Am ver­gan­ge­nen Sams­tag fand in Neu­rup­pin in­fol­ge der vier­te Neo­na­zi­auf­marsch seit 2007 statt. Das An­ti­fa­schis­ti­sche Netz­werk[AFN] und In­fo­ri­ot be­rich­te­ten schon dar­über, nun sind wir an der Reihe.

Die­ses Jahr folg­ten ge­ra­de ein­mal 200 Neo­neo­na­zis den Auf­ruf der Frei­en Kräf­te Neu­rup­pin/Ost­ha­vel­land, trotz Red­ners und Mit­auf­ru­fers Axel R.. Im Ge­gen­satz zum ver­gan­ge­nen Jahr waren dies­mal kaum NPD-​ler_in­nen vor­han­den. Ver­ein­zelt oder durch dop­pel-​Mit­glied­schaf­ten (so auch bei FKNRP) waren sie ma­xi­mal zu lo­cken. Auch fehl­ten, die im letz­ten Jahr stark auf­ge­tre­te­nen Mit­glie­der_in­nen des Na­tio­na­len Wi­der­stands Ber­lin, es waren ma­xi­mal zwei Au­to­be­sat­zun­gen aus Ber­lin an­ge­reist.

 

Die De­mons­tra­ti­on konn­te nicht nur auf­ge­hal­ten und zur Um­kehr ge­zwun­gen wer­den, auch wurde sie immer wie­der ge­stört. Ver­ein­zelt muss­ten Neo­na­zis wie der Ei­sen­hüt­ten­städ­ter Micha­el Meiß­ner oder Teile des Blo­ckes der Frei­en Kräf­te Ost auf­grund von Pro­vo­ka­tio­nen, durch Po­li­zei­kräf­te oder den ei­ge­nen Ord­nern zur Ord­nung ge­ru­fen wer­den. Die Neo­na­zis wehr­ten sich gegen die Pro­vo­ka­tio­nen durch Be­lei­di­gun­gen, Be­dro­hung und sym­bo­li­sche Mord­dro­hun­gen.

Freie Kräfte Ost

Auf der De­mons­tra­ti­on wur­den vier Trans­pa­ren­te mit­ge­führt die auch die De­mons­tra­ti­on in vier Blö­cke teil­ten. Dabei war nur bei einem Ban­ner eine Struk­tur klar er­kenn­bar. Als Zwei­ter Block in­ner­halb der De­mons­tra­ti­on lief zum ers­ten Mal in der Öf­fent­lich­keit ein ge­schlos­se­ner Block der Frei­en Kräf­te Ost. Die Frei­en Kräf­te Ost set­zen sich of­fi­zi­ell aus Neo­na­zis zu­sam­men, die in Witt­s­tock und Bran­den­burg/Havel aktiv sind, doch die Füh­rungs­ka­der kom­men zum Teil aus Ora­ni­en­burg. Der Chef die­ser recht jun­gen Ka­me­rad­schaft, Toni Gusek, fiel be­son­ders da­durch auf, dass er viele der an­kom­men­den Neo­na­zis be­grüß­te, als wäre er sel­ber der An­mel­der. Auch di­ri­gier­te er den Block der FKOs und war die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­schnitt­stel­le zwi­schen dem Block und dem Neu­rup­pi­ner Füh­rungs­ka­der Dave Trick, wel­cher ge­mein­sam mit an­de­ren Neo­na­zis den An­mel­der Mar­vin Koch un­ter­stütz­te.

Freie Kräfte Ost

Der Block der FKOs setz­te sich aus jun­gen, meist um die 20 Jah­ren alten Neo­na­zis des Nord­wes­ten Bran­den­burgs zu­sam­men. Un­ter­stützt wur­den sie dabei von Ber­li­ner Neo­na­zis wie dem Weis­sen­se­er Chris­ti­an Schmidt (ehe­ma­li­ges Mit­glied der auf­ge­lös­ten Frei­en Na­tio­na­lis­ten Ber­lin-​Mit­te). Die­ser nahm vor kur­zem an einer Neo­na­zi­de­mo in Kreuz­berg teil und war auch in der An­grei­f­er­grup­pe dabei, wel­che am Boden sit­zen­de Ge­gen­de­mons­tran­t_in­nen an­griff. In sei­nem Hei­mat­be­zirk fiel er durch Sprü­he­rei­en und An­grif­fe auf An­ti­fa­schis­ten auf – in Neu­rup­pin be­ließ er es bei lee­ren Be­dro­hun­gen und Be­lei­di­gun­gen.

Freie Kräfte Ost

Diese Zu­sam­men­ar­beit von Chris­ti­an Schmidt und den FKOs ist nicht über­ra­schend, da viele Bran­den­bur­ger Neo­na­zis, be­son­ders aus dem ber­lin­na­hen Be­reich, zum ka­me­rad­schaft­li­chen Be­säuf­nis in den Hen­ker fah­ren. So wird die Ver­bin­dung der Frei­en Kräf­te erst er­mög­lich. Mit von der Par­tie war na­tür­lich auch der Ora­ni­en­bur­ger Pa­trick Schulz. Er war mit Toni Gusek vor­her be­reits in zwei Ka­me­rad­schaf­ten wie dem Sturm Ora­ni­en­burg und der Ka­me­rad­schaft Mär­kisch Oder Bar­nim. Wie­der tauch­te er als Trans­pa­rent­trä­ger auf, wäh­rend Gusek dies­mal eine klar an­ge­neh­me­re Auf­ga­be hatte. Gusek war es auch, der das Ban­ner der FKO mit hatte und an einen Un­be­kann­ten Neo­na­zi über­gab. Pa­trick Schulz war teil­wei­se ab­ge­lenkt von einem an­we­sen­den An­ti­fa­schis­ten, der ihn so sehr pro­vo­zier­te, dass er sich sogar zu einer Mord­dro­hung hin­rei­ßen ließ. Wäh­rend der De­mons­tra­ti­on lief zwi­schen­zeit­lich auch seine Ex-​Freun­din Sarah Wer­ner am Trans­pa­rent, wel­che ihn 2 Tage nach Neu­rup­pin ver­las­sen hat und nun mit einem Neo­na­zi aus Sass­nitz (Rügen) zu­sam­men ist. Dies ist In­ter­es­sant, da Sarah Wer­ner mut­maß­lich der Grund war für eine kurz­zei­ti­ge Spal­tung der FKO. Kurz nach­dem diese ihre Be­zie­hung mit dem Witt­s­to­cker „Dani“ be­en­det hatte und zum Ora­ni­en­bur­ger Pa­trick Schulz wech­sel­te, ent­stand für nicht mal eine Woche das Pro­jekt Freie Ju­gend Witt­s­tock. In­zwi­schen hat „Dani“ eine neue Freun­din und die Ka­me­rad­schaft zu FKO ist wie­der her­ge­stellt.

Freie Kräfte Ost

Neben Pa­trick Schulz und Toni Gusek nahm ein wei­te­rer ehe­ma­li­ger KMOB-​ler an der De­mons­tra­ti­on teil. In der KMOB fiel er als Trans­pa­rent­trä­ger auf und ist Mit­glied in der Band Preus­sen­front aus Ber­nau. Sein Spitz­na­me ist nicht zu Un­recht, wegen sei­ner Kör­per­grö­ße, „Der Lange“. Ken­nen­ge­lernt hat er diese Ver­bin­dung ver­mut­lich durch einen ge­mein­sa­men Ge­fäng­nis­auf­ent­halt mit Pa­trick Schulz. Der Ber­nau­er war al­ler­dings nicht al­lei­ne da, son­dern hatte seine Freun­din dabei, die unter an­de­rem mit Sarah Wer­ner be­freun­det ist. Neben einer Reihe un­be­kann­ter Neo­na­zis war noch ein na­ment­lich be­kann­ter Witt­s­to­cker dabei. Tom Bruck nahm be­reits mit FKO­ler an einem Neo­na­zi­auf­marsch in Sprem­berg teil und war an einem An­griff auf einen An­ti­fa­schis­ten in Neu­rup­pin be­tei­ligt.

Freie Kräfte Ost

Ins­ge­samt nah­men nach­weis­lich 10 Neo­na­zis an der De­mons­tra­ti­on teil, denen eine Zu­ge­hö­rig­keit zur FKO nach­weis­bar ist. Wir gehen al­ler­dings von einem Netz­werk aus jun­gen, z.T. min­der­jäh­ri­gen Neo­na­zis aus, die auf ein Per­so­nen­po­ten­ti­al von bis zu 30 Per­so­nen schöp­fen kann. In­ter­es­sant ist es, dass die Kombo Pa­trick Schulz, Toni Gusek und „Der Lange“ sich wie­der eine Ka­me­rad­schaft ge­sucht haben, wel­che au­ßer­halb von Ober­ha­vel ihren Ak­ti­vi­tä­ten nach­kommt, sie aber in Funk­tio­nen ein­ge­bun­den sind.

Fo­torech­te: Nok­ta­lia
Foto1: (1) Toni Gusek, (2) Un­be­kannt, (3) Pa­trick Schulz,
Foto2: (1) „Der Lange“, (2) Chris­ti­an Schmidt, (3)+(4) Un­be­kannt
Foto3: (1) Sarah Wer­ner, (2) Freun­din von „Der Lange“
Foto4: (1) „Dani“, (2) Tom Bruck
Foto5: Freun­din von „Dani“

 

Quelle: Antifa Gruppe Oranienburg [AGO]

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