»Arbeiter, hörst du es nicht?«

Das deutsche Arbeiterlied hat keinen guten Ruf: Man denkt an Schalmeien- und Blasorchester, proletarische Marschmusik und alte Männer mit Klampfen, die sich vermeintlich besserer Zeiten erinnern. Häufig wird dabei der Zweck der Arbeitermusik vergessen. Vor allem war sie ein Agitationsmittel und, da Musik unmittelbar identitätsstiftend wirken kann, ein besonders wichtiges. Das Arbeiterlied sollte das Proletariat einen, dessen Sicht auf die Welt synchronisieren und auf den Feind einschwören. In brenzligen Situationen marschierte die Arbeiterklasse Seit’ an Seit’ zum Takt. Musikalisch unterscheiden sich Arbeiterlieder daher kaum von jener Musik, die das gegnerische Lager anstachelte. Es waren Märsche und Mitsinglieder, geschrieben für Blaskapellen, Chöre, Fanfaren, Schalmeien.

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