7.5.2017 Potsdam: SputnikLesekreis präsentiert: Guenther Sandleben

Der Lesekreis präsentiert Guenther Sandleben
„Einordnung der Krise des Kapitalismus von 2008, deren historische Dimension und die Fehler linker Krisenanalyse“

Marx bezeichnete im „Kapital“ das zinstragende Kapital wegen der merkwürdigen Erscheinungsweisen als „die Mutter aller verrückten Formen“. Er kritisierte die „Oberflächlichkeit“ der ökonomischen Theorie, die sich u.a. darin zeige, „daß sie die Expansion und
Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.“Die heutige Theorie vom
finanzmarkt getriebenen Kapitalismus bzw. Finanzmarktkapitalismus kommt dieser „Oberflächlichkeit“ recht nahe. Was ist von dieser Theorie, die sich häufig als „links“ versteht, zu halten? Welche Rolle spielten die Kredit- und Kapitalmärkte in der Krise von 2008? Beherrschten sie die Warenproduktion oder verhielt es sich umgekehrt?
Marx formulierte das allgemeine Gesetz periodischer Krisen. Was sind die Kernpunkte der Marxschen Krisentheorie und welchen Stellenwert besitzen
die Finanzmärke? Die derzeitige Wirtschaftsentwicklung erscheint vielen Zeitgenossen als unheimlich und bedrohlich, so dass immer häufiger von
einer „finalen Krise“ die Rede ist. Natürlich wäre es schön, wenn alle erzwungenen kapitalistischen Formen der Produktion – kapitalistisches Eigentum und Lohnarbeit, Waren-, Geld- und Kapitalformen – schon bald verschwinden würden, so dass die gigantischen, fast schon märchenhaften Möglichkeiten realisierbar wären, die in der heutigen Reichtumsproduktion stecken. Liefert die Theorie von der „finalen Krise“
neue Anhaltspunkte dafür, dass der Todeskampf des Kapitalismus längst begonnen hat? Solche Fragen und mehr stehen im Mittelpunkt des Vortrags
von Guenther Sandleben.

Beginn: 18.00 Uhr